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vom 04.01.2020, aktuelle Version,

Weikendorf

Marktgemeinde
Weikendorf
Wappen Österreichkarte
Wappen von Weikendorf
Weikendorf (Österreich)
Weikendorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Gänserndorf
Kfz-Kennzeichen: GF
Fläche: 46,3 km²
Koordinaten: 48° 21′ N, 16° 46′ O
Höhe: 152 m ü. A.
Einwohner: 2.029 (1. Jän. 2019)
Bevölkerungsdichte: 44 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2253
Vorwahl: 02282
Gemeindekennziffer: 3 08 60
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
2253 Weikendorf
Website: www.gdeweikendorf.at
Politik
Bürgermeister: Johann Zimmermann (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(19 Mitglieder)
13
5
1
13  5  1 
Insgesamt 19 Sitze
Lage von Weikendorf im Bezirk Gänserndorf
AderklaaAndlersdorfAngern an der MarchAuersthalBad PirawarthDeutsch-WagramDrösingDürnkrutEbenthalEckartsauEngelhartstettenGänserndorfGlinzendorfGroß-EnzersdorfGroß-SchweinbarthGroßhofenHaringseeHauskirchenHohenau an der MarchHohenruppersdorfJedenspeigenLasseeLeopoldsdorf im MarchfeldeMannsdorf an der DonauMarcheggMarkgrafneusiedlMatzen-RaggendorfNeusiedl an der ZayaObersiebenbrunnOrth an der DonauPalterndorf-DobermannsdorfParbasdorfProttesRaasdorfRingelsdorf-NiederabsdorfSchönkirchen-ReyersdorfSpannbergStrasshof an der NordbahnSulz im WeinviertelUntersiebenbrunnVelm-GötzendorfWeiden an der MarchWeikendorfZistersdorfNiederösterreich Lage der Gemeinde Weikendorf im Bezirk Gänserndorf (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Pfarrkirche
Rathaus

Weikendorf ist eine Marktgemeinde mit 2029 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019) im Bezirk Gänserndorf in Niederösterreich.

Geografie

Geografische Lage

Weikendorf liegt im Weinviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 46,3 Quadratkilometer. 12,44 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende vier Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2019[1]):

  • Dörfles (265)
  • Stripfing (310)
  • Tallesbrunn (322)
  • Weikendorf (1132)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Aspacherfeld, Dörfles, Stripfing, Tallesbrunn und Weikendorf.

Nachbargemeinden

Prottes Angern an der March
Gänserndorf Weiden an der March
Obersiebenbrunn Untersiebenbrunn

Geschichte

Nach einer gefälschten Urkunde aus dem Jahr 1074 soll Markgraf Ernst mit Zustimmung seiner Frau Swanhild († 1062) Weikendorf an das Kloster Melk gegeben haben. Dieses Wikkendorf am Gänsbach (Weidenbach) war damals ein Hof eines Adeligen, dessen Kulturland mit Knechten und Mägden bearbeitet wurde. Direkt nördlich davon errichtete Melk die 1115 genannte Kirche St. Koloman. Vielleicht bestand schon damals die Zeil am Bach mit 18 Bauernlehen, wo jeweils ein Hofacker von ca. 10 Joch anschloss. Im späten 12. Jahrhundert leitete man vom Gänsbach den Mühlbach ab und erweiterte den Ort zunächst durch 15 Bauernlehen im Norden, wodurch ein Angerdorf entstand. Diese Zeile wurde dann nach Westen erweitert. Im Melker Urbar 1289–1294 sind 38 Melker Bauernlehen verzeichnet. Etliche davon hatte das Kloster an den Kleinadel verliehen und es gab bereits erste Veränderungen. U.a. existierten bereits Fleischbänke im Ort. 1411 bekam Weikendorf Markcharakter. 1462 erlaubte der Kaiser dem Stift Melk, im klösterlichen Amtssitz ein Castellum zu errichten – so entstand das Schloss Weikendorf[2] wohl am Standort des einstigen Althofes. Im Bereitungsbuch 1590 sind 53 Häuser eingetragen, sie entsprechen den im Franziszeischen Kataster 1821 angeführten Halblehen. Nach einem schweren Brand 1683 wurde das Pfarrzentrum barock ausgestaltet. Nun wuchs die Häuserzahl bis 1795 stürmisch auf 94 Häuser an. Die Grundherrschaft Melk bestand bis 1848.

