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vom 05.03.2018, aktuelle Version,

A. Weiser & Sohn

A. Weiser & Sohn in einer Huldigung der k.u.k. Hof- und Kammerlieferanten zum Thronjubiläum 1908

A. Weiser & Sohn war eine Wagenfabrik in Wien-Alsergrund.[1]

Geschichte

Anton Weiser sen. († 1879) gründete nach zehnjähriger Dienstzeit als Werkführer bei Laurenzi & Co. im Jahre 1839 sein eigenes Unternehmen im sogenannten „Rothen Haus“ in der ehemaligen Wiener Vorstadt Alsergrund. Allmählich wuchs die kleine Wagnerwerkstatt zu einem größeren Unternehmen an.

Die ursprünglichen Betriebsstätten erwiesen sich nach 24 Jahren als zu klein und Weiser zog zur Porzellangasse 19 im Alsergrund um. Der Umzug bot Gelegenheit, die neuen Werkstätten modern einzurichten und dadurch die Leistungsfähigkeit der Firma zu steigern. Die Arbeitsräume im Erdgeschoss wurden mit vielen Maschinen ausgestattet und auch für die Unterbringung der fertigen Erzeugnisse wurde durch Bau von geräumigen Wagensälen im ersten und zweiten Stockwerk gesorgt.

Im Jahre 1869 nahm Anton Weiser sen. seinen gleichnamigen Sohn Anton Weiser jun., der seit Kindheit im Geschäft tätig war, in die Firma als Gesellschafter auf, die von da ab „A. Weiser & Sohn“ lautete.

Anton Weiser sen. wurde vom Wiener Gemeinderat im Jahre 1872 mit der großen goldenen Salvatormedaille geehrt. Im Jahre 1874 wurde ihm von Kaiser Franz Joseph I. das goldene Verdienstkreuz mit der Krone verliehen.

Nach seinem Tod übernahm sein Sohn und langjähriger Mitarbeiter Anton Weiser jun. die Firma. Er konnte den Ruf weiter ausbauen und hatte Kunden im In- wie im Ausland. Im Jahre 1894 wurde er vom Schah von Persien zum kaiserlich persischen Hof-Wagenfabrikanten ernannt und bekam für seine Verdienste die Medaille des Sonnen- und Löwenordens verliehen. Das Unternehmen war auch K.K. Hof-Wagenfabrik. Das Unternehmen wandte sich um 1900 auch dem Bau von Autokarossen zu.[2] Später war das Unternehmen General-Repräsentant der Société Lorraine de Dietrich, Automobile in Luneville.

Um 1919 wurde das Unternehmen in den Konzern ÖAF aufgenommen, da Austro-Fiat nicht genug Kapazitäten für den Karosseriebau hatte.[3]

Literatur

  • Thomas Köppen: Die K.K. Hof-Wagenfabrik Anton Weiser & Sohn. Ein Beispiel für den Wiener Kutschenbau im 19. und frühen 20. Jahrhundert. In: Achse, Rad und Wagen. Beiträge zur Geschichte der Landfahrzeuge 9 (2001) 36–55. Wiehl (Bergische Achsen KG) 2001

Einzelnachweise

  1. A. Weiser & Sohn. In: Dargebracht von den Industriellen Oesterreichs unter dem hohen Protectorate Seiner K. und K. Hoheit des Durchlauchtigsten Herrn Erzherzogs Franz Ferdinand (Hrsg.): Die Gross-Industrie Oesterreichs. Festgabe zum glorreichen fünfzigjährigen Regierungs-Jubiläum Seiner Majestät des Kaisers Franz Josef I. Band 3. Leopold Weiss, Wien 1898, IV. Maschinen, Werkzeuge, S. 159.
  2. Hans Seper, Martin Pfundner, Hans Peter Lenz: Österreichische Automobilgeschichte. Eurotax, Wien 1999, ISBN 3-905566-01-X, S. 90.
  3. Hans Seper, Martin Pfundner, Hans Peter Lenz: Österreichische Automobilgeschichte. Eurotax, Wien 1999, ISBN 3-905566-01-X, S. 287.