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vom 21.08.2016, aktuelle Version,

Sitzenhart

Sitzenhart (Dorf)
Ortschaft
Katastralgemeinde Sitzenhart
Sitzenhart (Österreich)
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Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Hollabrunn (HL), Niederösterreich
Pol. Gemeinde Sitzendorf an der Schmida
Koordinaten 48° 36′ 41″ N, 15° 58′ 41″ Of1
Höhe 297 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 93 (1. Jänner 2015)
Fläche d. KG 3,72 km²
Postleitzahl 3714 Sitzendorf an der Schmida
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 03864
Katastralgemeinde-Nummer 9053
Zählsprengel/ -bezirk Sitzenhart (31043 003)

Luftaufnahme von Sitzenhart
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; NÖGIS

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Sitzenhart ist eine Ortschaft und eine Katastralgemeinde der Marktgemeinde Sitzendorf an der Schmida im Bezirk Hollabrunn im westlichen Weinviertel in Niederösterreich.

Geographie

Die Katastralgemeinde Sitzenhart umfasst ein Gebiet von 3,72 km², der Ort mit gassengruppenartiger Erweiterung im Nordwesten liegt etwa 3,5 km nordöstlich von Sitzendorf und erstreckt sich entlang der durch den Ort führenden Landesstraße L 35. Die Ortschaft hat 93 Einwohner (Stand 2015).[1]

Am südlichen Ortsausgang reihen sich an der L 35 Weinkeller mit ihren trauf- und giebelständigen Presshäusern oder gemauerten Kellervorbauten, sogenannten „Vorkappln“ aneinander. Diese Kellerbauten sind zunächst noch mit Wohnhäusern durchmischt. Sie prägen mit ihren Sattel-, Walm- und Schopfwalmdächern die Ortseinfahrt. Die Mehrzahl stammt aus dem 19. Jahrhundert, mehrere gehen auch auf das 18. Jahrhundert zurück.[2]

Geschichte

Der Ortsname ist etymologisch als Wald (alt- und mittelhochdeutsch „hart“ = Bergwald/Wald) zu deuten, der – wie auch Sitzendorf – seinen Namen nach Graf Sieghard V. vom Chiemgau aus dem Geschlecht der Sieghardinger trägt, der auch Sicco oder Sizzo genannt wurde. Nicht nur die Namensherkunft sondern auch die geschichtliche Entwicklung gleicht weitgehend jener des Hauptortes der Gemeinde.

Der Ort, dessen Siedlungsspuren aufgrund von Keramikfunden bis ins Neolithikum nachweisbar sind, wurde erstmals im Jahre 1285 urkundlich erwähnt und befand sich in dieser Zeit unter der Herrschaft der Kuenringer. 1285 stiftete Leutold I. von Kuenring-Dürnstein einen Hof in Sitzenhart dem Dominikanerinnenkloster Imbach (aufgelöst 1782). Als Zeuge für diese Stiftung fungierte Herzog Albrecht I., der auch das Stiftungsdokument siegelte.

Vermutlich hatten die Kuenringer Sitzenhart bis weit nach 1300 inne. Nach ihnen sind weitere Geschlechter verbrieft, wie etwa die Herren von Dachsberg und die Herren von Roggendorf. Bis 1965 war Sitzenhart eine selbständige Gemeinde, ehe sie mit Wirkung vom 1. Jänner 1966 Teil der Großgemeinde Sitzendorf wurde. [2]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Literatur

  • Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Niederösterreich nördlich der Donau. Bearbeitet von Evelyn Benesch, Bernd Euler-Rolle u.a. Verlag Anton Schroll & Co, Wien 1990, ISBN 3-7031-0652-2, S. 1096
  • Heimatbuch der Marktgemeinde Sitzendorf an der Schmida „Daheim in Sitzendorf“, ISBN 3-200-00577-7 herausgegeben von Mag. Peter Aichinger-Rosenberger 2006 im Auftrag der Marktgemeinde Sitzendorf an der Schmida.

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2015 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.5.2015), S. 57 (PDF; 3,9 MB)
  2. 1 2 Heimatbuch S. 705 ff.