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vom 03.06.2017, aktuelle Version,

Worms (Gemeinde Bartholomäberg)

Worms (Höhensiedlung)
Worms (Gemeinde Bartholomäberg) (Österreich)
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Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Bludenz (BL), Vorarlberg
Gerichtsbezirk Montafon
Pol. Gemeinde Bartholomäberg
Ortschaft Bartholomäberg
Koordinaten 47° 5′ 53″ N,  54′ 42″ O
Höhe 1340 m ü. A.
Postleitzahl 6780f1
Statistische Kennzeichnung
Zählsprengel/ -bezirk Bartholomäberg (80101 000)

Maienssäss Hütten im Gebiet Worms
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; VoGIS

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Worms ist ein Siedlungsplatz in der Nähe eines prähistorischen Bergbaugebietes im Gemeindegebiet von Bartholomäberg dem Sonnenbalkon des Montafons. Ein faszinierender Aussichtspunkt auf die Rätikonberge, den unter anderem auch die Panoramazeichner gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu schätzen wussten. So hat zum Beispiel der Künstler J. Müller-Wegmann von diesem Ort aus im Jahre 1878 das Panorama „DER RÄTIKON (Nordseite)“ gezeichnet. Heute besteht der Ortsteil nur noch aus einem Gehöft und einigen Maiensässhütten.

Geographie

Der Ortsteil befindet sich oberhalb des Dorfzentrums der Gemeinde Bartholomäberg am Abhang der Bergkette des westlichen Verwalls resp. der Südflanke vom Wannaköpfle (2032 m ü. A) und Itonskopf (2089 m ü. A).

Östlich befinden sich die Vorsäß Sasella, nördlich die Almein und der kleine Fritzensee (Fritzasee).[1] Südlich das Dorfzentrum Bartholomäberg, Westlich der Ortsteil Lutt.

Geschichte, Geologie und Bergbau, Schaubergwerk

Ein interdisziplinäres Forschungsprojekt widmete sich im Montafon Fragen der ältesten Besiedlungsgeschichte einer Tallandschaft und der prähistorischen Nutzung der Kupfer- und Eisenerze in einer inneralpinen Siedlungskammer. Und inwieweit die Höhensiedlungen Bewirtschaftung, Weidenutzung und Ackerbau, von den Tätigkeiten im Bergbau beeinflusst wurden.

Die Spuren des Bergbaus am Bartholomäberg reichen in die Steinzeit zurück, Siedlungsspuren sind 7000 Jahre alt. Hier wurden in der schmalen Grauwackenzone unter anderem Silber, Eisen und Kupfer gewonnen. Der Bergbau im Montafon erlebt im Hoch- und Spätmittelalter eine Blüte und endet ab dem 16. Jahrhundert.[2] In der Parzelle Worms, dem ehemaligen Bergbaurevier Knappagruaba, sind zeitweise 150 Stollen in Betrieb gewesen,[3] die Spuren sind im Gelände sichtbar (überwachsene Haldenfluren).

Schaustücke gibt es im Museum Silbertal, und 2010 wurde bei der Garsellaalpe der St.-Anna-Stollen als das bisher einzige Schaubergwerk Vorarlbergs eröffnet. Es entstand auf Betreiben des Vereines Historisches Bergwerk.[4][5] Er ist in den Bartholomäberger Geologischen Lehrwanderweg eingebunden.[6]

Tourismus

Neben dem Bergwerk, zu dem zu den Besichtigungszeiten Shuttlebusse von Bartholomäberg fahren, ist die Gegend Worms und die ganze „Sonnentrasse“ beliebtes Wandergebiet. Hier führen zahlreiche Wege in den Verwall, gegen das Silbertal hin und als Höhenwege Illtal-auswärts.

Literatur

  • Jochen Hofmann, Christian Wolkersdorfer: Der historische Bergbau im Montafon. Heimatschutzverein Montafon, Schruns 2013, ISBN 978-3-902225-51-1 (Digitalisat [PDF]).

Einzelnachweise

  1. Land Vorarlberg, Amt der Landesregierung – Umweltschutz (Hrsg.): Fritzensee. Limnologische Untersuchung. (pdf). Online Fritzensee (WebGIS), vorarlberg.at • Umwelt und Lebensmittel • Flüsse.Seen.Bäderhygiene.
  2. Bergbau am Bartholomäberg – Halden, Stollenmundlöcher und Pingen. In: Gemeinde Bartholomäberg, Stand Montafon (Hrsg.): Frühe Besiedlungsgeschichte und Bergbau. ((pdf), kristberg.at [abgerufen am 14. Juni 2011]).
  3. Wander-Tipp: Silber unter den Sohlen, Sonne über den Gipfeln. landhaus-rudigier.at, abgerufen am 14. Juni 2011 (PDF; 41 kB).
  4. Nadine: Eröffnung des Historisches Bergwerkes Bartholomäberg. In: mi-muntafu.at. kasper consulting, 13. August 2010, abgerufen am 14. Juni 2011.
  5. Bergwerk in Bartholomäberg wieder offen. vorarlberg.orf.at, 5. August 2010.
  6. Geologischer Lehrwanderweg, Montafon Tourismus, galileo.telesis.at