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vom 21.04.2018, aktuelle Version,

Schlick (Österreich)

Schlick
Schlick von Norden; rechts: Kalkkögel ( Schlicker Seespitze, Riepenwand, Große Ochsenwand), links: Niederer und Hoher Burgstall

Schlick von Norden; rechts: Kalkkögel (Schlicker Seespitze, Riepenwand, Große Ochsenwand), links: Niederer und Hoher Burgstall

Lage Tirol, Österreich
Gewässer Schlickerbach
Gebirge Stubaier Alpen
Geographische Lage 47° 9′ 17″ N, 11° 18′ 8″ O
Schlick (Österreich) (Tirol)
Schlick (Österreich)
Gestein Kalkstein
Länge 5 km

Die Schlick ist ein 5 km langer Talschluss in den Stubaier Alpen rund um die Schlickeralm (1643 m) zwischen den Kalkkögeln (Schlicker Seespitze, 2804 m) und dem Stubaital in Tirol (Österreich). In der Schlick entspringt der Schlickerbach, der in Fulpmes in die Ruetz mündet.

Geschichte

Vom 14. bis zum 16. Jahrhundert schürfte man in der Schlick nach Eisen und Gold (erste Nennung eines Hammers am Schlickerbach 1352). Neben lokaler früher Kleineisenindustrie wurde das Eisen von Hausierern weitergehandelt. Als im 16. Jahrhundert die Vorkommen erschöpft waren, stellt man auf Schmiedegewerbe um. Dadurch blieb Fulpmes bis heute Industrieort (Marke Stubai).[1]

Skigebiet Schlick 2000

Schlick 2000
Kreuzjochbahn

In der Schlick befindet sich das Skigebiet Schlick 2000. Mit einem Einersessellift wurde 1959 die erste Bahn der Schlick erbaut. Der Lift führte von Fulpmes zum Bereich der heutigen Mittelstation um die Froneben-Alm.[2] Ein Jahr später wurde ein weiterer Einersessellift auf das Sennjoch errichtet. Ein weiteres Jahr später wurde der noch heute genutzte Galtalmlift gebaut. 1973 folgte der Zweiersessellift auf das Kreuzjoch und 1977 das Panoramarestaurant an selbiger Stelle. 1988 wurde der Einersessellift auf das Sennjoch durch einen Vierersessellift ersetzt.[3]

Heute befördert eine Gondelbahn in zwei Sektionen (Baujahr 1993 & 1995)[4] Wintersportler bis auf das 2136 m hohe Kreuzjoch. Dort stehen ein 4er-Sessellift sowie sechs Schlepplifte am Fuße der Kalkkögel zur Verfügung, mit einer Beförderungskapazität von 12620 Personen pro Stunde.[4] Von den 25 Pistenkilometern (16 km leicht, 8 km mittel, 1 km schwer) können 75 % beschneit werden. Zusätzlich gibt es eine 2 km lange Skiroute von der Bergstation zur Schlickeralm.[5] Seit im Jahr 2006 die 2,6 km lange Talabfahrt errichtet wurde, verfügt die Schlick über die längste beschneibare Talabfahrt des Stubaitals.[6] Zu Beginn der Saison 2007 führte die Schlick als erstes Skigebiet in Tirol das Skiline-System ein, das den Skifahrern ermöglicht, ihre gefahrenen Höhenmeter zu speichern und auszuwerten.[7] Zur Saison 2013/14 werden die beiden Zirmachlifte durch eine 6er-Sesselbahn ersetzt.[8] Im Jahr 2017 wurde die fix geklemmte 4er-Sesselbahn Panoramabahn des Skigebiets Patscherkofelbahn[9] erworben und als Panoramabahn Kreuzjoch aufgebaut; diese ersetzt den Schlepplift Kreuzjoch.[10][11]

Die mit 6 km längste Abfahrt des Gebiets führt vom Sennjoch vorbei an der Schlickeralm und der Mittelstation zur Talstation und überwindet 1240 Höhenmeter. Die schwerste Piste ist der sogenannte Zirbenschuss, der auf einem Kilometer 289 Höhenmeter überwindet.[5] Zusätzlich steht auf der Abfahrt vom Sennjoch eine Speedstrecke zur Verfügung.

