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Pirchegger verweist auf eine Überlieferung Abt Hermanns vRein (1439>1470), wonach auf
dem St. Ulrichsberg/Rein eine starke Burg und mit ihr verbunden eine St. Ulrichskapelle
gestanden haben sollen. Mw könnte dies die Runaburg, das Domizil Graf Waldos vReun
gewesen sein, nach welcher er sich benannte und deren Bausubstanz letztlich zum Kloster-
und Kirchenbau verwendet worden sein mag. Auch ein befestigter Herrenhof wäre denkbar.
Reun wird zw 1041 und 1060 erstmals als Besitz des Edlen Waltfried („nobilis vir in
Carinthia“) zugleich mit Chrowata (Krautbat östlich Knittelfeld) und Weingärten genannt. 2814
Waltfried war auch an der oberen Sulm begütert, gab ein Gut bei Sulb „in Chapella iuxta
Sulpam“ an das Erzbistrum Salzburg, musste in Folge von diesem Besitz nur den
„Slawenzehent“ entrichten - „der aus einigen Garbenbündeln bestand, nicht wirklich die
zehente Garbe war, wie es das kirchliche Zehentgebot vorschrieb“. Auch der Edle Eppo war
an der Sulm begütert, welcher aufgrund der Vermögensteilung als enger Verwandter
Waltfrieds anzunehmen ist. Dem Bistum Brixen verkauften Waltfried und seine Gemahlin
(Berchta?) ze 1050 und 1065 ihr Erbgut bei Schwanberg (Sulm, Stulnegg), das ihnen nach
der Vermögensteilung mit dem ungenannten Bruder zugefallen war, und sein mütterliches
Gut zu Otternitz/bei St. Martin im Sulmtal östlich von Schwanberg. Waltfried könnte dem
Geschlecht der Eppensteiner zuzuordnen sein. Zw 1075 bis 1090 gab ein Edler Walt dem
Bischof vBrixen sein Erbgut an der Sulm und tauschte damit Brixener Besitz zu „Riuna“ und
Hengist zurück.2815
In der Errichtungsurkunde von St. Lambrecht 1103 werden (als zweiter Zeuge) Graf Walt
vRuina und auch Waltchon vom Lungau angeführt. Die Urkunde erwähnt auch ein
Kärntner Herzogslehen Waldos im Mürztal.2816
P. Alanus Lehr nennt in seiner Auflistung der Gründer und Wohltäter des Stiftes Rein ua
Waldo und seine Gemahlin Irmgardis: 2817 >
*Waldo. Comes de Valle Runae. Cuius die Locus Patrimoniu fuerat. Et Otak. Marchio. Pater
Leop.per traditionem acceperat. Obitus 5. Jan.“
*Irmgardis. Comitissa de Runa forte fuit. Conju(n)x D. Comitis Waldonia.
Obitus 23. August.
Gf Waldo (mit den Formbach und Waldeck-Traisen verwandt, welche mit den Aribonen,2818
vm auch den Eppensteinern versippt waren) ua in der Steiermark begütert, verstarb am 5.
Jänner 1122 bzw 1129, ohne männliche Nachkommen, mit Hinterlassung einer einzigen
Tochter.2819
2814
Pirchegger, Steir. Klöster, 14f.
2815
Pirchegger, Steir. Klöster, 15. Hier drängt sich der Parallelitätsgedanke zu Eppo vWindberg und Pernhart
vSchönhering-Plankenberg bzgl des gemeinsamen Besitzes Kleinzell auf (s.u. Pernhart I. vSchönhering x). Berta
gilt als weiblicher Leitname bei den Traisen. Um 1050 gaben ferner ein Edler namens Walchuon und seine Frau
Kuniza (Kunigund) 30 Huben an der Sulm an Brixen. Zw 1070>1080 gab die Edle Kunigund/Kuniza (Gemahlin
Walchuns) ihr Erbgut in Grazlup, Hengist und Runa an Brixen, welche Orte als Eppensteiner Gut aufscheinen,
was ihre Abstammung aus diesem Geschlecht vermuten lässt.
2816
Pirchegger, Steir. Klöster, 17.
2817
Catalogus Defunctoru Abbatu…./ Fundatores et Benefactores Ecclesiae ac Mnrii Runensis, fol. 81. Müller,
persönl. PI 24. Nov. 2010. (Zu Benedicta s.u. Haunsperg, Engelbert I. vSchönhering, Cholo II. vWilhering). Necr.
