Österreichische Eishockey-Liga 2012/13

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Meister: Saison läuft
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Die Saison 2012/13 der Österreichischen Eishockeyliga begann am 6. September 2012. Titelverteidiger ist der EHC Linz.

Inhaltsverzeichnis

Teilnehmende Mannschaften

Karte aller Vereins-Standorte der Saison 2012/13

Bereits kurz nach Ende der vorangegangenen Meisterschaft erwog der HC Innsbruck, der bereits bis zur Saison 2008/09 in der höchsten Spielklasse aktiv war, sich nach dem Sieg in der Nationalliga um den Wiederaufstieg zu bewerben.[1] Der ÖEHV hatte zuvor den Antrag der Innsbrucker, in die italienische Serie A1 zu wechseln, abgelehnt, die dank niedrigerer Budgets leichter zu finanzieren gewesen wäre.[2] Der HCI veröffentlichte hierzu einen offenen Brief [3], der ÖEHV argumentierte jedoch mit der Tatsache, dass es in Österreich ohnehin zu wenige Eishockeyclubs gäbe, die den Sport auf professioneller Ebene finanzieren konnten. Infolgedessen entschied sich der Vorstand des HC Innsbruck im Mai, den Antrag für den Wiederaufstieg in die EBEL zu stellen. Diesem wurde bei der Ligasitzung in Klagenfurt entsprochen.[4]

Neben den Tirolern entschloss sich auch der Vorarlberger Club EC Dornbirn, den Aufstieg in die höchste Spielklasse zu wagen. Damit nahmen erstmals seit über zehn Jahren wieder acht österreichische Clubs an der höchsten Spielklasse des Landes teil. [5]

Anfang April wurde außerdem bekannt, dass der Deutsche Zweitligist Landshut Cannibals einen Einstieg in Erwägung zog. Die Deutschen hatten ebenso die Option, um zwei Millionen Euro die DEL-Lizenz der Hannover Scorpions zu erwerben, was dem Club jedoch Berichten zufolge zu teuer war.[6] Das Vorhaben der Cannibals rief Erinnerungen an das Vorgehen des EHC München hervor, der zwei Jahre zuvor den möglichen EBEL-Einstieg als Druckmittel gegen die DEL anwandte, und das Vorhaben verlief letzten Endes im Sande.

Auch der slowakische Club ŠHK 37 Piešťany hatte mit einer Teilnahme an der EBEL spekuliert und bereits einen Antrag auf Aufnahme gestellt, der slowakische Verband verweigerte dem Vorhaben jedoch die Zustimmung.

HK Jesenice

Die Situation beim HK Jesenice war bereits in der Vorsaison kritisch geworden. Mehrmals verließen Spieler den verschuldeten Club, der die Spielzeit mit einem Rumpfkader beenden musste und dabei den letzten Platz belegte. Zwischenzeitlich war eine Spendenaktion der Fans ins Leben gerufen worden, die jedoch kaum half. Daher sah bereits zum Ende des Grunddurchgangs der Saison 2011/12 alles nach einem Ausstieg der Slowenen aus. Dies bewahrheitete sich im Mai; bei der Ligasitzung zum Ablauf der neuen Saison einigte man sich darauf, dass die Slowenen eine mehrjährige Pause einlegen sollten, um sich finanziell zu konsolidieren. [7]

Das konnte der Verein jedoch auch finanziell nicht stemmen und gab am 31. August 2012 seine Auflösung bekannt.[8]

Teams der Saison 2012/13

(gereiht nach Vorjahrsplatzierung)

Mannschaft Vorjahresplatzierung Trainer
OsterreichÖsterreich EHC Liwest Linz Meister KanadaKanada Rob Daum
OsterreichÖsterreich EC KAC Vizemeister SchweizSchweiz Christian Weber
KroatienKroatien KHL Medveščak Zagreb Halbfinal-Out KanadaKanada Marty Raymond
SlowenienSlowenien HDD Olimpija Ljubljana Halbfinal-Out FinnlandFinnland Heikki Mälkiä (bis November 2012)
SlowenienSlowenien Bojan Zajc
OsterreichÖsterreich EC Red Bull Salzburg Viertelfinal-Out KanadaKanada Pierre Pagé
UngarnUngarn Alba Volán Székesfehérvár Viertelfinal-Out KanadaKanada Kevin Primeau (bis November 2012)
TschechienTschechien Jan Neliba
OsterreichÖsterreich Vienna Capitals Viertelfinal-Out SchwedenSchweden Tommy Samuelsson
TschechienTschechien Orli Znojmo Viertelfinal-Out TschechienTschechien Martin Stloukal
OsterreichÖsterreich EC VSV 9. FinnlandFinnland Hannu Järvenpää [9]
OsterreichÖsterreich EC Graz 99ers 10. KanadaKanada Mario Richer
OsterreichÖsterreich EC Dornbirn neu in der Liga KanadaKanada Dave MacQueen[10]
OsterreichÖsterreich HC Innsbruck neu in der Liga KanadaKanada Danny Naud

