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Adelsgeschlechter Hagen
Seite - 329 -
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329 Veranlassung EH Karls II. von Innerösterreich wurde 1581 die „Compagnie oder bürgerliche Eisenhandelsgesellschaft“ mit Sitz in Steyr gegründet. Im Zuge der Gegenreformation jedoch geriet manch protestantischer Aktionär in Bedrängnis, wanderte des Glaubens wegen aus oder erlegte „Bleiblichkeitssummen“. In der Folge wurde die Innerberger Hauptgewerkschaft gegründet. 2670 Nemrod Kölnböck konnte den Besitz Wallsee finanziell nicht halten, was außer an seiner Leidenschaft für das kostspielige Hobby der Alchemie,2671 ua vielleicht auch an entsprechend hohen Zahlungen für den Verbleib im Lande (trotz Beibehaltung des Lutherischen Glaubens) gelegen haben mag. Verordnungen und Patente der Gegenreformation wurden (ua laut Katzinger/Mayrhofer, Wacha u.a.) nicht so rigoros wie angenommen, durchgesetzt. In Linz verwendete man solche Gelder ua zum Wiederaufbau des Bürgerspitals.2672 Interessant erscheint in Anbetracht der üblicherweise mehr oder weniger auffälligen Ausschaltung bzw Hintanhaltung evangelischer Glaubensgenossen (wie ua des „angehenden Mautners“ Sebastian Bischoff in Linz 2673), dass der Protestant Nemrod Kölnböck bleiben und sogar Schloss Niederwallsee am 24. April 1597 (laut Siebmacher aber bereits unter Nemrods Vater Johannes 2674) erwerben konnte. Der Sachsen- Coburgische Archivar Dr. Carl Samwer, welcher nicht nur das Archiv des Schlosses Wallsee ordnete, sondern auch eine Chronik und Studien verfasste, vermutete, dass sich Kölnböck - ebenso wie Gundackar vPolhaim und Wolff Nicolaus vGrienthal, welche zur kaiserlichen Partei zählend - in dem Verzeichnis der zu schonenden unkatholischen, aber treuen (Ober-) Österreicher eingetragen war, welches 1620 Kaiser Ferdinand II. dem bayrischen Kurfürsten Maximilian übersandte. 2675 Wohl befindet sich die Grabplatte des am 31. Dezember 1620 verarmt in Enns verstorbenen ehemaligen Besitzers von Schloss Wallsee, Nemrod Kölnböck, in der Pfarrkirche Sindelburg (s.u.), er soll jedoch nicht dort beigesetzt worden sein. Sein Epitaph ist ebenso wie jenes seiner Gemahlin Salome an der Außenwand der Johannes-Kapelle der Pfarrkirche Sindelburg angebracht. Der Kupfersarg der Salome Kölnböck, geb. vSinzendorf, verstorben am 25. August 1616, soll in der Pfarrkirche Sindelburg beigesetzt worden sein.2676 Gastgeb, heiratete (erw 1588>1598). Wolfs Epitaph zeigt ihn zweimal, im oberen Feld mit dem Erlöser und dem Tod, im 2. mit seiner gesamten Familie (1588), entsprechend dem damaligen Wunsch des Zusammenführens der Familie im Tode, auch in der Grabskulptur. Das Epitaph befindet sich in der Vorhalle an der Kirchenwand der Steyrer Stadtpfarrkirche. Matthäus Urkauff, vm sein Sohn, verstarb 1627. Preuenhueber, Annales, 306. Die Urkauff erhielten 1555 einen Wappenbrief (Hieronymus Urkhauff). OÖLA, Schlüsselbergerarchiv, 56, fol. 364. AK Adel im Wandel, 387. In der Emigrantenliste von 1628 scheint der Name Urkauff auf. Neumann, Steyr, 38. 2670 Begriff und Erläuterung Dr. Wacha, PI 21. Dezember 2004: Eine Art Schutzgeld, welches das Verbleiben im Glauben und im Land gewährleistete. Mayrhofer/Katzinger, Linz, 146. 2671 Schuster, Geheime Gesellschaften, 509f. Von den Arabern überliefert, gelangte der Glaube an die Alchemie (Goldmacherkunst) nach Spanien und ganz Europa. Seit dem 13. Jh wurde sie von den Autoritäten auf dem Gebiet der Naturwissenschaften anerkannt. Papst Johann XXII. erließ 1317 eine Bulle gegen die Anhänger der Goldmacherkunst. Ks Rudolf II. (Regierungszeit 1576>1612), Ferdinand III. (Rz 1637>1657), Leopold I. (Rz 1658>1705) waren ebenfalls der Hermetik zugetan. Im Kunsthistor. Museum Wien findet sich eine Erläuterung wie im 17. Jh Silber in Gold verwandelt wurde: Ein Medaillon aus einer Legierung von Gold, Silber und Kupfer wurde in Säure getaucht, das Silber herausgelöst, >die goldgelbe Farbe entstand. KuHiMu, Münzkabinett. 