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Die Johanneskirche zu Sindelburg unterstand dem Schutz des Herren vSunelburg, des
Patronatsherren, der sie auf eigenem Grund und aus eigenen Mitteln hatte erbauen und mit
Pfründenvermögen zur Gewährleistung des Unterhaltes des Geistlichen und seiner
kirchlichen Aufgaben ausstatten lassen hatte.2681 Diese Patronatsstellung behielt der
jeweilige Besitzer der „Sunnilburg“, der nachfolgenden Veste und des späteren Schlosses
Wallsee bei. In der Todesanzeige vom 13. Februar 2012 für Ing. EH Franz Salvator
vHabsburg-Lothringen, wurde explizit seine Stellung als Patronatsherr der Pfarrkirche
Sindelburg angeführt.2682
Laut Ortmayr/Decker musste um 1110 der nördliche Teil der Pfarre Aschbach an Sindelburg
abgegeben werden. Die Pfarre Sindelburg sei aus Teilen der Pfarren Aschbach und
Wolfsbach gegründet worden.2683
Frühe Erwähnungen der Kirche von Sindelburg/Sindelburgs scheinen 1071, 1111, 1113,
1122, 1138>1147/48, speziell 1142/43 auf:
Unter den „pauca de dominicalibus nostris“, mit welchen am 25. Juni 1071 Bi Altmann vP
(1065>1091) das wiederhergestellte, regulierten Chorherren übergebene Kloster St.
Florian/OÖ versorgte, waren Zehente von Sunelburg enthalten: „Ad svnilburch mansum
unum et dimidium et duas partes decimationis“. Das Erzherzogliche Historikerteam nahm für
1071 in Verbindung mit dem Ableben Hoholds (vSunelburg-Dornberg x) einen
Patronatsherren-Wechsel an, mit bischöflich angeordneter Abgabe von Zehent-Teilen an
„Neu-St. Florian“.2684
St. Florian hatte auch im 12. Jh zwei Drittel des Zehents in der Pfarre Sindelburg inne, sie
werden ua am 23. August 1111 als im Besitze des Klosters befindlich erwähnt und am 26.
Juni 1113 durch Bi Ulrich vP (vStill/Heft) bestätigt: „Ad Svnilburch mansus unus et dimidius,
et due partes decimationis“.2685 Die Kirche mit ihrem Widum (1 ½ Mansen und 2/3 Zehent),
damals ein Gut des Stiftes St. Florian, fand am 18. März 1122 Erwähnung.2686
In einer zu Hohenau ausgestellten Tauschurkunde (zw 1138>1147/48) zw Bi Reginbert vP
und Propst Balduin vArdacker über die Pfarrkirche Stephanshart und ihre Filialkirche
Zeidlarn, wird in der zugehörigen Grenzbeschreibung auch Sindelburg erwähnt: „…usque in
uallem que diuidit Sunelburch, et istam ecclesiam finit sub danubio“. UdZ Rudigerus de
Aheim.2687
Als Bi Reginbert vP (vHagenau, 1138>1148, aus der Stifterfamilie von Stift Seitenstetten
stammend, s.o.) das von seinen Eltern dem Stift Seitenstetten gewidmete Allod Pfaffstetten
2681
Habsburg-Lothringen, Studie Burg Wallsee (Erzherzogl. Habsburgisches PA, Wallsee ); http://www.i-
gap.at/~gmd_wal/content_1640.hml ; und Ebidat-Burgendatenbank des europ. Burgeninstitutes „Burgen an Rhein
und Donau“, http://www.ms-visucom.de/cgi-bin/ebidat.pl?id=1520. Das angegebene Aussterben der Herren
vSunelburg 1136 ist unrichtig und beruht vm auf der nicht profund erforschten Konvoluts-Urkunde des Stiftes
Rein, da Konrad vSunelburg noch Ende 1145 testierte, erst kurz danach verstarb.
2682
vHabsburg-Lothringen Franz EH, persönl. PI 11. Oktober 2007. Vgl Neubauer, Thalheim, 238f.
2683
Ortmayr/Decker, Benediktinerstift Seitenstetten, 28. Weltin/Zehetmayer, NÖUB, I, 222: 1049 besaß Salzburg
einen Wirtschaftshof zu Aschbach, wo 823 noch Passau begütert war; 1109 verfügte Passau über die Pfarre.
2684
OÖUB, II, 95/LXXV, dat. Passau, 25. Juni 1071; Dimidium = halbes Gut. Habsburg-Lothringen, Studie Burg
Wallsee, 1, und persönl. PI 11. Oktober 2007: Das Forscherteam nahm 1071, im Zusammenhang mit dem Todfall
Hoholds, einen Patronatsherrenwechsel an. Fleck, Pfarre Sindelburg, 14. Buchmayr, PI 23. August 2013.
