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vom 14.12.2016, aktuelle Version,

Schildorn (Gemeinde Schildorn)

Schildorn (Dorf)
Ortschaft (Hauptort der Gemeinde)
Katastralgemeinde Schildorn
Schildorn (Gemeinde Schildorn) (Österreich)
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Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Ried im Innkreis (RI), Oberösterreich
Gerichtsbezirk Ried im Innkreis
Pol. Gemeinde Schildorn
Koordinaten 48° 8′ 44″ N, 13° 27′ 55″ O
Höhe 520 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 410 (2011)
Gebäudestand 125 (Adressen 2008[1]f1)
Fläche d. KG 8,59 km²
Postleitzahl 4920 Schildorn
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 10673
Katastralgemeinde-Nummer 46155
Zählsprengel/ -bezirk Schildorn (41229 000)
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; DORIS; Gemeinde Schildorn[2][1]

f0

Schildorn ist ein Dorf im Innviertel von Oberösterreich wie auch Hauptort, Ortschaft und Katastralgemeinde der Gemeinde Schildorn im Bezirk Ried im Innkreis.

Geographie

Der Ort befindet sich etwa 8 Kilometer südlich von Ried im Innkreis, am Nordrand des Hausruck-und-Kobernaußerwald-Zuges zum Innviertler Hügelland.

Das Dorf Schildorn liegt auf um die 520 m ü. A. Höhe am Anfang des Riedels, der sich zwischen Waldzeller Ache im Westen und Oberach im Osten vom Hausruck–Kobernaußerwald-Hauptkamm[3] in das südliche Innviertel hinunterstreckt, und damit oberes Achental (südwestliches Innviertel) vom Einzugsgebiet der Antiesen (zentrales Innviertel) trennt. Die Ortschaft Schildorn umfasst gut 140 Gebäude mit über 400 Einwohnern, knapp 13 der Gemeindebevölkerung.

Die Landesstraße Schildorner Straße (L1069) Pramet – L1064 bei Waldzell führt durch den Ort (km 1,6–2.2). Der Ort selbst hat folgende Straßenbezeichnungen:[2][1] Ahornweg, Am Sonnenhang, Buchenweg, Burgstraße, Dorfplatz, Fischerstraße, Gartenweg, Hauptstraße, Kellerberg, Kirchenplatz, Litzlhamer Straße, Ringweg, Rosenweg, Schulstraße, Sportplatzstraße, Teichweg.

Zur umfassenderen Katastralgemeinde Schildorn mit 858,5 Hektar gehört das nördliche Gemeindegebiet, mit den Ortschaften Ottenberg, Piereth, Freidling, Parz , und Auerding , Weiketsedt, Otzling am Riedel und am Schaubach zur Waldzeller Ache hin nördlich und nordwestlich des Hauptorts, Litzlham und Weissenbrunn (Unterburgstall) am Litzlhamer Bach westlich, Ebersau und Marö am Schildorngraben südlich, und Rampfen , Aigen, Au (ehemals Prüglau, Ortschaft Knirzing) und Kronawitten im Tal der Oberach und am Kronawittbach nord- bis südwestlich.

Nachbarorte

Nachbarorte, -ortschaften und -katastralgemeinden:
Lohnsburg   (KG, Gem. Lohnsburg a.K.)
Piereth   (O)
Gobrechtsham (KG, Gem. Neuhofen i.I.)

Ottenberg (O)

Pattigham   (KG, Gem. Pattigham)
Rampfen   (O)
Litzlham (O)
Reith   (O,
Gem. Waldzell)


Aigen   (O)
Pramet   (KG, Gem. Pramet)
Brandstatt   (O, Gem. Waldzell)
Waldzell   (KG)

Voglhaid (KG)
(beide Gem. Waldzell)

Marö (O)

St. Kollmann (KG)

Ebersau   (O)

Hartlhof (KG, Gem. Pramet)

Geschichte und Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche Hl. Martin

Der Ortsname Schildorn[4][5] ist fränkischen Ursprungs (althochdeutsch 'sciltarin' ‚Ansiedlung königlicher Schildträger‘), und dürfte 903 erstmals in einer Bistum Passauer Urkunde nachgewiesen sein.[6]