2672 Mayrhofer/Katzinger, Linz, 359. Wacha, PI 21. Dezember 2004. vHabsburg-Lothringen Franz EH, ua persönl. PI 11. Oktober 2007. 2673 Zweiter Gemahl der Barbara Engl vWagrain. Schäffer, GHft Hagen/Inhaber, Bd I,II. Vgl Schäffer, Khueperger, 44 ff; 58, 94ff. Bischoff, Khueperger und Kölnböck aus bürgerlichen Familien stammend, besaßen vm untitulierte Wappenbriefe, nicht das Adelsprädikat „von“. 2674 Siebmacher, Bd 27, 158. 2675 vHabsburg-Lothringen Franz EH, persönl. PI 11. Oktober 2007, PA. Samwer, Gesch. Wallsee, 75, 87 (PA Habsburg-Lothringen). Schäffer, Khueperger, 58,109. 2676 Mag. Manfred Heiderer, Pfarrer von Sindelburg, persönl. PI 12. November 2012. Sonnleitner, Festschrift Pf. Sindelburg, 11, 15. Heute nicht mehr zugänglich. Salome Kölnböck verstarb am 25. August 1616 im Alter von 46 Jahren zu Salaberg. Nemrod war gezwungen, seinen Besitz zu verkaufen, so 1618 Schloss Seggau an Stephan Eggmüller: Riegler, Burgen, Schlösser, Ruinen, 97.
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Adelsgeschlechter Hagen
Titel
Adelsgeschlechter Hagen
Autor
Hanna und Herbert Schäffer
Verlag
Austria-Forum
Ort
Linz
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
406
Schlagwörter
Oberösterreich, Linz
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorbemerkungen 1
  2. Die Herren Sunelburg und ihr Wappen 7
  3. Die Stammburg der Herren Sunelburg 16
  4. Stammtafel der Edlen Sunelburg 21
  5. Das Auftreten der Sunelburger in Urkunden 22
  6. Hohold (Irmingard Pürten) 22
  7. Reginhard privignus 26
  8. Reginhard (I.) 28
  9. Walchun Sunelburg-Lungau 29
  10. Reginhard (II.) 30
  11. Elisabeth 31
  12. Beatrix 32
  13. Konrad (Benedicta von Haunsperg ) 37
  14. Beiträge zu mit den Edlen Sunelburg versippten Adelsgeschlechtern, den Sta 45
  15. Grafen Dornberg x - Lungau 46
  16. Dietmar I. (Irmingard vPürten ) 47
  17. Wolfram I. 49
  18. Hugo 49
  19. Dietmar II. 50
  20. Wolfram III. 54
  21. Edelfreien vAmerang - Schleunz 59
  22. Pabo 64
  23. Pabo I. Amerang-Schleunz (Elisabeth Sunelburg ) 65
  24. Pabo II. vAmerang-Schleunz (Anzbach, Elisabeth Waxenberg ) 68
  25. Otto I. Schleunz (Kunigunde Lengenbach/Velburg-Clam, Kunigunde Mern/Mähren)….………… 74
  26. Hochfreien Perg/Machland / Clam 83
  27. Walchun III. Machland-Lungau 85
  28. Hartlieb 87
  29. Otto II. (Kloster Erla ) 88
  30. Walchun IV. (Beatrix Sunelburg ) 94
  31. Grafen Bergtheim/Velburg -Clam 98
  32. Hermann (Adelheid Machland-Clam) 99
  33. Otto (Elisabeth Schleunz) 102
  34. Ulrich (Kunigunde Lengenbach) 105
  35. Stammtafel der Hochfreien Haunsperg 108
  36. Hochfreie Haunsperg 109
  37. Besitzungen der Hochfreien Haunsperg 114
  38. Linz/Donau -Haunsperger 119
  39. Meginhard I. 131
  40. Friedrich I. 132
  41. Benedicta (Schönhering , Sunelburg , Wilhering ) 134
  42. Luitgard (Erchenbert Moosbach ) 134
  43. Gottschalk I. (Otilia Wilhering) 138
  44. Friedrich III. de Lincz 140
  45. Ulrich I. (Adelheid von Au) 141
  46. Gottschalk II. 145
  47. Hinweise auf Elisabeth und Adelheid Haunsperg 152
  48. Stammtafel der Schönhering-Plankenberg 154
  49. Edlen Schönhering - Plankenberg 155
  50. Pernhart I. 160
  51. Engelbert I. Schönhering (Benedicta Haunsperg ) 162
  52. Engelbert II. Schönhering-Plankenberg (Kunigunde) 166
  53. Verbindung mit den Herrn Rosenberg/Witigonen (Witigo) 176
  54. Stammtafel der Rosenberg 176
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