Weitere Sportarten

Der Niedere und der Hohe Burgstall sind beliebte Ziele für Skitourengänger, die die beiden Gipfel vom Kreuzjoch in circa 2 Stunden erreichen können.[12]

Eine Rodelbahn führt von der Mittelstation Froneben zur Talstation der Kreuzjochbahn. Seit 2008 kann die Strecke beleuchtet werden und steht auch für Nachtrodler zur Verfügung.[13][14] Des Weiteren gibt es eine Rodelbahn, die von der Vergör-Alm zur Talstation führt.

Im Bereich der Schlickeralm steht für Langläufer eine 3,5 km lange Höhenloipe zur Verfügung. Sie führt im Bereich des Schlickerboden durch Lärchen- und Fichtenwälder mit einem Höhenunterschied von 75 m.[15] Aufgrund der Höhe gilt die Loipe als sehr schneesicher.[16]

Übersicht der Liftanlagen

Zurzeit (Skisaison 2017/2018) beinhaltet die Schlick 2000 2 Gondelbahnen, 3 Sessellifte, 3 Schlepplifte und 1 Tellerlift.[17][18][19]

Name Typ Bahnlänge Talstation Bergstation Kapazität /per h Baujahr
Kreuzjochbahn 1 6er Gondelbahn 0925 m 1000 m 1350 m 2000 1995
Kreuzjochbahn 2 6er Gondelbahn 2430 m 1350 m 2100 m 2000 1993
Sennjoch 4er Sesselbahn 1950 m 1935 m 2225 m keine Angabe 1988
Zirmachbahn 6er Sesselbahn 0825 m 1645 m 2220 m 1800 2013
Panoramabahn Kreuzjoch 4er Sesselbahn 0577 m 1913 m 2112 m 2000 2017
Schanzlin Schlepplift 0500 m 1290 m 1365 m 0800 1980
Schlickerboden Schlepplift 0500 m 1645 m 1720 m 0800 1966
Galtalm Schlepplift 0720 m 1320 m 1600 m 0520 1961
Ronny's Tellerlift Tellerlift 0140 m keine Angabe keine Angabe 0700 2004

Ausbaupläne

Die seit langem angestrebte und umstrittene Verbindung mit der Axamer Lizum[20][21] ist aufgrund des Ruhegebiets Kalkkögel nach Aussage der Tiroler Landesregierung im März 2015 nicht umsetzbar.[22][23]

Geplant wird (Stand November 2017) eine Zubringerbahn als Gondelbahn aus Neustift im Stubaital mit der Talstation zwischen Neustift und Neder, der Mittelstation im Bereich der Kaserstattalm und der Bergstation im Bereich des Sennjochs. Die Kosten werden auf 19 Mio. Euro geschätzt. Eine Skiabfahrt in die „Goldsutte“ soll errichtet werden.[24] Ein sehr ähnliches Projekt wurde 1985 nach einer negativen Begutachtung seitens der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck-Land fallengelassen; dort hieß es, dass „eine Erschließung […] äußerst gravierende und irreversible Schäden am Naturhaushalt und am Landschaftsbild bedeuten würde und deshalb strikt abzulehnen ist“, und „aufgrund der extremen Steilheit, der ständigen Rutschungen und der häufigen Lawinengefahr die gewaltigen Eingriffe in den Naturraum in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen würden“. Der Alpenverein Innsbruck sieht die Erschließung der „Goldsutte“ als Vorstufe zum „Brückenschlag“ mit der Axamer Lizum.[25]

