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vom 06.10.2017, aktuelle Version,

Schloss Gstöttenau

Schloss Gstöttenau nach einem Stich von Georg Matthäus Vischer von 1674

Das ehemalige Schloss Gstöttenau befand sich im gleichnamigen Ortsteil Gstöttenau der heutigen Gemeinde Pupping, im Bezirk Eferding von Oberösterreich.

Geschichte

Um 1317 ist ein Gut zu Steten ob Everding beurkundet. Dietmar von Aistersheim soll es 1317 dem Stift Wilhering geschenkt haben. Ursprünglich hat Gstöttenau den Schaunbergern gehört, zumindest scheint es unter dem Namen Gstöttenau im Schaunberger Urbar von 1371 auf.

Das Schloss Gstöttenau dürfte erst im Barock erbaut worden sein: 1742 wird es als „ein schönes […] auf einer fruchtbaren ebene gelegenes und auf die neue art erbautes schloss“ genannt.[1] Ende des 16. Jahrhunderts war Gsöttenau im Besitz des Niklas Glötschl von Gallham (Götschlein von Gallhaimb). Nach seinem Ableben heiratete seine Witwe Magdalena Ladaroneria 1584, die über eine Hälfte des Besitzes von Gstöttenau verfügte, den Siegmund von Sprinzenstein. Die andere Hälfte des Schlossbesitzes war in den Händen ihres Schwagers Ernst Ekkehard von Hungersbach. 1605 kaufte Peter Christoph Praunfalk beiden Besitzern das Schloss ab, veräußerte es aber 1620 an Erasmus von Starhemberg († 1648, beigesetzt in der Starhembergischen Gruft in Hellmonsödt). Nach dem Tod seiner Gattin vermählte sich Erasmus 1632 mit Salome von Jörger. Bei den Starhembergern verblieb der Besitz bis 1934.

1830 war das einst weitläufige Schloss bereits zur Ruine geworden. Deshalb wurden um 1884 Teile des verfallenen Schlosses abgetragen, zwischen 1934 und 1936 wurde das Schloss bis auf die Grundmauern entfernt.

Baulichkeiten

Auf dem Stich von Georg Matthäus Vischer von 1674 war Schloss Gstöttenau ein zwei- bzw. dreigeschoßiger Bau mit drei Ecktürmen und Zwiebeldächern, die um einen Innenhof gruppiert waren. Das Schloss war mit einer einfachen, etwa einstöckigen Mauer umgeben, wobei an der Innenseite zum Schloss Wirtschaftsgebäude angebracht waren. Außerhalb des Schlosshofes ist ein Ziergarten mit einem kleinen Aussichtstürmchen erkennbar. Ebenso ist hier auf dem anderen Ufer eines Nebenzweiges der Aschach ein Meierhof erkennbar.

Die Baureste liegen neben der Straße von Eferding nach Aschach an der Donau in einem Obstgarten; ein dort befindlicher Stadel steht auf den noch erkennbaren Grundfesten des Schlosses. Auf dem Schlossgrund wurden Neubauten errichtet, heute steht nur mehr der frühere Meierhof bzw. das einstige Brauhaus (jetzt Gasthaus Schickerbauer, Gstöttenau 3). An der Verstärkung der Hausecken ist zu erkennen, dass das Gebäude hochwassergefährdet war.

Literatur

  • Norbert Grabherr: Burgen und Schlösser in Oberösterreich. Ein Leitfaden für Burgenwanderer und Heimatfreunde. 3. Auflage. Oberösterreichischer Landesverlag, Linz 1976, ISBN 3-85214-157-5, S. 130.
  • Georg Grüll: Burgen und Schlösser in Oberösterreich. Band 2: Innviertel und Alpenvorland. Birken-Verlag, Wien 1964, S. o.A.
  • Oskar Hille: Burgen und Schlösser in Oberösterreich einst und jetzt. Verlag Ferdinand Berger & Söhne, Horn 1975, ISBN 3-85028-023-3, S. o.A.
  • Benedikt Pillwein (Hrsg.): Geschichte, Geographie und Statistik des Erzherzogthums Oesterreich ob der Enns und des Herzogthums Salzburg. Mit einem Register, welches zugleich das topographische und genealogische Lexikon ist und der Kreiskarte versehen. Geographisch-historisch-statistisches Detail nach Distrikts-Kommissariaten. 1. Auflage. Dritter Theil: Der Hausruckkreis. Joh. Christ. Quandt, Linz 1830, Gstättenau, Gestöttenau, S. 245  (Google eBook). 2. Auflage 1843 (Google Book)
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Einzelnachweise

  1. Jakob Christoph Iselin: Historisch- und Geographisches Allgemeines Lexicon. In welchem […] endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; … 3. Auflage. Band 3. Brandmüller, 1742, Gstöttenau, S. 923, Sp. 1 gst  gua (Google eBook, vollständige Ansicht).