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vom 11.05.2018, aktuelle Version,

Kirchberg an der Raab

Kirchberg an der Raab
Wappen Österreichkarte
Wappen von Kirchberg an der Raab
Kirchberg an der Raab (Österreich)
Kirchberg an der Raab
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Südoststeiermark
Kfz-Kennzeichen: SO (ab 1.7.2013; alt: FB)
Fläche: 43,9 km²
Koordinaten: 46° 59′ N, 15° 46′ O
Höhe: 370 m ü. A.
Einwohner: 4.446 (1. Jän. 2017)
Postleitzahlen: 8324, 8082, 8322, 8323, 8332, 8341
Vorwahl: +43 3115
Gemeindekennziffer: 6 23 82
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchberg an der Raab 212
8324 Kirchberg an der Raab
Website: www.kirchberg-raab.gv.at
Politik
Bürgermeister: Florian Gölles (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(21 Mitglieder)
16
3
2
16  3  2 
Insgesamt 21 Sitze
Lage der Gemeinde Kirchberg an der Raab im Bezirk Südoststeiermark
Bad GleichenbergBad RadkersburgDeutsch GoritzEdelsbach bei FeldbachEichköglFehringFeldbachGnasHalbenrainJagerbergKapfensteinKirchbach-ZerlachKirchberg an der RaabKlöchMettersdorf am SaßbachMureckMurfeldPaldauPirching am TraubenbergRiegersburgSankt Anna am AigenSankt Peter am OttersbachSankt Stefan im RosentalStradenTieschenUnterlammSteiermark Lage der Gemeinde Kirchberg an der Raab im Bezirk Südoststeiermark (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Kirchberg ist eine Gemeinde mit 4446 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) in der Oststeiermark, etwa zehn Kilometer westlich der Bezirkshauptstadt Feldbach. Im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark ist die Gemeinde seit 2015 mit den Gemeinden Fladnitz im Raabtal, Oberdorf am Hochegg und Studenzen zusammengeschlossen,[1] die neue Gemeinde führt den Namen Kirchberg an der Raab weiter. Grundlage dafür ist das Steiermärkische Gemeindestrukturreformgesetz - StGsrG.[2] Zugleich wurde Kirchberg einen Teil der Katastralgemeinde Oberstorcha in der Gemeinde Oberstorcha erweitert.[3]

Geografie

Kirchberg liegt am Oberlauf der Raab, dort wo die Raab ihr „Knie“ nach Osten macht. Der Ort und die Kirche liegen auf einem Hügel, der das Tal um 70 m überragt, südwestlich des Flusslaufs. Das Gemeindegebiet erstreckt sich südlich der Raab auf den Hügeln des oststeirischen Hügellandes, wo die Ortsteile Wörth und Hof liegen. Etwas weiter abwärts der Raab liegt die Ortschaft Berndorf.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst elf Ortschaften (Bevölkerung am 1. Jänner 2017[4]):

Die Gemeinde besteht aus acht Katastralgemeinden (Fläche 2016[5]):

Nachbargemeinden

Sankt Marein bei Graz
Bez. Graz-Umgebung
Sankt Margarethen an der Raab
Bez. Weiz
Eichkögl
Kirchbach-Zerlach Edelsbach bei Feldbach
Sankt Stefan im Rosental Paldau Feldbach

Geschichte

Eine erste Besiedelung des Kirchbergs lässt sich durch Funde bis in die Jungsteinzeit nachweisen. Auch aus der älteren Eisenzeit gibt es Grabhügel, die entweder von den Kelten oder den Norikern angelegt wurden.

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus 1265, ebenso der Pfarrkirche St. Florian. Aus dem Jahr 1394 stammt eine Stiftungsurkunde für ein „freies Gut Kirchberg“, die aber keinen Besitzer nennt. Im 15. Jahrhundert ist das Geschlecht von Steinpeiss (Steinpeiß), Ende des 16. Jahrhunderts jenes der Zöbinger als Besitzer bekannt. In den Jahren 1634 und 1669 ging das Eigentum in zwei Teilen wieder zurück an Siegmund bzw. an Georg Christof von Steinpeiß, da die Zöbinger finanzielle Probleme hatten.

1696 erwarb Graf Sigbert von Heister die Herrschaft und errichtete das Schloss Unterkirchberg und zahlreiche Teiche am nördlichen Fuß des Hügels. 1821 ersteigerte Fürst Johann Josef Liechtenstein das Schloss und die Besitztümer, welche er bis 1848 beherrschte. Danach entwickelte sich der Ort als selbstständige Gemeinde weiter. Das Schlossgebäude wechselte mehrmals den Besitzer und ist heute im Eigentum von Marie Therese Herberstein, aus dem ehemaligen Adelsgeschlecht.

Zum Ende des Zweiten Weltkriegs bildeten die Stellungen im Raabtal eine wesentliche Barriere gegen die vordringende Rote Armee.