Sommertourismus

Aussichtsplattform Stubaiblick

Rund um die Schlick sind etwa 65 km Wanderwege in allen Schwierigkeitsgraden vorhanden, die zum Teil mit der auch im Sommer betriebenen Kreuzjochbahn erreicht werden können. Mehrere Themenwege, wie der Panoramaweg von der Bergstation zum StubaiBlick, einer Aussichtsplattform die Ausblick über die Kalkkögel sowie bis zum Wilden Kaiser und ins Zillertal gewährt, einem Alpenpflanzenlehrpfad, einem Erlebnisweg und ein Erlebnispark werden im Sommer den Wanderern angeboten.[26][27]

Hütten und Almen

Starkenburger Hütte unterhalb des Hohen Burgstalls

Im Bereich der Schlick befinden sich viele Hütten und Almen, die von der Kreuzjochbahn oder aus dem Stubaital zu erreichen sind. Der Aufstieg zur Starkenburger Hütte (2237 m Ausgangspunkt Fulpmes, Neustift oder Bergstation der Kreuzjochbahn) ist Bestandteil des Stubaier Höhenweges und viel begangener Weg. Im Talkessel befindet sich die Schlickeralm (1645 m), die als beliebter Stützpunkt für Touren auf die Kalkkögel gilt. In der direkten Umgebung der Alm liegt auch der Panoramasee, der im Winter für die Beschneiung der Pisten dient und im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel für Familien ist.[28] Weitere Almen im Gebiet der Schlick sind die Sennjochhütte, die Fronebenalm, die Galtalm und die Brugger Alm. Bis auf die Starkenburger Hütte liegen alle Hütten im Wintersportgebiet Schlick 2000. Die Pfarrachalm, Kaserstattalm und Vergör-Alm sind ebenfalls aus der Schlick schnell zu erreichen. Über die Schlicker Scharte lässt sich das Oberbergtal und die Franz-Senn-Hütte erreichen, während über die Alpenklubscharte Zugang zur Adolf-Pichler-Hütte besteht.

Berggipfel

Von der Schlick lassen sich alle Gipfel der Kalkkögel besteigen. Die beliebtesten Touren sind hierbei die Schlicker Seespitze (2804 m), der Klettersteig über die Große und Kleine Ochsenwand (2700 m & 2553 m), der Steingrubenkogel (2633 m), die Marchreisenspitze (2620 m) und der Ampferstein (2556 m). Über das Sennjoch sind der Niedere und der Hohe Burgstall (2436 m & 2611 m) erreichbar, von wo aus sich ein herausragender Rundumblick über das Oberbergtal, das Stubaital, den Serleskamm und die Schlick bietet.[29]

Südflanke der Kalkkögel, vom Kreuzjoch aus

Schlickeralmlauf

Hauptartikel: Schlickeralmlauf

Seit 1989 findet jedes Jahr ausgehend von Telfes im Stubai der Schlickeralmlauf statt, der über das Plövner Loch zur Schlickeralm führt (Normalstrecke) oder weiter über die Zirmachalm auf das Kreuzjoch (Masters-WM-Strecke).[30][31] Die 11,5 km lange Strecke hat einen Höhenunterschied von 1100 m und gilt unter professionellen Läufern als eine der schönsten aber auch anspruchsvollsten Prüfungen im Weltcup. 2013 wurde das Ziel vom Sennjoch zur Bergstation der Kreuzjochbahn verlegt, wodurch die Anzahl der Höhenmeter von 1310 auf 1100 abgenommen hat.[32] Die kurze Strecke ist 7,5 km lang und überwindet 650 Höhenmeter.[33] Am Rande des Hauptlaufs gibt es am Vortag noch weitere Veranstaltungen, wie ein speziell für Kinder veranstaltetes Rennen, einen Benefizlauf sowie den Crosslauf Telfer Wiesen Run.[34]

