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vom 10.02.2018, aktuelle Version,

Tatort: Tod unter der Orgel

Folge der Reihe Tatort
Originaltitel Tod unter der Orgel
Produktionsland Österreich
Originalsprache Deutsch
Produktions-
unternehmen
ORF
Länge 89 Minuten
Einordnung Folge 560 (Liste)
Erstausstrahlung 14. März 2004 auf Das Erste
Stab
Regie Walter Bannert
Drehbuch Alrun Fichtenbauer,
Walter Bannert
Kamera Duli Diemannsberger
Schnitt Michou Hutter
Besetzung
Chronologie

 Vorgänger
Heimspiel

Nachfolger 
Schichtwechsel

Tod unter der Orgel ist ein Fernsehfilm aus der Tatort-Krimireihe. Der vom ORF produzierte Beitrag wurde am 14. März 2004 im Ersten zum ersten Mal gesendet. Es ist der 10. Fall des Wiener Chefinspektors Moritz Eisner, alias Harald Krassnitzer, der in dieser Episode zum Leiter der Abteilung Gewaltverbrechen ernannt und in die Sonderkommission des Innenministeriums aufgenommen wird. In Zusammenarbeit mit Sektionschef Wolfgang Schremser soll er ein mögliches Attentat auf einen Bischof verhindern und hat dabei zwei Mordfälle zu lösen.

Handlung

Moritz Eisner wird in die Sonderkommission des Innenministeriums aufgenommen, die kriminologische Spezialaufgaben in ganz Österreich übernimmt. Sein erster Auftrag als Leiter der Abteilung Gewaltverbrechen führt ihn nach Kärnten, in das Kloster von Maria Saal. Dort findet ein internationaler Orgelwettbewerb statt und Eisner soll für die Sicherheit eines Jurymitglieds sorgen. Da auf den österreichischen Bischof Hawranek bereits mehrere Attentate verübt wurden, ist für ihn ein besonderer Personenschutz nötig. Während das Publikum noch auf den Bischof wartet, spielt bereits der Musikstudent Nikolaus Kutil das erste Stück. Plötzlich löst sich eine der schweren Orgelpfeifen aus der Halterung und trifft den Musiker tödlich. Moritz Eisner und sein neuer Vorgesetzter, Sektionschef Schremser, sind sofort zur Stelle. Da der Bischof eigentlich das erste Stück spielen sollte, liegt nahe, dass es kein Unfall war, sondern ein Anschlag. Nach dem Eintreffen des Bischofs gerät dieser in einen Disput mit Prälat Herbert Schweiger. Ihre Ansichten über die Not in der Welt und die Aufgabe der Kirche dabei ist sehr unterschiedlich. Trotzdem überreicht der Prälat dem Bischof eine Dose seines Lieblingskakaos als Gastgeschenk. Schremser und Eisner sehen sich inzwischen im Kloster um, dabei kommt Eisner mit Professor Wöss ins Gespräch, was durchaus darauf schließen lässt, dass der Anschlag möglicherweise den untereinander konkurrierenden Wettbewerbern galt. Eine Eifersuchtstat ist nicht auszuschließen, da die Musikstudenten diesbezüglich miteinander Probleme hatten.