Seccoviensia, 342, Januarius 5. Non „M. Waldo marchio unus de fundatoribus Rvne“, o. Jahr. Am 23. August/10.
kal. ist „Irmgardis com a
de Runa“ angeführt. Am 26. September/7. kal. auch Mgf Leopold I., Gemahlin Sophia
vBayern und Sohn Otacher III. als Gründer angeführt. Vgl Sokop, Stammtafeln. 5.
2818
Mezler-Andelberg, Kirche in der Steiermark, 100; und PI: Waldo „vReun“, Verwandter der Eppensteiner, war
auch in OÖ begütert.
2819
Meiller, BR, 211/Nrn 111: 1120. Zauner, PI 21. Dezember 2003: 1122, da 1124 „Waldonische Güter“ bereits
verschenkt wurden. In den Stammbäumen der Formbacher scheint er nicht auf. Meiller, BR, 211/Nrn 111ff: 1120.
Beide ohne Beleg oder Nennung der Quelle. Pickl/Wresounig, Langenwang, 28: Um 1129.
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Adelsgeschlechter Hagen
- Titel
- Adelsgeschlechter Hagen
- Autor
- Hanna und Herbert Schäffer
- Verlag
- Austria-Forum
- Ort
- Linz
- Datum
- 2014
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 406
- Schlagwörter
- Oberösterreich, Linz
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen
Inhaltsverzeichnis
- Vorbemerkungen 1
- Die Herren Sunelburg und ihr Wappen 7
- Die Stammburg der Herren Sunelburg 16
- Stammtafel der Edlen Sunelburg 21
- Das Auftreten der Sunelburger in Urkunden 22
- Hohold (Irmingard Pürten) 22
- Reginhard privignus 26
- Reginhard (I.) 28
- Walchun Sunelburg-Lungau 29
- Reginhard (II.) 30
- Elisabeth 31
- Beatrix 32
- Konrad (Benedicta von Haunsperg ) 37
- Beiträge zu mit den Edlen Sunelburg versippten Adelsgeschlechtern, den Sta 45
- Grafen Dornberg x - Lungau 46
- Dietmar I. (Irmingard vPürten ) 47
- Wolfram I. 49
- Hugo 49
- Dietmar II. 50
- Wolfram III. 54
- Edelfreien vAmerang - Schleunz 59
- Pabo 64
- Pabo I. Amerang-Schleunz (Elisabeth Sunelburg ) 65
- Pabo II. vAmerang-Schleunz (Anzbach, Elisabeth Waxenberg ) 68
- Otto I. Schleunz (Kunigunde Lengenbach/Velburg-Clam, Kunigunde Mern/Mähren)….………… 74
- Hochfreien Perg/Machland / Clam 83
- Walchun III. Machland-Lungau 85
- Hartlieb 87
- Otto II. (Kloster Erla ) 88
- Walchun IV. (Beatrix Sunelburg ) 94
- Grafen Bergtheim/Velburg -Clam 98
- Hermann (Adelheid Machland-Clam) 99
- Otto (Elisabeth Schleunz) 102
- Ulrich (Kunigunde Lengenbach) 105
- Stammtafel der Hochfreien Haunsperg 108
- Hochfreie Haunsperg 109
- Besitzungen der Hochfreien Haunsperg 114
- Linz/Donau -Haunsperger 119
- Meginhard I. 131
- Friedrich I. 132
- Benedicta (Schönhering , Sunelburg , Wilhering ) 134
- Luitgard (Erchenbert Moosbach ) 134
- Gottschalk I. (Otilia Wilhering) 138
- Friedrich III. de Lincz 140
- Ulrich I. (Adelheid von Au) 141
- Gottschalk II. 145
- Hinweise auf Elisabeth und Adelheid Haunsperg 152
- Stammtafel der Schönhering-Plankenberg 154
- Edlen Schönhering - Plankenberg 155
- Pernhart I. 160
- Engelbert I. Schönhering (Benedicta Haunsperg ) 162
- Engelbert II. Schönhering-Plankenberg (Kunigunde) 166
- Verbindung mit den Herrn Rosenberg/Witigonen (Witigo) 176
- Stammtafel der Rosenberg 176