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vom 20.11.2016, aktuelle Version,

Manfred Scheuer

Manfred Scheuer (2016)
Wappen von Manfred Scheuer als Bischof der Diözese Linz
Wappen von Manfred Scheuer als Bischof der Diözese Innsbruck

Manfred Scheuer (* 10. August 1955 in Haibach ob der Donau, Oberösterreich) ist römisch-katholischer Theologe und wurde im November 2015 zum Bischof der Diözese Linz ernannt. Zuvor war er Bischof der Diözese Innsbruck.

Leben

Nach der Matura 1974 am Bischöflichen Gymnasium Petrinum studierte er in Linz katholische Theologie und trat in das Priesterseminar ein. Von 1976 bis 1981 setzte er seine Studien an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom fort. Am 10. Oktober 1980 empfing er in Rom das Sakrament der Priesterweihe. Anschließend wirkte er bis 1985 als Seelsorger in der Diözese Linz. Von 1985 bis 1988 war Scheuer Assistent am Institut für Dogmatik und Ökumene an der Theologischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, wo er 1989 seine Dissertation vollendete.

Nach verschiedenen Lehrtätigkeiten in Linz, Freiburg, Salzburg und St. Pölten lehrte er ab dem Wintersemester 2000/2001 als ordentlicher Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Theologischen Fakultät Trier. Scheuer war auch Postulator des diözesanen Prozesses für die Seligsprechung von Franz Jägerstätter.

Am 21. Oktober 2003 wurde Manfred Scheuer von Papst Johannes Paul II. zum Diözesanbischof der Diözese Innsbruck ernannt und folgte damit Alois Kothgasser nach, der 2002 zum Erzbischof von Salzburg bestellt wurde. Am 14. Dezember 2003 empfing er die Bischofsweihe durch den Erzbischof von Salzburg, Alois Kothgasser, Mitkonsekratoren waren Maximilian Aichern OSB, Bischof von Linz, und Reinhold Stecher, emeritierter Bischof von Innsbruck.

Sein Wahlspruch lautet spiritus vivificat („Der Geist macht lebendig“) und entstammt dem Johannesevangelium (Joh 6,63 EU), kommt aber auch im 2. Korintherbrief vor (2 Kor 3,6 EU).

In der Österreichischen Bischofskonferenz ist er für die Bereiche Caritas, Erwachsenenbildung und Ökumene verantwortlich. Er ist Mitglied der Glaubenskommission der Österreichischen Bischofskonferenz und Präsident von Pax Christi Österreich.

Bischof Scheuer befürwortet eine Veränderung bei der Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion und verweist auf die Notwendigkeit von entsprechenden Voraussetzungen. 2011 regte er an, ob es nicht „pastoral notwendig sei, Laien auch innerhalb der Eucharistie predigen zu lassen“, eine Option, die das Kirchenrecht schon seit 1983 unter gewissen Umständen ermöglicht. Er sprach sich dafür aus, das „Paket“ der österreichischen Pfarrer-Initiative „aufzuschnüren“, bezeichnete aber manche Forderungen als nicht auf Diözesanebene lösbar.

Ein besonderes Augenmerk richtet der österreichische Caritasbischof auf Menschen am Rande der Gesellschaft. Er forciert Gespräche mit Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Tourismus sowie Medien und Wissenschaft. Wichtige Anliegen sind ihm Themen wie Schutz des Lebens, Jugendarbeitslosigkeit, arbeitsfreier Sonntag und sozialer Wohnbau. Religionsfreiheit ist für Scheuer ein besonderes Gut, das er mit deutlichen Worten einfordert, gleichzeitig fordert er die Christen auf, ihre eigene Identität zu stärken.

Manfred Scheuer hat sich zudem als diözesaner Postulator in Linz für die Seligsprechung von Franz Jägerstätter eingesetzt. Die Auseinandersetzung mit der NS-Zeit, mit den Euthanasie-Opfern, mit den ermordeten Juden und mit Verfolgten, Opfern und Märtyrern aus der katholischen Kirche ist ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit. In seine Zeit als Innsbrucker Diözesanbischof fielen die Seligsprechungen des von den Nationalsozialisten hingerichteten Innsbrucker Provikars Carl Lampert (1894–1944) und des in Tirol wirkenden Kapuzinerpaters Thomas von Olera (1563–1631).

Mitte 2015 erneuerte Scheuer das von Bischof Reinhold Stecher ausgesprochene Verbot des antijüdischen Kultes um Anderl von Rinn.

Ferner ist Scheuer Ehrenmitglied der MKV-Verbindungen K.T.St.V. Alemannia Innsbruck und K.Ö.St.V. Rhaetia-Innsbruck und der ÖCV-Verbindung AV Austria Innsbruck.

Im November 2015 wurde bekannt, dass er Nachfolger von Ludwig Schwarz als Bischof von Linz werden soll.[1] Die Ernennung zum Bischof von Linz durch Papst Franziskus erfolgte am 18. November 2015.[2] Am Sonntag, 17. Jänner 2016, wurde Bischof Manfred Scheuer in Anwesenheit von Kardinal Christoph Schönborn und zahlreichen Bischöfen im Linzer Mariendom feierlich in sein Amt eingeführt.[3]

Werke

  • Und eine Spur von Ewigkeit. Ein geistlicher Begleiter durch das Jahr, Neuausgabe, Herder Verlag, Freiburg, Br. 2013.
  • Selig die keine Gewalt anwenden. Das Zeugnis des Franz Jägerstätter, Tyrolia-Verlag, Innsbruck, Wien, 2007.
  • Christlicher Lebensstil heute, Tyrolia-Verlag, Innsbruck, Wien, 2004.
  • Weiter-Gabe. Heilsvermittlung durch Gnadengaben in den Schriftkommentaren des Thomas von Aquin, Echter Verlag, Würzburg, 2001.
  Commons: Manfred Scheuer  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Markus Rohrhofer: Manfred Scheuer wird neuer Linzer Bischof. derStandard.at, 17. November 2015, abgerufen am 17. November 2015.
    Manfred Scheuer neuer Bischof von Linz. orf.at, 17. November 2015, abgerufen am 17. November 2015.
  2. Rinuncia del Vescovo di Linz (Austria) e nomina del successore. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 18. November 2015, abgerufen am 18. November 2015 (italienisch).
    Österreich: Manfred Scheuer ist neuer Bischof von Linz. Radio Vatikan, 18. November 2015, abgerufen am 18. November 2015.
  3. Amtseinführung: Bischof Scheuers Heimkehr ooe.orf.at vom 17. Jänner 2016, abgerufen am 17. Jänner 2016
Vorgänger Amt Nachfolger
Ludwig Schwarz SDB Bischof von Linz
seit 2015
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Alois Kothgasser Bischof von Innsbruck
2003–2015
vakant