Siehe auch

  Commons: Schlick  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Schlick (Österreich), in der Datenbank Geschichte Tirol des Vereines „fontes historiae – Quellen der Geschichte“
  2. 50 Jahre Schlick 2000, snow-online.de
  3. Presseberichte um die Schlick 2000, schlick2000.at
  4. 1 2 Lifte der Schlick 2000, skiresort.de
  5. 1 2 Pisten der Schlick 2000, skiresort.de
  6. Schlick 2000 auf meinstubaital.com
  7. Skiline - Auf zu neuen Höhen in der Schlick 2000, schlick2000.at
  8. Beheizte sechs Sitzplätze statt schleppen, meinbezirk.at
  9. Panoramabahn. In: Skiresort.de. Abgerufen am 27. Dezember 2017.
  10. Tiroler Tageszeitung Online: Alte Kofelbahn fährt nun in in der Schlick ihre Runden. In: Tiroler Tageszeitung Online. 30. November 2017 (tt.com [abgerufen am 7. Januar 2018]).
  11. Panoramabahn Kreuzjoch. In: Skiresort.de. Abgerufen am 27. Dezember 2017.
  12. Skitour vom Kreuzjoch auf den Niederen und Hohen Burgstall, almenrausch.at
  13. Schlick (Talabfahrt). In: Winterrodeln.org. Abgerufen am 13. Januar 2018.
  14. Schlicker Talabfahrt. In: stubai.at. Abgerufen am 13. Januar 2018.
  15. Langlaufen im Skigebiet Schlick 2000, mountainstar.info
  16. Christian Haas: DSV Ski Atlas 2011. Hrsg.: Deutscher Skiverband e.V. Motor Presse Stuttgart, 2011, ISBN 978-3-9812341-2-1, S. 129.
  17. Lifte Schlick 2000. In: Skiresort.de. Abgerufen am 27. Dezember 2017.
  18. Neuerung in der Schlick 2000, skiresort.de
  19. Liftdaten, lift-world.info
  20. Werben für Zusammenschluss Schlick - Lizum. In: tirol.orf.at. 28. Februar 2012, abgerufen am 7. Januar 2018.
  21. OeAV: Erschließungsstopp für Schutzgebiete. In: tirol.orf.at. 21. Dezember 2009, abgerufen am 7. Januar 2018.
  22. "Brückenschlag": Für ÖVP nicht umsetzbar - tirol.ORF.at. In: tirol.orf.at. 3. März 2015, abgerufen am 15. März 2016.
  23. Gutachten zu Kalkkögel: Projekt Brückenschlag nicht möglich. In: Tiroler Tageszeitung Online. 2. März 2015, abgerufen am 15. März 2016.
  24. Neustift nähert sich Schlick an. In: Tiroler Tageszeitung Online. 15. November 2017 (tt.com [abgerufen am 7. Januar 2018]).
  25. Tat-Ort Kalkkögel. „Brückenschlag“ durch die Hintertür? In: Alpenverein Innsbruck (Hrsg.): Innsbruck Alpin. Nr. 1/2018, S. 31–33 (alpenverein.at [PDF]).
  26. TVB Stubai Tirol (Hrsg.): STUBAImagazin. Bezirksblätter Tirol, 2013, S. 26.
  27. Sommerprospekt der Bergbahnen im Stubaital, hotelinfo.at
  28. Erlebnisweg am Panoramasee, schlick2000.at
  29. Wanderpanorama Schlick 2000, schlick2000.at
  30. Strecke des Schlickeralmlaufs, sv-telfes.at
  31. Geschichte des Schlickeralmlaufs, sv-telfes.at
  32. Bis zum Limit! Der 25. internationale Schlickeralmlauf, meinbezirk.at
  33. Karl Künstner: Der Stubaier. Hrsg.: TVB Stubai Tirol. Bezirksblätter Tirol, 2013, S. 5.
  34. Berglauf und Rahmenbewerbe in Telfes im Stubai, sv-telfes.at