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vom 24.01.2017, aktuelle Version,

Fliegerhorst Vogler

Fliegerhorst Vogler
Fliegerhorst Vogler (Oberösterreich)
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Kenndaten
ICAO-Code LOXL
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 12 km südwestlich von Linz
Straße B133, Autobahn A1, Autobahn A7
Nahverkehr Bus
Basisdaten
Eröffnung 1955
Fläche 376 ha
Terminals 1
Start- und Landebahnen
08/26 3000 m × 60 m Asphalt
08/26 (Hubschrauberpiste) 15 m × 15 m Asphalt

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BW

Der Fliegerhorst Vogler ist ein Fliegerhorst der Luftstreitkräfte des österreichischen Bundesheeres in Hörsching bei Linz in Oberösterreich, auf dem das Militärkommando Oberösterreich sowie das Kommando Luftunterstützung (ehem. Fliegerregiment 3) stationiert sind.

Lage

Der Fliegerhorst teilt sich die Start- und Landebahn mit dem Flughafen Linz, dessen Einrichtungen nördlich der Start- und Landebahn liegen, während der Fliegerhorst südlich liegt.

Die historischen Teile des Fliegerhorsts stehen unter Denkmalschutz.

Geschichte

Errichtung und Zweiter Weltkrieg

Errichtet wurde der Fliegerhorst von der deutschen Luftwaffe während des Zweiten Weltkriegs. Der Spatenstich erfolgte am 13. März 1938, unmittelbar nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich. Es sollte eine Kampffliegerschule in einer Heidelandschaft entstehen.

Bereits 1940 begann die Belegung des noch unfertigen Fliegerhorstes. Ausgebildet wurden etwa 1.000 Mann des fliegenden Personals. Insgesamt sollen an die 3.000 Mann hier stationiert gewesen sein. Im Lauf des Krieges wurde aus dem Ausbildungsflugplatz auch ein Einsatzflugplatz und deutsche Jagdverbände starteten in Hörsching gegen die alliierten Bombergeschwader. Die letzten Starts der Luftwaffe erfolgten Anfang Mai 1945. Am 5. Mai 1945 besetzte die 65. US-Infanteriedivision den Fliegerhorst.

Besatzungszeit

Die Amerikaner nannten den Fliegerhorst Camp McCauley. Sie nutzten jedoch vorwiegend die Kasernen am Fliegerhorst für Einheiten der US-Army, den Flugplatz nur wenig.

Noch vor dem Ende der Besatzungszeit wurde der Fliegerhorst als Ausbildungsstätte der B-Gendarmerie eingesetzt.

Republik Österreich

Saab Draken

Nach der Gründung des Bundesheeres im Jahr 1956 rückten sofort österreichische Fliegertruppen am Fliegerhorstgelände ein. Eine Halle, die noch aus der Kriegszeit stammt, wurde bereits vom zivilen Flugplatz mitgenutzt.

Der Flugbetrieb wurde 1957 mit Flugzeugen des Typs Jakowlew Jak-11 und Hubschraubern vom Typ Bell 47 G2 aufgenommen. Mitte 1958 war auch die erste Hubschrauberstaffel einsatzbereit. 1962 wurde die Start- und Landebahn erneuert und verlängert, sodass die Fliegende Tonne (Saab J29 Tunnan) von der Burstyn-Kaserne in Zwölfaxing hierher verlegt werden konnte. 1964 wurden die beiden Flugplätze in den militärischen und zivilen Bereich getrennt in Betrieb genommen.

Gedenkschild des Namensgebers Walter Vogler

Am 25. Mai 1967 wurde die bis dahin Fliegerhorst Hörsching genannte Anlage nach Oberleutnant Walter Vogler benannt, der Militärpilot im Bundesheer der Ersten Republik gewesen war. Vogler ermöglichte am 15. Juni 1935 zwei Besatzungsmitgliedern den Absprung aus einem brennenden Bomber, während er selbst seinen Tod in Kauf nahm, um das Flugzeug aus dem Stadtgebiet von Wels zu steuern.

Zwischenfälle

  • Am 9. Jänner 1973 stürzte eine Saab 105 OE (GH-18), wenige Meter neben der Landebahn des Fliegerhorstes ab und ging in Flammen auf. Die beiden Piloten Hauptmann Leopold Hoffmann und Oberleutnant Hans Georg Hartl kamen ums Leben. Staffelkommandant Hoffmann galt unter Flugexperten als der zu dieser Zeit beste Flieger des Bundesheeres.
  • Am 14. Mai 1977 stürzte eine Saab 105 OE (GC-13) beim Landeanflug auf den Fliegerhorst ab und wurde zerstört; Der Pilot Hauptmann Johann Gölzner kam ums Leben.

Aktuelle Nutzung

Saab 105 OE Reg. GG-17

Als größter Verband ist auf dem Fliegerhorst Vogler das Kommando Luftunterstützung (ehem. Fliegerregiment 3) untergebracht. Diesem unterstehen zwei Hubschrauberstaffeln (mit Agusta Bell 212), eine Düsenstaffel (mit Saab 105 OE), eine Lufttransportstaffel (mit C-130 Hercules) sowie andere Einheiten, welche für die administrative, versorgungsmäßige und flugbetriebliche Abwicklung des laufenden Betriebs erforderlich sind. Die Stationierung der C-130 Hercules begann 2003, wobei in jenem Jahr zwei Maschinen und im Februar 2004 ein drittes Flugzeug dieses Typs nach Hörsching verlegt wurden.[1]

Lebensraum seltener Vögel

Auf dem Gelände brüten Arten wie Feldlerche, Kiebitz, Rebhuhn, Großer Brachvogel und Wachtel. Diese Vögel kommen in der Umgebung entweder gar nicht mehr vor oder brüten in deutlich niedriger Dichte. Die Extensivierung der Wiesennutzung führte auch zur Ansiedlung bzw. Wiederansiedlung zahlreicher Arten. Mit ungefähr 20 Revieren des Kiebitzes befindet sich auf dem Flugplatz die zweitgrößte Kiebitzkolonie Oberösterreichs auf dem Flugplatz. Der Großer Brachvogel ist mit neun Brutpaaren auf dem Platz. Neben der extensiven Wiesennutzung spielt dabei der verminderte Feinddruck durch Prädatoren eine Rolle. Dies liegt daran, dass Boden-Prädatoren wie der Rotfuchs nicht auf dass größtenteils eingezäunte Gelände können und fliegende Prädatoren wie Rabenkrähen wegen fehlender Bäume und Sträucher keine Ansitzwarten haben. Der Flugplatz zieht zudem zahlreiche Vögel als Rastgebiet an. Der zehn Kilometer entfernte Flugplatz Wels hat eine noch größere Bedeutung als Lebensraum von Vogelarten und anderen Arten.[2]

Ansicht

Siedlungsraum zwischen Flughafen Linz, Traunfluss und Stadt Traun (Luftbild, nordost Richtung Linz/Traunabwärts)
größere Siedlungseinheiten von links: am Flughafen Ort Hörsching; Fliegerhorstsiedlung/ Neubau an der B1 (Bildmitte links); Aufeld/ Oedt bis zu den Traunauen (Bildmitte rechts); Traunabwärts Stadtzentrum Traun (rechts oben); am anderen Traunufer Hasenufer (unten) und gegenüber Traun Haid (Gemeinde Ansfelden)

Siehe auch

Nachweise

  1. http://www.tigerstaffel.at/de/?p=150
  2. Hans Uhl: Von artenreichen Flugplätzen und verarmter Kulturlandschaft. ÖKO-L 35/3, 2013: S. 20–35.