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Backstage: Die junge Dynamik#

(Kunst und KI)#

von Martin Krusche

Ich gab schon einige erstaunliche Beispiele gesehen, mit welchen Ergebnissen jemand auf das Kunstfeld vordringt und dabei Mittel einer „Künstlichen Intelligenz“ nutzt. Besorgte Äußerungen im Bangen um eine harte Konkurrenzsituation zwischen Menschen und Maschinensystemen sind nicht mehr zu überhören.

Krusche by KI: Maschinist statt Professor.
Krusche by KI: Maschinist statt Professor.

Die Debatte darüber, womit wir es da zu tun haben, aber auch die Frage nach notwendigen, also neuen Strategien im Kunstbetrieb, suche ich vorerst vergeblich. Da wir uns im „Archipel“ allerdings mit diesem Themenkomplex befassen, kenn ich schon allerhand Einwände, die mich auch persönlich erreicht haben. (Sie finden am Seitenende eine Reihe von Links zu meinen einschlägigen Notizen.)

Bisher hauptsächlich Ressentiments. Teils kühne Behauptungen, die sachlich nicht näher begründet und belegt werden, teils sogar geistlose Beschimpfungen. Gewissermaßen ein Klassiker in der unbedarften Reaktion auf eine Modernisierungskrise.

Junge Dynamik#

Ich gehe seit Jahren davon aus, daß wir vor allem einmal ein semantisches Problem zu lösen haben. Werk ist Werk, egal, ob von einem Menschen oder von einer Maschine geschaffen. Aber ich kennen bisher keinen guten Grund, den Begriff Kunst auch auf die Werke von Maschinen anzuwenden; zumal Biographie, leibliche Sinnlichkeit, Welterfahrung und Intention zu den insgesamt noch mehr Fundamenten dessen gehören, was wir bisher als Kunstwerke verhandelt haben.

Im Rückblick auf die vergangenen Jahre und auf mein vertrautes Milieu taucht das Thema „Künstlich Intelligenz“ kaum in irgendwelchen Debatten auf. Bis 2024 war es speziell interessierten Personen vorbehalten. Allerdings veröffentlichte die steirische Landes-Abteilung 9 (Kultur, Europa, Sport) in eben diesem Jahr 2024 den „Maßnahmenkatalog zur Kulturstrategie 2030“ mit „Empfehlungen der steirischen Kunst- und Kulturszene für die Politik“.

Darin gibt es ein Kapitel „Künstliche Intelligenz in Kunst und Kultur“ mit Hinweisen wie dem folgenden: „Besonders mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) sind Beschleunigungsprozesse im Bereich der Grunddigitalisierung zu erwarten. Dafür muss in die technische Entwicklung (z.B. Training von KI-Systemen) systematisch investiert werden.“

Es hagelt Know how-Angebote aller Arten.
Es hagelt Know how-Angebote aller Arten.

Anschließend wurden zwei Ziele notiert: „Erfassen des Potentials von KI-Systemen“ und „Bewusstsein für den politischen Aspekt schaffen – Alternativen etablieren“. Ich kenne allerdings seither keine Hinweise, daß in unserem regionalen Milieu an diesen Themen und Aufgaben gearbeitet worden wäre.

Die aktuelle Lage#

Und? Nichts und! Die junge Dynamik des Themas und die enorme Schubkraft der technischen Innovationen, haben für mich noch kaum zu erkennbaren Arbeitsschritten in meinem Milieu geführt. Viel Polemik, wenig Greifbares.

Das Jahr 2025 hab ich vor allem dadurch in Erinnerung, daß via Social Media plötzlich eine Flut von KI-bezogenen Dienstleistungs- und Informationsangeboten daherkam. Das sah dann 2026 ganz anders aus. Da boomte plötzlich der Alarmismus. Es wurden sogar reißerische Warnungen verbreitet, die KI könne und möchte vielleicht dereinst die Menschheit auslöschen.

Ich vermute, derart frivole Weltuntergangsphantasien sind eine Zuflucht für Leute, denen der Wissenserwerb lästig ist. Da wir nun seit mehr als zweihundert Jahren in einer permanenten technischen Revolution leben, ist das eine fatale Pose.

Ich hab inzwischen eine Gelegenheit gefunden, mit dem Thema in die Praxis zu gehen. Mathematiker Heimo Müller hat mir ermöglicht, eine Idee sehr konkret zu erkunden, die ich speziell auf die Genres Kunst die Kultur beziehe. Das ist derzeit: „Die hybride Redaktion“ (Mit Margarethe, KI-Persona, in der dritten Projektphase).



Zum Thema (2024-2026)#