Die Schildorner Kirche zum hl. Martin, 1064–83 erbaut, war dann auch die Haupt- und Mutterpfarre des nördlichen Hausruck-Kobernaußerwald-Gebietes, um 1300 wurde die Pfarrei aber in das inzwischen wichtigere Waldzell verlegt.[7] Hier waren auch Edle von Schildorn ansäßig, über deren Ansitz nichts bekannt ist, das Geschlecht erlosch im 13. Jahrhundert, die weltliche Verwaltung lag seither bei einem Propsteigericht zu Ried.[4][5]

In 14. oder 15. Jahrhundert wurde die heutige Kirche errichtet, ab etwa dieser Zeit ist wieder eine (Filial-)Pfarrei genannt.[7]

Bis 1779 war die Gegend bayrisch (damals Innbaiern), und bis 1783 gehörte sie zum Bistum Passau, Erzdekanat Mattsee,[7] Pfarre Waldzell. Mit Gründung des Bistums Linz wurde 1784 die Pfarre neu errichtet, die bis 1884 auch Pramet umfasste.[8] Daher wurde der Dichter Franz Stelzhamer, geboren zu Großpiesenham, hier 1802 getauft.[8]

In der Nacht des 14. Oktober 1811 brannte der Pfarrhof ab,[8] wodurch das Pfarrarchiv vernichtet wurde, daher sind die Kenntnisse über die frühe Neuzeit lückenhaft.[9] Der Neubau steht heute unter Denkmalschutz. 1834 vernichtete ein Großbrand 18 Häuser , darunter die alte Schule.[9]

Während der Napoleonischen Kriege wieder kurz königlich-bayrisch, gehört der Ort seit 1812 endgültig zum Kronland Österreich ob der Enns. Mit der Revolution von 1848/49 wurde die Ortsgemeinde Schildorn geschaffen und der Ort auch politischer Amtssitz. 1887 wurde dann Pramet auch als politische Gemeinde eigenständig.

1969/70 wurde wieder eine Volksschule eingerichtet, bis 1975/76 mit Oberstufe, ab dann gehörte der Ort zum Schulspängel der Hauptschule Waldzell.[10]

Bei der Adressreform der Gemeinde 1. Juli 2008 bekam der Ort erstmals Straßennamen, die alten Adressen waren noch dem System der Konskriptionsnummern gefolgt, und wurden nach Bauzeit vergeben, sodass die Hausnummern sehr unübersichtlich geworden waren.[1]

Bevölkerung und Gebäudestand [11]
Hzgt. Bay. (zu Bst. Passau) Krld. Österr. o.d.Enns
(EHzgt. Österr.)
Kgr. Bay. Krld. Österr. o.d.Enns
(Kthm. Österr./
Österr.- Ugrn.)
Bld. Oberösterreich
(Rep. Österr.)
1260 1788 1809 1811 1825 1869 1951 1961 1971 1981 1991 2001 2011
156 199 162 139 160 208 219 240 399 410
2 32 32 28 27 25 26 34 46 62 84 123 (125)
unscharfe Angabe des Jahres
Gebäudestand für 2011 ist von 2008 [1]

Literatur

  • Gemeinde Schildorn (Hrsg.): 1100 Jahre Schildorn 903–2003. Ein Heimatbuch. Schildorn 2003, insb. 16 Häuserchronik: Schildorn[12], S. 265 ff. (eReader, fbas.net).

