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vom 23.04.2018, aktuelle Version,

Brigitte Bierlein

Brigitte Bierlein (2018)

Brigitte Bierlein (* 25. Juni 1949 in Wien) ist eine österreichische Juristin und Präsidentin des Verfassungsgerichtshofs der Republik Österreich. Zuvor war Bierlein von 1990 bis 2003 Generalanwältin bei der Generalprokuratur beim Obersten Gerichtshof und von 2003 bis 2018 Vizepräsidentin des Verfassungsgerichtshofs.

Ausbildung und Werdegang

Brigitte Bierlein wurde am 25. Juni 1949 in Wien geboren und besuchte nach dem Absolvieren der Pflichtschule das Bundesgymnasium Wien III, wo sie 1967 die Matura ablegte. Anschließend nahm sie das Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien auf und absolvierte dieses in Mindestzeit, sodass sie bereits im Jahr 1971 zur Doktorin der Rechtswissenschaften promoviert wurde. Nach dem richterlichen Vorbereitungsdienst und abgelegter Richteramtsprüfung im Jahr 1975 war Bierlein als Richterin zunächst am Bezirksgericht Innere Stadt in Wien sowie in weiterer Folge am damaligen Strafbezirksgericht Wien tätig. 1977 wurde sie Staatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Wien mit Zuständigkeit für allgemeine und politische Strafsachen. Im Jahr 1986 wechselte Brigitte Bierlein als Oberstaatsanwältin zur Oberstaatsanwaltschaft Wien.

Ab 1987 war sie in der Strafrechtssektion des Bundesministeriums für Justiz tätig und kehrte anschließend wieder als Oberstaatsanwältin zur Oberstaatsanwaltschaft Wien zurück. 1990 wurde sie als erste Frau Generalanwältin in der Generalprokuratur beim Obersten Gerichtshof und war dort auch stellvertretende Leiterin der Generalprokuratur. Brigitte Bierlein engagierte sich auch außerhalb ihrer beruflichen Tätigkeit in juristischen Organisationen und wurde 1995 Mitglied des Vorstands der Vereinigung österreichischer Staatsanwälte. Von 2001 bis 2003 war sie deren Präsidentin. Von 2001 bis 2003 war sie außerdem Vorstandsmitglied der International Association of Prosecutors (IAP).

Im Jahr 2002 wurde Brigitte Bierlein von der österreichischen Bundesregierung als Mitglied des Verfassungsgerichtshofes und zugleich, als erste Frau, als dessen Vizepräsidentin vorgeschlagen.[1][2] Am 28. November 2002 wurde sie von Bundespräsident Thomas Klestil mit Wirksamkeit vom 1. Jänner 2003 zur Vizepräsidentin ernannt.

Nach dem altersbedingten Ausscheiden von Gerhart Holzinger als VfGH-Präsident am 31. Dezember 2017 leitete Brigitte Bierlein als Vizepräsidentin zunächst interimistisch den Verfassungsgerichtshof gemäß § 3 Abs. 4 iVm Abs. 2 VfGG.[3] Am 23. Februar 2018 wurde Bierlein auf Vorschlag der Bundesregierung[4] von Bundespräsident Alexander Van der Bellen als erste Frau zur Präsidentin des Verfassungsgerichtshofs ernannt.[5]

Auszeichnungen

  Commons: Brigitte Bierlein  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Kurt Heller: Der Verfassungsgerichtshof. Die Entwicklung der Verfassungsgerichtsbarkeit in Österreich von den Anfängen bis zur Gegenwart. Verlag Österreich: Wien 2010, S. 492ff, 626
  2. Philipp Aichinger: Höchstrichterin: Nein zu Frauenquoten. In: Die Presse. 27. Dezember 2009.
  3. Vizepräsidentin Brigitte Bierlein übernimmt interimistisch Leitung des Verfassungsgerichtshofes. In: Website des VfGH. 1. Januar 2018, abgerufen am 1. Januar 2018.
  4. Bierlein wird VfGH-Präsidentin, Brandstetter rückt nach. In: diePresse.com. 21. Februar 2018, abgerufen am 21. Februar 2018.
  5. Neues VfGH-Präsidium von Van der Bellen angelobt. In: diePresse.com. 23. Februar 2018, abgerufen am 25. Februar 2018.
  6. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)


Brigitte Bierlein in: Biografien bedeutender österreichischer Wissenschafterinnen»Die Neugier treibt mich, Fragen zu stellen«Ilse Korotin et al.Böhlau VerlagWien - Köln - Weimar2018jetzt im Buch blättern