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vom 29.04.2017, aktuelle Version,

Missionshaus St. Rupert

Missionshaus St. Rupert
Privatgymnasium St. Rupert

Das Missionshaus St. Rupert als weithin sichtbares Gebäude am Kreuzberg in der Stadtgemeinde Bischofshofen im Bezirk St. Johann im Pongau im Land Salzburg ist eine Gründung des hl. Arnold Janssen der Steyler Missionare und wird als Missionsprivatgymnasium St. Rupert genutzt.

Geschichte

Nach der Gründungsentscheidung im Jahre 1904 erfolgte 1906 die Grundsteinlegung und bereits mit 1907 wurde mit dem Betrieb einer Schule begonnen. Mit dem Ersten Weltkrieg wurde das Gebäude ab 1914 als k. und k. Not-Reserve-Spital genutzt. Von 1925 bis 1929 wurde das Gebäude mit einem Kirchenbau ergänzt. Mit dem Anschluss Österreichs an Hitler-Deutschland wurde das Missionshaus 1939 aufgehoben und diente im Zweiten Weltkrieg ab 1945 als Lazarett. 1946 wurde die Schule wiederaufgebaut. Das Gebäude wurde von 1964/1965 und 1975 restauriert.[1]

Missionshaus

Der viergeschossige breitgelagerte Gebäudekomplex mit mehreren Anbauten und Nebengebäuden wurde in mehreren Bauetappen errichtet und erweitert. Das Hauptgebäude zeigt gegen Westen einen betonten Eckrisalit mit einer zurückgesetzten Mittelfassade und einem gemauerten Giebelaufsatz. Nach Norden erfolgten Anbauten. Nach Süden wurde eine nach Osten ausgerichtete Kirche angebunden, womit ein Innenhof entstand.

Missionsprivatgymnasium

Privatgymnasium St. Rupert
Schulform Humanistisches Gymnasium, Oberstufenrealgymnasium
Gründung 1907
Adresse

Kreuzberg 1

Ort Bischofshofen
Bundesland Salzburg
Staat Österreich
Koordinaten 47° 26′ 2,8″ N, 13° 13′ 20,3″ O
Träger Gesellschaft des Göttlichen Wortes - Missionshaus St. Rupert (SVD)[2]
Schüler 350[2]
Leitung Alois Lechner
Website gym-st-rupert.at

Die Schule der Steyler Missionare ist eine Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht, das als Gymnasium geführt wird. Mit Latein ab der 3. Klasse wird es in der Oberstufe entweder als humanistisches Gymnasium oder als Oberstufenrealgymnasium weitergeführt.[3] Maturiert werden kann neben Englisch, Französisch, Griechisch, Spanisch, Italienisch auch in Informatik.

Die Schule hat etwa 350 Schüler.[2]

Missionskirche hl. Rupert

Die neobarocke Missionskirche am Kreuzberg (Kreuzbergkirche) als Südtrakt des Missionshauses hat über einem abgesetzten Sockelgeschoß eine Fassade mit Wandpfeilergliederung und einen eingezogenen niedriger Chor mit polygonalem Schluss. Der neobarocke Turm mit Eckpilastern hat im Glockengeschoß Rundbogenfenster und über einem geschwungenen Abschlussgesims einen Zwiebelhelm.

Langhaus der Missionskirche Hl. Rupert
Orgelempore der Missionskirche Hl. Rupert

Das siebenjochige rechteckige Langhaus unter einem Tonnengewölbe auf Gurtbögen und Pfeilern hat Rundbogenöffnungen zu den kreuzgratgewölbten Seitenkapellen. Über den Seitenkapellen (?) ist ein rundbogig geöffnetes Emporengeschoß in Verbindung mit der Orgelempore im Westen. Hinter dem rundbogigen Triumphbogen ist ein im Fußboden erhöhter eingezogener Chor unter einem Tonnengewölbe auf Pilastern und einem umlaufenden profilierten Gesims.

Der neobarocke Hochaltar aus 1961 zeigt ein Altarblatt des Malers Wolfram Köberl flankiert von zwei Säulen mit einem profilierten Gesims. Darüber der Hl. Geist im Strahlenkranz mit seitlichen Engeln. Die neobarocken Seitenaltäre von 1929 an den abgeschrägten Wänden des Triumphbogens, links ein Christkönigaltar, rechts ein Marienaltar, tragen die Konsolfiguren Herz-Jesu und hl. Maria und im Aufsatz Engel. In den Seitenkapellen sind zum Teil einfach Holzaltäre, welche zum Teil modern ausgestattet sind.

  • Altar der Unschuldigen Kinder mit Altarblatt von Philipp Schumacher
  • Altar des Verlorenen Sohnes mit Altarblatt Verlorener Sohn als Kopie von Pompeo Batoni
  • Altar zum hl. Bruder Konrad von Parzham mit Altarblatt von Pater Philipp Schumacher, einem Sohn des vorher genannten Malers
  • Altar zum hl. Joseph mit Schnitzfigur hl. Joseph im Strahlenkranz vom Bildhauer Josef Staud
  • Altar zum hl. Arnold Janssen nach Entwurf mit Bild vom Maler Ferdinand Kubitschek (1980)
  • Altar der Befreiung des Apostels Petrus aus dem Kerker mit Schnitzwerk von Josef Staud
  • Altar zum hl. Josef Freinademetz mit Bild vom Maler Ferdinand Kubitschek[4]

Die Orgel ist aus dem Jahre 1950.

Friedhof des Missionshauses St. Rupert

Missionshausfriedhof mit Kapelle

Der Friedhof steht östlich des Missionshauses in einer Waldlichtung und ist von einer Mauer umgeben und wurde nach 1910 angelegt. Der neugotische rechteckige Kapelle mit einem runden Abschluss unter einem Satteldach hat einen gemauerten Giebel mit Gesims und seitliche Wand- und Stützpfeiler und einen Dachreiter. In dem Friedhof sind u. a. die Gräber von 79 Soldaten des Zweiten Weltkriegs, die im hiesigen Lazarett starben.

  Commons: Missionshaus St. Rupert  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Nachweise

  1. Geschichte von St. Rupert, steyler.eu
  2. 1 2 3 Missionsprivatgymnasium St. Rupert - Bischofshofen, Katechetische Amt der Erzdiözeses Salzburg, katamt.kirchen.net
  3. Besondere Inhalte, steyler.eu
  4. Ferdinand Kubitschek (1912–1992): Ausstellung 100 Jahre Ferdinand Kubitschek Stadtzeitung. In: Bischofshofen informiert. Oktober 2012 (pdf, bischofshofen.at).