1967 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Wörth eingegliedert.

Einwohnerentwicklung

Politik

Der Gemeinderat wurde aufgrund der Gemeindefusion 2015 von 15 auf 21 Mitglieder erweitert und setzt nach dem Ergebnis der Gemeinderatswahl 2015 aus Mandataren folgender Parteien zusammen:

Die letzten Gemeinderatswahlen brachten folgende Ergebnisse:

Partei 2015 2010
Großgemeinde Kirchberg Fladnitz Oberdorf Studenzen
Stimmen % Mandate St. % M. St. % M. St. % M. St. % M.
ÖVP 2091 71 16 1121 77 12 377 71 7 205 35 3 316 61 6
SPÖ 0403 14 03 0175 12 02 154 29 2 376 65 6 152 29 3
FPÖ 0364 12 02 0153 11 01 nicht kandidiert 050 10 0
Die Grünen 0105 04 00 nicht kandidiert
Wahlberechtigte 3.732 1.669 614 635 573
Wahlbeteiligung 80 % 87 % 88 % 94 % 92 %
Bürgermeister
  • Florian Gölles (ÖVP)

Wappen

Alle Vorgängergemeinden hatten ein Gemeindewappen. Wegen der Gemeindezusammenlegung verloren diese mit 1. Jänner 2015 ihre offizielle Gültigkeit. Die Neuverleihung des Gemeindewappens für die Fusionsgemeinde erfolgte mit Wirkung vom 30. November 2017.[6]

Blasonierung (Wappenbeschreibung): In silbernem, mit acht roten Rosen besätem Schild ein schwarzer Panther, aus rotem, mit einer Stufenpyramide von drei behauenen silbernen Steinen belegtem Berg wachsend. Das im Jahre 1958 verliehene Gemeindewappen ist in der Urkunde folgendermaßen beschrieben: Im roten Schild mit blauem Schildfuß eine goldene Kirche auf gleichfarbigem Dreiberg.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Schloss Kirchberg an der Raab, Gez. v. Kuwasseg, 1830
Pfarrkirche Kirchberg an der Raab
  • Schloss Kirchberg an der Raab: Das Schloss wurde ab 1704 erbaut und mit zahlreichen Fresken und Stuckaturen versehen.
  • Die Pfarrkirche Kirchberg an der Raab hl. Florian war anfangs ein romanischer Bau (vor 1265) und wurde von 1510 bis 1526 durch einen spätgotischen Neubau ersetzt. Dieser erfuhr später zahlreiche barocke Erweiterungen und Umbauten. Die Kirche ist geprägt durch eine spätbarocke Ausstattung. Im Turm befindet sich eine der ältesten Glocken der Steiermark, welche im Jahre 1457 von Hans Mitter in Judenburg gegossen wurde. Bei Renovierungsarbeiten in den 1970er Jahren wurde am Zifferblatt anstelle der „XII“ („12“) irrtümlich eine „XIII“ angebracht. Rund um die Kirche sind Reste des Tabor zu erkennen, die vor allem aus der Zeit der Türkeneinfälle im 15. Jahrhundert stammen. Bei Renovierungsarbeiten wurde ein Ossarium (Beinhaus, Totenkammer) wiederentdeckt, in dem die Gebeine von etwa 500 Menschen gefunden wurden. Es soll sich dabei die Skelette vertriebener Protestanten aus dem Jahr 1600 handeln. Die Totenkammer wurde im Jahr 2013 nur kurz geöffnet und sollte dann für immer geschlossen werden.[7]

Wirtschaft

Kirchberg an der Raab zeigt wirtschaftliche Schwerpunkte in den Bereichen Holzbearbeitung, Metallbau, Fischzucht, Landwirtschaft und Tourismus.

Söhne und Töchter der Gemeinde

  Commons: Kirchberg an der Raab  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
  2. § 3 Abs. 9 Z 2 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG). Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014. Nr. 31, Jahrgang 2014. ZDB-ID 705127-x. S. 3.
  3. § 5 Abs. 4 Z 1 des Steiermärkischen Gemeindestrukturreformgesetzes – StGsrG. S. 5.
  4. Bevölkerung am 1. Jänner 2017 nach Ortschaften (Excel-Datei, 835 KB); abgerufen am 15. Juni 2017
  5. Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, Regionalinformation, Stichtag 31. Dezember 2016, abgerufen am 19. Februar 2017
  6. 100. Verlautbarung der Steiermärkischen Landesregierung vom 23. November 2017 über die Verleihung des Rechtes zur Führung eines Gemeindewappens an die Gemeinde Kirchberg an der Raab (politischer Bezirk Südoststeiermark), abgerufen am 29. November 2017
  7. Eine schaurige Welt unter der Kirche auf ORF vom 1. April 2013 abgerufen am 2. April 2013