Maidhof, PU, 241. Handel-Mazzetti, Wallsee/Sunelburg, 109. Bi Altmann nahm am 17. März 1077 zu Forchheim
an der Wahl des Saliers Hzg Rudolfs vRheinfelden/Schwaben (1077>1080) zum Gegenkönig teil. Hermann
vSalm 1081>1087/88. Boshof, PR, I, 112/378. Sokop, Stammtafeln, 27.
2685
Stülz, St. Florian, 209, X. In der Auflistung der zahlreichen Besitzungen des Stiftes St. Florian durch Bi Ulrich
vP von 1111 werden neben Sindelburg Güter „ad Meirstorf unam“, „ad Horbach (Harbach) unam, ad Tabirsheim
(Taversheim) unam, ad Pulgarn unam, ad Luffenberch unam…“ u.a. angeführt. Zu 26. Juni 1113: AStiSF,
Passau, X. kalend. Septemb.; Stülz, St. Florian, 223,XII; vgl OÖUB,II, 95,139,142,146; 152/53/CII, 18. März 1122.
2686
Weigl, Ortsnamen NÖ, 125. Plesser, Sindelburg-Wallsee, 153/ 2. OÖUB, II, 152ff/53/CII, dat. Passau, 18.
März 1122. Rehberger/Wunschheim, Topographia Florianensis, 118. Maidhof, PU, 241.
2687
MB, XXIX/2, 28f/XXXVIII, Domus Ardacker, Hohenau iuxta Oenum, unter 1138>1148 (Sedenzzeit Bi
Reginberts vP, vHagenau). Meindl, Aham, 22.
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Buch Adelsgeschlechter Hagen"
Adelsgeschlechter Hagen
- Titel
- Adelsgeschlechter Hagen
- Autor
- Hanna und Herbert Schäffer
- Verlag
- Austria-Forum
- Ort
- Linz
- Datum
- 2014
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 406
- Schlagwörter
- Oberösterreich, Linz
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen
Inhaltsverzeichnis
- Vorbemerkungen 1
- Die Herren Sunelburg und ihr Wappen 7
- Die Stammburg der Herren Sunelburg 16
- Stammtafel der Edlen Sunelburg 21
- Das Auftreten der Sunelburger in Urkunden 22
- Hohold (Irmingard Pürten) 22
- Reginhard privignus 26
- Reginhard (I.) 28
- Walchun Sunelburg-Lungau 29
- Reginhard (II.) 30
- Elisabeth 31
- Beatrix 32
- Konrad (Benedicta von Haunsperg ) 37
- Beiträge zu mit den Edlen Sunelburg versippten Adelsgeschlechtern, den Sta 45
- Grafen Dornberg x - Lungau 46
- Dietmar I. (Irmingard vPürten ) 47
- Wolfram I. 49
- Hugo 49
- Dietmar II. 50
- Wolfram III. 54
- Edelfreien vAmerang - Schleunz 59
- Pabo 64
- Pabo I. Amerang-Schleunz (Elisabeth Sunelburg ) 65
- Pabo II. vAmerang-Schleunz (Anzbach, Elisabeth Waxenberg ) 68
- Otto I. Schleunz (Kunigunde Lengenbach/Velburg-Clam, Kunigunde Mern/Mähren)….………… 74
- Hochfreien Perg/Machland / Clam 83
- Walchun III. Machland-Lungau 85
- Hartlieb 87
- Otto II. (Kloster Erla ) 88
- Walchun IV. (Beatrix Sunelburg ) 94
- Grafen Bergtheim/Velburg -Clam 98
- Hermann (Adelheid Machland-Clam) 99
- Otto (Elisabeth Schleunz) 102
- Ulrich (Kunigunde Lengenbach) 105
- Stammtafel der Hochfreien Haunsperg 108
- Hochfreie Haunsperg 109
- Besitzungen der Hochfreien Haunsperg 114
- Linz/Donau -Haunsperger 119
- Meginhard I. 131
- Friedrich I. 132
- Benedicta (Schönhering , Sunelburg , Wilhering ) 134
- Luitgard (Erchenbert Moosbach ) 134
- Gottschalk I. (Otilia Wilhering) 138
- Friedrich III. de Lincz 140
- Ulrich I. (Adelheid von Au) 141
- Gottschalk II. 145
- Hinweise auf Elisabeth und Adelheid Haunsperg 152
- Stammtafel der Schönhering-Plankenberg 154
- Edlen Schönhering - Plankenberg 155
- Pernhart I. 160
- Engelbert I. Schönhering (Benedicta Haunsperg ) 162
- Engelbert II. Schönhering-Plankenberg (Kunigunde) 166
- Verbindung mit den Herrn Rosenberg/Witigonen (Witigo) 176
- Stammtafel der Rosenberg 176