Farmteams

Nachdem die österreichischen EBEL-Clubs in den letzten beiden Jahren Farmteams in der Oberliga bzw. Nationalliga betrieben hatten und die Ergebnisse eher durchwachsen ausgefallen waren, gab es bereits zum Jahreswechsel 2012 Planungen, eine EBEL-interne Nachwuchsliga ins Leben zu rufen. Für alle EBEL-Clubs, ungeachtet ihrer Nationalität, sollte die Teilnahme verpflichtend sein.[11]

Modus und Reglement

Der Modus blieb im Vergleich zum Vorjahr praktisch unverändert. Im Grunddurchgang wird eine doppelte Hin- und Rückrunde gespielt, was 44 Spiele je Mannschaft ergibt. Es folgen eine Platzierungsrunde für die Teams auf den Plätzen eins bis sechs und eine Qualifikationsrunde für die restlichen sechs Teams und die beiden letzten Playoff-Plätze.

Die Post-Season wird anschließend mit Viertelfinale, Halbfinale und Finale ausgetragen, wobei in der ersten Runde die drei bestplatzierten Teams ihre Gegner aus dem unteren Tableau wählen können.

Transfers

Die Mannschaft der Salzburger wurde in der Off-Season einer Runderneuerung unterzogen, der zahlreiche ehemalige Leistungsträger weichen mussten. Mit Ryan Glenn wurde ein neuer Verteidiger verpflichtet. Ebenso kehrte Ryan Duncan nach einem Jahr bei den Portland Pirates an die Salzach zurück. Von den Ligakonkurrenten Zagreb (Ryan Kinasewich) und Linz (Justin Keller) wurden zwei Top-Stürmer der Liga verpflichtet.
Mit Fabian Weinhandl wurde der ehemalige Torhüter der Graz 99ers verpflichtet. Zudem konnte man Verteidiger Adrian Veideman für sich gewinnen, der im Vorjahr mit dem EHC Linz Meister geworden war. Jamie Fraser kam aus Ljubljana, Zdenek Blatny wurde ebenfalls von den 99ers übernommen. Als Ergänzung zu Weinhandl wurde Matthew Zaba vom italienischen Erstligisten HC Bozen nach Wien geholt.
Der wichtigste Wechsel beim VSV erfolgte auf der Trainerposition, wo der Finne Hannu Järvenpää vom Ligakonkurrenten Olimpija Ljubljana geholt wurde. Auf der Torhüterposition konnte Bernhard Starkbaum zunächst mit einer Ausstiegsklausel für das Ausland gehalten werden, kurze Zeit später jedoch machte er von dieser Gebrauch und verließ den Club für ein Engagement bei MODO Hockey in Schweden. Sein Backup Marco Wieser kehrte nach Übersee zurück und wurde durch Thomas Höneckl aus Salzburg ersetzt. Auch ein Großteil der Transferkartenspieler wurde ersetzt, wobei Coach Järvenpää hier im Wesentlichen auf Spieler aus Ljubljana zurückgriff. Antti Pusa kam vom HK Jesenice an die Drau.
Beim EC KAC beendete Urgestein Christoph Brandner seine Karriere. Stürmer Dieter Kalt verließ den Club drei Jahre nach seiner Heimkehr ebenso wieder. Die letztjährigen Neuzugänge Joey Tenute und Andrei Sjusin beendeten ihr Gastspiel, stattdessen wurden mit Jamie Lundmark und Patrick Harand zwei neue Stürmer verpflichtet. Der Vertrag mit Trainer Christian Weber, der das Amt im Lauf der Vorsaison von Manny Viveiros übernommen hatte, wurde um drei Jahre verlängert.
Der Meisterkader der Linzer blieb im Wesentlichen unverändert. Die Verteidiger Adrian Veideman (zu den Vienna Capitals) und Jan-Axel Alavaara (Karriereende) wurden durch Marc-André Dorion und Andrew Hedlund ersetzt, Stürmer Justin Keller (zu den Red Bulls Salzburg) durch Brett Engelhardt. Zusätzlich konnten die jungen Spieler Bernhard Fechtig (von EC Dornbirn) und Kevin Macierzynski (von VEU Feldkirch) verpflichtet werden.