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 Straßen-, Ortschafts- und Hausnummernverzeichnis Gemeinde Schildorn. (PDF) Broschüre, Version vom 1. Juli 2008, insb. Tabelle Haushaltsverzeichnis sortiert nach alten Adressen: Schildorn, S. 42 ff und Tabelle Haushaltsverzeichnis sortiert nach neuen Adressen: Schildorn, S. 56 ff (schildorn.at; abgerufen 3. September 2014).
  2. 1 2 Wissenswertes: Zahlen & Fakten, schildorn.at, abgerufen 3. September 2014.
  3. Die Abgrenzung Hausruck zu Kobernaußerwald wird irgendwo hier im Raum gesehen; die Gemeinde rechnet man zu beiden: „Die Hausruckgemeinde Schildorn liegt am Rande des Kobernaußerwaldes.“ Schildorn. Oberösterreich Tourismus, abgerufen am 7. Oktober 2010.
  4. 1 2 Geschichtliches, schildorn.at
  5. 1 2 Lit. 1100 Jahre Schildorn. Ein Heimatbuch. 2003, 4 Chronik der Pfarre Schildorn, Abschnitt Die Anfänge ff., S. 38 ff. (eReader).
  6. Urkundenbuch II, S. 47/48, im O.Ö. Landesarchiv.
    Die Originalurkunde wurde 977 bei einem Brand vernichtet. Die genannte Form scilhara der erhaltenen Abschrift könnte auch sciltara gelautet haben. Die Datierung der nächsten Urkunde, 1067, ist umstritten, gesichert ist 1111 sciltarin; Lit. 1100 Jahre Schildorn. Heimatbuch. 2003, 4 Chronik der Pfarre Schildorn und 16 Historisches Ortsnamenverzeichnis: Schildorn, S. 38–40 resp. 302 (eReader resp., fbas.net).
  7. 1 2 3 Lit. 1100 Jahre Schildorn. Heimatbuch. 2003, 4 Chronik der Pfarre Schildorn, S. 39, Sp. 2 f. (eReader).
  8. 1 2 3 Lit. 1100 Jahre Schildorn. Heimatbuch. 2003, 4 Chronik der Pfarre Schildorn, S. 41 (eReader).
  9. 1 2 Lit. 1100 Jahre Schildorn. Heimatbuch. 2003, 2 Aus der Geschichte von Schildorn, S. 12 f. und 14 (eReader).
  10. Lit. 1100 Jahre Schildorn. Heimatbuch. 2003, 2 Aus der Geschichte von Schildorn, S. 28 (eReader).
  11. Kurt Klein (Bearb.): Historisches Ortslexikon. Statistische Dokumentation zur Bevölkerungs- und Siedlungsgeschichte. Hrsg.: Vienna Institute of Demography [VID] d. Österreichische Akademie der Wissenschaften. Oberösterreich Teil 2, Schildorn: Ebersau , S. 28 (Onlinedokument, Erläuterungen. Suppl.; beide PDF o.D. [aktual.]).
    Spezielle Quellenangaben: 1260: Passauer Urbare aus dem 13. Jahrhundert; Angabe nach Adam Maidhof: Die Passauer Urbare. Veröffentlichungen des Instituts für ostbairische Heimatforschung 1/17/19, 1933 und 1939, S. o.A.  1788: Josephinisches Lagebuch 1786/90, OÖLA. • 1809: Häuser- und Einwohnerzahlen aus der Militär-Konskription; nach Ignaz Gielge: Topographisch-historische Beschreibung aller Städte, Märkte und Schlösser, Pfarren und anderer merkwürdiger Örter des Landes Österreich ob der Enns, 1814/15. • 1811: Franz Xaver Weilmeyr: Zählung der bayrischen Verwaltung (Montgelas’sche Zählungen). In: Topographisches Lexikon vom Salzach-Kreise. 1812. • 1825: Militär-Konskription 1823/30; zitiert nach Benedikt Pillwein (Hrsg.): Geschichte, Geographie und Statistik des Erzherzogthums Oesterreich ob der Enns und des Herzogthums Salzburg. Mit einem Register, welches zugleich das topographische und genealogische Lexikon ist und der Kreiskarte versehen. Geographisch-historisch-statistisches Detail nach Distrikts-Kommissariaten. 1. Auflage. Vierter Theil: Der Innkreis. Joh. Christ. Quandt, Linz 1832 (Google eBook). 2. Auflage 1843 (Google Book) • 1869: Statistische Central-Commission (Hrsg.): Orts-Repertorien der im österreichischen Reichsrat vertretenen Königreiche und Länder. (1871 ff.). • 1951 und später: Österreichisches Statistisches Zentralamt/Statistik Austria (Hrsg.): Ortsverzeichnis. (Ergebnisse der Volkszählungen; ab 2011 Registerzählungen). • 2011: Gebäude sind Adressen 2008, Angabe nach Straßen-, Ortschafts- und Hausnummernverzeichnis Gemeinde Schildorn s.o.
  12. Die Einwohner sind meist erst aus dem Ende des 18. Jahrhunderts überliefert. 1811 brannte der Pfarrhof ab, wodurch das Pfarrarchiv vernichtet wurde, daher sind die Kenntnisse lückenhaft.