1700 erbaute Jakob Prandtauer Kirche und Pfarrhof von Weikendorf.

2019 geriet die Gemeinde österreichweit in den Schlagzeilen, nachdem einer palästinensischen 10-köpfigen Familie die Zustimmung zur Ansiedlung im Ortsteil Dörfles verweigert worden war, da sie die Voraussetzungen des Grundverkehrsgesetzes, nämlich dass der Erwerber eines Grundstücks seit mindestens zehn Jahren in Österreich einen Hauptwohnsitz haben müsse, nicht erfüllte. In einem Schreiben wies der Bürgermeister darüber hinaus auch auf die unterschiedlichen Kulturkreise der islamischen sowie der westlichen Welt hin.[3][4] An einer von zwei SPÖ-Funktionären aus Wien und Graz[5] organisierten Demonstration für den Grundstückskauf der palästinensischen Familie nahmen 30 Personen teil.[6]

Ende 2019 gab der Landesverwaltungsgerichtshof der Familie Recht. Der Gemeinderat beharrt aber noch auf den letzten Rechtsweg zum Höchstgericht. Aufheizend zu der Stimmung kommt noch die im Jänner 2020 stattfindende Gemeinderatswahl. Die Familie kann andererseits gebunden durch den Kaufvertrag nicht von ihrem Kauf zurücktreten. Das Geld sei beim Notar hinterlegt. Das Wohnrecht darf sie aber trotz alledem nicht wahrnehmen. Hinfällig wird die gesamte Prozedur Ende 2020 allenfalls, da die Familie dann bereits zehn Jahre im Land ist und rechtlich nicht mehr behindert werden kann.[7]

Bevölkerungsentwicklung

Volkszählung Einwohner
2011 1.917
2001 1.976
1991 1.883
1981 1.609
1971 1.483
1939 1.971
1869 1.235

Quelle: Bevölkerungsentwicklung von Weikendorf. (PDF) Statistik Austria

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wirtschaft und Infrastruktur

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 51, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 76. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 888. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 45,9 Prozent.

Verkehr

Im Ort liegt die Haltestelle Weikendorf, an welcher die Regionalzüge der Bahnstrecke Gänserndorf–Marchegg halten.

Politik

Bürgermeister der Marktgemeinde ist Johann Zimmermann, Amtsleiter Erich Schmid.

Im Marktgemeinderat gibt es nach der Gemeinderatswahl 2015 bei insgesamt 19 Sitzen folgende Mandatsverteilung:[8]

  • ÖVP: 13 Sitze
  • SPÖ: 5 Sitze
  • FPÖ: 1 Sitz

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Gemeinde

  Commons: Weikendorf  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  2. Eintrag über Schloss Weikendorf auf NÖ-Burgen online – Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit, Universität Salzburg
  3. Gemeinde lehnt muslimische Familie weiter ab. ORF, 22. Juni 2019, abgerufen am 22. Juni 2019.
  4. Zuzug muslimischer Familie in Weikendorf: Neue Stellungnahme. Der Standard, 22. Juni 2019, abgerufen am 22. Juni 2019.
  5. Bernhard Ichner: Demo in Weikendorf: Muslime wollen Vorurteile abbauen. In: kurier.at. 24. Juni 2019, abgerufen am 1. Juli 2019.
  6. noe.ORF.at: Chronik: Weikendorf: 30 Menschen protestierten für Familie. 30. Juni 2019, abgerufen am 1. Juli 2019.
  7. Hauskauf in Weikendorf: Gericht gibt muslimischer Familie recht im Kurier vom 23. Dezember 2919 abgerufen am 24.Dezember 2019
  8. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2015 in Weikendorf. Amt der NÖ Landesregierung, 1. Dezember 2015, abgerufen am 19. Februar 2019.
  9. https://www.meinbezirk.at/gaenserndorf/c-lokales/sobotka-ist-ehrenbuerger-in-weikendorf_a3613647#gallery=null, abgerufen am 10. September 2019.