Als der Bischof von seinem Kakao trinken möchte muss er feststellen, dass Klaus Zadera, einer der Musikstudenten, sich davon bedient hat und vergiftet am Boden der Klosterküche liegt. Für Schremser ist nun ein Anschlag auf den Bischof offensichtlich, aber Eisner verfolgt die Spur zu den Studenten weiter, denn die Ausschaltung von Konkurrenten bringt ihnen Vorteile für den Wettbewerb. Einzelne Kandidaten sprühen zudem vor Neid, Missgunst. Bei ihren Ermittlungen stoßen Eisner und Schremser auf den Musikstudenten Paul Hofer. Mit den Fakten konfrontiert gibt er zu, für Nikolaus Kutil gegen Bezahlung Musikstücke komponiert zu haben, die Kutil bei Wettbewerben für seine eigenen ausgegeben hat. Kutil war zwar spielerisch brillant, aber die geforderten Eigenkompositionen lagen ihm nicht. Ihr Konkurrent Klaus Zadera hat das herausgefunden und drohte dies öffentlich zu machen, wenn Kutil ihn nicht gewinnen lassen würde. Aus Wut darüber, den Wettbewerb dieses Mal nicht gewinnen zu können, wollte er ihn komplett „platzen“ lassen. So habe er (Hofer) ihm geholfen die Pfeife zu lockern, damit sie während seines Spiels effektvoll zu Boden fallen würde. Was er nicht ahnen konnte war, dass die Orgelpfeife am Mikrofonkabel, welches Tontechniker gespannt hatten, entlang glitt und ihn treffen würde. Um Klaus Zadera, auch im Nachhinein in Kutils Sinn, auszuschalten hat er ihn vergiftet, da er wusste, dass er gern Kakao trank.

Drehorte

Die Dreharbeiten erfolgten in Wien und Maria Saal, Kärnten.[1][2]

Rezeption

Einschaltquoten

7,04 Millionen Zuschauer sahen die Folge Tod unter der Orgel in Deutschland bei ihrer Erstausstrahlung am 30. Januar 2000, was einem Marktanteil von 19,10 % entsprach.[1] Beim Tatortblog erreicht die Episode Platz 758 von 911 möglichen.[3]

Kritiken

Die Kritik bei Tatort-fans ist durchweg negativ. Der Autor schreibt: „Der Film Tod unter der Orgel ist nicht nur von der Story her wenig glaubwürdig, aber was da noch so drum herum als "Orgelwettstreit" verkauft wird, ist so frei von jeglicher Sachkenntnis, daß man Frau Fichtenbauer das Drehbuch um die Ohren schlagen müßte“. Er kritisiert außerdem die fachlichen Defizite der Musiktheorie als auch der Physik, denn: „ein Organist [kann] von einer Prospektpfeife des gezeigten Kalibers niemals erschlagen [werden], sondern allenfalls bekäme die Pfeife eine Delle. Und warum sie sich bei einem bestimmten Ton plötzlich derart selbständig machen sollte, bleibt wohl auch das Geheimnis des Autors. So etwas gibt es nur im Hirn eines absoluten Orgelbau-Laien, zu denen offenbar auch der „Orgelbauer“ im Film gehört. Daß die Prospektpfeifen natürlich auch, etwa auf halber Höhe, zusätzlich von hinten befestigt sein müssen (und es natürlich auch sind), ist an sich selbstverständlich, wird aber hier völlig übersehen oder paßt nicht in die Story.“[4]

Rainer Tittelbach kommt zu einer ähnlichen Bewertung. Er schreibt: „Tod unter der Orgel kommt trotz guter Buch-Idee nicht in Gang. Ein paar böse Dialoge zünden, sonst geht es eher behäbig zu in diesem Kammerspiel-Klosterkrimi im Halbdunkel, dem der offenbar beabsichtigte "Im Namen der Rose"-Touch nicht recht gelingen will. A bisserl fad“.[5]

Kino.de findet „das Skript [als] nicht ganz originell, aber immer wieder reizvoll“, da es „im klösterlichen Umfeld angesiedelt ist“.[6]

Einzelnachweise

  1. 1 2 Drehort und Einschaltquote auf fundus.de, abgerufen am 11. Dezember 2013.
  2. Drehorte auf imdb.com, abgerufen am 11. Dezember 2013.
  3. Tatort Rangliste auf tatort-blog.de, abgerufen am 28. Januar 2014.
  4. Klaus Michael Zeuner Filmkritik auf tatort-fans.de, abgerufen am 11. Dezember 2013.
  5. Rainer Tittelbach Harald Krassnitzer – mehr "Pfarrer Braun" auf tittelbach.tv, abgerufen am 11. Dezember 2013.
  6. Filmkritik auf kino.de, abgerufen am 11. Dezember 2013.