unbekannter Gast
vom 03.12.2017, aktuelle Version,

Bundesgymnasium Zehnergasse

Bundesgymnasium Zehnergasse
Schulform Gymnasium
Gründung 1914
Ort Wiener Neustadt
Bundesland Niederösterreich
Staat Österreich
Koordinaten 47° 48′ 46,9″ N, 16° 13′ 43,3″ O
Schüler etwa 1000
Lehrkräfte etwa 100
Leitung Werner Schwarz
Website www.bgzehnwn.ac.at
Bundesgymnasium Zehnergasse

Das Bundesgymnasium Zehnergasse ist ein Gymnasium in der Stadt Wiener Neustadt in Niederösterreich.

Geschichte

In Wiener Neustadt bewirkte 1889 eine bürgerliche Initiative eine zweiklassige Höhere Töchterschule, welche bis 1894 existierte. Am Anfang des 20. Jahrhunderts durften vereinzelt Mädchen an der Realschule hospitieren und maturieren, der Zutritt zu Universität war jedoch verweigert. Mit der Gründung eines Wiener Neustädter Frauenbildungsvereins im April 1914 konnte ab Herbst 1924 mit einem sechsjährigen Mädchenlyzeum mit 30 Privatschülerinnen begonnen werden. Zum Schuljahr 1922/23 wurde die Schule zum Mädchen-Realgymnasium mit einer vierjährigen statt zweijährigen Oberstufe aufgewertet. 1926 war die erste Matura mit Studienberechtigung an Universitäten. Beim Anschluss Österreichs an Hitler-Deutschland wurde die Schule verstaatlicht und weitergeführt. 2014, nach 100 Jahren, wurde das Bundes(real)gymnasium Zehnergasse koedukativ mit drei Schultypen - Neusprachliches Gymnasium - Wirtschaftskundliches Realgymnasium - Sportrealgymnasium - mit fast 40 Klassen, fast 1000 Schülern und rund 100 Lehrkräften geführt.

Architektur

Von 1962 bis 1964 wurde am heutigen Standort nach den Plänen der Architekten Fritz Steinfelder und Werner Jaksch ein Gymnasium errichtet. Der Bau umfasst einen gewohnten strukturierten Grundriss mit einer effizienten Gangerschließung mit aneinander gereihten annähernd gleich großen Klassenräumen. Drei zentrale übereinander gestapelte Aulen vereinten drei seitliche Trakte, welche das Grundstück in verschiedene Außenräume teilten.

Die Erweiterung und der Umbau der Schule von 2010 bis 2013 mit der Architektin Gabu Heindl nehmen diese Struktur auf und ergänzen zwei weitere Seitentrakte. Dabei entstanden mehrere kleinere Außenhöfe mit verschiedlicher Größe, welchen unterschiedliche Nutzungen zugewiesen wurden. In den neuen Bauteilen wurden Klassentrakte und Sporttrakte ohne Gang und ohne klassische Zimmer gebildet, wodurch unterschiedlich große Lernzonen, Unterrichtsräume und Sportbereiche entstanden, womit auch mit baulichen Veränderungen auf jeweilige Nutzungen reagiert werden kann.

Die Höfe zur Zehnergasse nennen sich links Vorplatz und rechts Vorgarten, in der zweiten Linie links Pausenhof und rechts Lesehof, und in dritter Linie rechts Nachmittagshof und hinten mittig Pergolahof. Ganz hinten schließt der Sportplatz an, welcher auch von der dahinter liegenden Landesberufschule genutzt wird.

Als Kunst am Bau im Altbau befindet sich in der Aula des Erdgeschoßes eine bunte Keramikwand vom Maler Florian Jakowitsch (* 1923), welche das Leben der Nonne und Philosophin Edith Stein (1891–1942) darstellt. Im zweiten Stock befindet sich ein weiteres Wandbild von Jakowitsch, welches „begabte Begleiterinnen“ des Mannes darstellt. In der Aula des ersten Stock ist ein Wandbild in Secco-Technik des Malers Maximilian Melcher (1922–2002), welches mit Papageno und Papagena Die Zauberflöte darstellt. Im Schulhof stehen zwei weibliche Bronzeplastiken (Begegnung) des Bildhauers Kurt Ingerl (1935–1999).

Als Kunst am Bau des Umbaues und der Erweiterung schuf der Bildhauer Manfred Wakolbinger (* 1952) an der schmalen geschlossen Hauptfront des Mitteltraktes eine monumentale Stahlplastik (Cloud) von zwei Pflanzen, welche sich an das Gebäude anlehnen, und auch an die ehemalige Nutzung des Grundstückes als Gärtnerei erinnern. Im Lesehof steht ein plastische Arbeit von Almut Rink (* 1974) mit WE als Prägung und ME als Relief, was daran erinnern soll, dass Lernen durch Prägung stattfindet.

Leitung

  • 1914–1915 Friedrich Trathnigg, hauptberuflich Lehrer am Staatsgymnasium Bundesgymnasium Babenbergerring
  • 1915 Maria Prodinger, interimistisch
  • 1915–1921 Robert Braun, hauptberuflich Lehrer am Landes-Lehrerseminar Wiener Neustadt
  • 1921–1924 Johann List, Professor an der Realschule Wiener Neustadt und nebenberuflich
  • 1924–1930 Hermann Hinghofer, hauptberuflich Direktor am Staatsgymnasium
  • 1930 Stefanie Frisa, interimistisch
  • 1930–1934 Heinrich Brouczek, hauptberuflich Direktor am Staatsgymnasium
  • 1934–1938 Charlotte Poelzl, erste hauptberufliche Direktorin, aus politischen Gründen abgesetzt
  • 1938–1945 Max Langer, mit 1943 auch Direktor der Realschule
  • 1943–1945 Maria Suppan, provisorischen Leiterin im KLV-Lager in Kirchberg am Wechsel
  • 1945–1955 Charlotte Poelzl
  • 1955–1956 Adelheid Eysank, interimistisch
  • 1956–1972 Elfriede Krieger
  • 1972–1973 Friedrich Wagner, interimistisch
  • 1973–1987 Irene Stransky
  • 1987 Irene Brix, interimistisch
  • 1988–2002 Bruno Stachel
  • 2002–2003 Sonja Koch, interimistisch
  • 2002–2004 Karl Meixner, interimistisch
  • seit 2004 Werner Schwarz

Lehrer

Literatur

  • Heinrich Zwittkovits: Vom privaten Mädchengymnasium zu einem modernen Gymnasium - 100 Jahre Bundesgymnasium Zehnergasse. S. 12–59; Werner Pfeifer: Bundesgymnasium Zehnergasse Wiener Neustadt. Kunst am Bau. S. 116–119; Gabu Heindl: Öffentlicher Raum Schule. und Fünf Höfe für die Zehnergasse. Erweiterung und Umbau 2010 bis 2013. S. 120–126. In: 100 Bewegte Jahre. 100 Jahre Gymnasium Zehnergasse Wiener Neustadt. 100 Jahre Mädchenausbildung in Wiener Neustadt. Herausgegeben vom Schulverein Vital4Brain am Bundesgymnasium Zehnergasse, Eigenverlag Schulverein Vital4Brain, Wiener Neustadt 2014, 240 Seiten.
  Commons: Bundesgymnasium Zehnergasse  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien