unbekannter Gast
vom 13.05.2017, aktuelle Version,

Rot-blaue Koalition

SPÖ
FPÖ

Als rot-blaue Koalition bezeichnet man in Österreich eine Koalition zwischen der Sozialdemokratischen Partei Österreichs (SPÖ) und der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ). Die hypothetische Entsprechung in Deutschland wäre beispielsweise eine Koalition zwischen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) und der Alternative für Deutschland (AfD), die jedoch gemeinhin als unwahrscheinlich gilt.

Bundesebene

Auf Bundesebene ergab sich eine solche Konstellation bisher nur einmal von 1983 bis 1987 unter den Bundeskanzlern Fred Sinowatz und Franz Vranitzky und dem Vizekanzler Norbert Steger (FPÖ). Als 1986 der liberale Kurs der FPÖ durch die Wahl Jörg Haiders zum Bundesparteiobmann beendet wurde, zerbrach auch die Koalition, da Haider eine betont nationalistische und rechtspopulistische Ausrichtung vertrat.

Landesebene

Kärnten

Auch nach der Landtagswahl in Kärnten 2004 wurde eine blau-rote Koalition gebildet, die SPÖ wählte Jörg Haider zum Landeshauptmann. Nach der Abspaltung des Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) von der FPÖ ging diese in eine orange-rote Koalition über.

Burgenland

Nur fünf Tage nach der Landtagswahl im Burgenland 2015 einigten sich SPÖ und FPÖ auf eine gemeinsame Regierung. Aufgrund des von der FPÖ mit ausländerfeindlichen Aussagen geführten Wahlkampfes und eines SPÖ-Parteitagsbeschlusses, der Koalitionen mit der FPÖ auf allen Ebenen verhindern sollte, war dies innerhalb der SPÖ stark umstritten.[1][2]

Einzelnachweise

  1. Peter Mühlbauer: Burgenland: Neuauflage der Chianti-Koalition. Telepolis, 5. Juni 2015, abgerufen am gleichen Tage.
  2. Burgenland: Sozialdemokraten regieren gemeinsam mit FPÖ - jetzt wirklich. Spiegel Online, 5. Juni 2015, abgerufen am gleichen Tage.