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Sieben#

Sieben

Die heilige Zahl sieben findet sich in verschiedenen Kulturen. In der griechischen Antike symbolisierte sie die Vollkommenheit, z.B.: sieben Hesperiden (Nymphen, die den Baum mit den goldenen Äpfeln hüteten), sieben Söhne des Helios.

Sieben antike Weltwunder:

  • die hängenden Gärten der Semiramis (Babylon)
  • der Koloss von Rhodos
  • das Grab des Königs Mausolos II. (Halikarnassos)
  • der Leuchtturm von Pharos (Alexandria)
  • die Pyramiden (Gizeh)
  • der Artemistempel (Ephesos)
  • die Zeusstatue (Olympia). 



Sieben Wochentage und Planeten:

Im Judentum ist sieben eine besonders ausgezeichnete Zahl. Der siebenarmige Leuchter (Menora) zählt zu den wichtigsten religiösen Symbolen und findet sich im Staatswappen Israels. Er symbolisiert die Erleuchtung, wobei die Arme die Mitte, die vier Himmelsrichtungen, oben und unten bezeichnen. Sieben bedeutet die Weisheit Gottes und die Übereinstimmung mit seinem Ratschluss.

Auch das Christentum verwendet die Zahl oft. Besonders in der Offenbarung des Johannes spielt sie eine Rolle: Sieben Sendschreiben an sieben Gemeinden (in der heutigen Türkei) um sie im Glauben zu stäken, Buch mit sieben Siegeln, die das Lamm (Jesus) öffnet und dadurch die Apokalypse auslöst. Weitere Symbole sind sieben Engel, sieben Posaunen, der siebenköpfige Drache (Satan), die sieben Plagen. Der Kirchenlehrer und Papst Gregor I. (540-602) definierte sieben Hauptsünden (Hoffart, Geiz, Neid, Unmäßigkeit, Unkeuschheit, Zorn und Trägheit). Bei diesen (peccata capitalia) handelt es sich um Übertreibung berechtigter Strebungen (z. B. Sparsamkeit wird zu Geiz). In der Folge hieß es: Aus der Gewöhnung an die Sünde entsteht das Laster. Aus der Gewöhnung an das Gute entsteht die Tugend. Als Allegorien spielten sie in gegenreformatorischen Schauspielen und, davon abgeleitet, in Passions- und anderen Volksschauspielen eine Rolle. Beim spätbarocken Hernalser Kalvarienberg (Wien 17) führt der Weg zur Kreuzigungsgruppe an großen Reliefs der Laster- und Tugenddarstellungen vorbei.


Sieben Tugenden:

  • Demut
  • Freigiebigkeit
  • Keuschheit
  • Wohlwollen
  • Mäßigkeit
  • Sanftmut
  • Eifer im Guten.

Sieben Sakramente der katholischen Kirche:

Sieben Gaben des Heiligen Geistes:

  • Weisheit
  • Einsicht
  • Rat
  • Stärke
  • Erkenntnis
  • Frömmigkeit
  • Gottesfurcht

Sieben Schmerzen Mariae:
  • Weissagung Simeons
  • Flucht nach Ägypten
  • Verlust des zwölfjährigen Jesus
  • Begegnung auf dem Kreuzweg
  • Stehen unter dem Kreuz
  • der tote Jesus auf dem Schoß seiner Mutter
  • Grablegung des Sohnes

Die sieben letzten Worte Jesu am Kreuz:
  • Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun (Lk 23,34)
  • Amen, ich sage dir, heute noch wirst du mit mir im Paradies sein (Lk 23,43)
  • Frau, siehe dein Sohn - Siehe deine Mutter ! (Joh 19,26-27)
  • Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen ? (Mk 15,34)
  • Mich dürstet (Joh 19,28)
  • Es ist vollbracht (Joh 19,30)
  • Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist (Lk 23,46)

Sieben Bitten des Vaterunser:

  • Geheiligt werde dein Name
  • Dein Reich komme
  • Dein Wille geschehe
  • Unser tägliches Brot gib uns heute
  • Vergib uns unsere Schuld
  • Führe uns nicht in Versuchung
  • Erlöse uns von dem Bösen 

Märchen erzählen z.B. von sieben Zwergen hinter den sieben Bergen, sieben Raben, sieben Geißlein, sieben Brüdern, sieben auf einen Streich, Siebenmeilenstiefeln.

In Redensarten begegnet die Zahl z.B. als "eine böse Sieben" (Frau), "seine Siebensachen packen", "ein Siebenschläfer (Langschläfer) sein".

Der Siebenschläfer ist ein nachtaktiver Pflanzenfresser aus der Familie der Bilche, der unter Naturschutz steht.

Der 27. Juni wird Siebenschläfertag genannt und ist ein Wetterlostag (sieben Wochen Regen). Er wird mit den sieben Schläfern von Ephesus in Verbindung gebracht. Nach einer Legende aus dem 6. Jahrhundert waren sie Opfer der Christenverfolgung unter Kaiser Decius (249–251). Sie wurden in einer Berghöhle nahe Ephesus lebendig eingemauert. Jedoch starben sie nicht, sondern schliefen, bis man sie am 27. Juni 446 zufällig entdeckte. Nach dem Erwachen bezeugten sie den Glauben.


Quellen: 
Udo Becker: Lexikon der Symbole. Freiburg/Br. 1992. S. 272 f.
Otto Betz: Das Geheimnis der Zahlen. Stuttgart 1989. S. 89 f.
Peter D' Epiro, Mary Desmond Pinkowish: 7 Weltwunder, 3 Furien ... München 1998. S. 131 f.
Großer Katechismus der katholischen Religion, Wien 1894/1929. S. 47
Katechismus der katholischen Kirche. München 1993. S. 340 f.
Lutz Röhrich: Das große Lexikon sprichwörtlicher Redensarten. Freiburg/Br. 1992. 3/S. 1471
Die Bibel. Einheitsübersetzung. Freiburg 1980
Wikipedia: Siebenschläfer

Bild: Die sieben Väter des Servitenordens, Verehrer der sieben Schmerzen Mariae. Kleines Andachtsbild, Anfang 20. Jahrhundert. Gemeinfrei