Bei den Laibachern folgte nach der Vorsaison ein Aderlass. Liga-Topscorer John Hughes verließ den Club ebenso wie Torhüter Jean-Philippe Lamoureux. Scott Hotham, Brad Cole und Justin Taylor folgten Coach Hannu Järvenpää zum EC VSV. Als Ersatz wurden vom neuen Coach Heikki Mälkiä, der vom Lokalrivalen HK Jesenice gekommen war, mit Chris D'Alvise, Simon Ferguson, Scott Freeman, Alexandre Imbeault, Michael Ratchuk und Andrew Thomas mehrere junge Spieler aus Übersee unter Vertrag genommen.
Die Kroaten ließen mit Greg Day einen ihrer besten Stürmer ziehen und ersetzten diesen durch Alex Leavitt, der im Jahr zuvor für den finnischen Club Hämeenlinnan Pallokerho aufgelaufen war. Dazu wurde Nathan Perkovich von den Albany Devils nach Kroatien geholt. Damit sollte auch der Abgang von Ryan Kinasewich kompensiert werden, der nach Salzburg wechselte. Das erfolgreiche Torhüterduo aus Robert Kristan und Michael Ouzas konnte gehalten werden.
Die Graz 99ers verlängerten den Vertrag von Torhüter Frédéric Cloutier und ließen Fabian Weinhandl ziehen, der zu den Capitals wechselte, von denen wiederum Sebastian Stefaniszin als Backup und Verteidiger Martin Oraze verpflichtet wurden. Mit Greg Day wurde ein Stürmer zurückgeholt, der nach mehreren Jahren in Graz zwischenzeitlich zwei Jahre lang für Zagreb aufgelaufen war. Dazu kam mit Andy Delmore ein weiterer ehemaliger Zagreber. Nach mehreren Jahren in Deutschland kehrte auch Bob Wren nach Österreich zurück, der einst mit Mike Craig bei den Wienern ein erfolgreiches Stürmerduo gebildet hatte. Mit Olivier Labelle vom ECHL-Club Reading Royals wurden die Sturmreihen zusätzlich verstärkt.
Nur wenige Veränderungen gab es im Kader des einzigen ungarischen EBEL-Clubs, wo Stürmer István Sofron von vielen ausländischen Clubs umworben wurde, letztlich jedoch seinen Vertrag erfüllte. Derek Ryan wechselte nach der erfolgreichen Vorsaison zum VSV. Als Ausgleich wurde Frank Banham aus Ljubljana geholt. Ebenfalls neu hinzu kamen mit Kyle Bailey und Tyler Metcalfe zwei weitere Stürmer.
Die Vorarlberger mussten ihren Kader von Grund auf neu aufbauen. Zu einem Stamm junger Spieler gesellte sich Patrick DesRochers als Torhüter neben Hannes Enzenhofer, der damit in die erste Liga zurückkehrt. Dazu kam mit Scott Aarsen, Jonathan D'Aversa, Olivier Magnan, Luciano Aquino, Michael Henrich, Andrew Kozek, Clark MacLean, Logan MacMillan und Dale Mitchell eine Anzahl größtenteils junger Legionäre. Danny Bois (vormals Salzburg) und John Hecimovic (Zagreb) bringen bereits EBEL-Erfahrung mit.
Die Znaimer ließen den im Verlauf der Vorsaison verpflichteten Stürmer Mike Danton ziehen. Neu hinzu kam mit Burke Henry ein EBEL-erfahrener Verteidiger. Dazu stießen mit Kyle Wharton, Kim Strömberg und Ondrej Fiala weitere neue Spieler.
Beim HC Innsbruck wurden die Verträge einiger junger Spieler aus dem Nationalliga-Team verlängert. Auf der Torhüter-Position konnte man mit Patrick Machreich und dem italienischen Nationaltorwart Thomas Tragust ein ausgeglichenes Gespann verpflichten. Mit Craig Switzer, Anthony Aquino kamen neue Legionäre ins Team. Außerdem konnte Jon Insana von den Capitals verpflichtet werden.

Transfers im Zuge des NHL-Lockouts

Aufgrund des Lockouts in der National Hockey League fand ab Oktober auch eine Anzahl Spieler aus der nordamerikanischen Topliga den Weg in die EBEL, wenngleich alle Verträge zunächst bis 14. Dezember beschränkt sind. Die getätigten Transfers sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst.

Mannschaft Spieler
EC VSV Michael Grabner (Stürmer, Österreich, New York Islanders)
EC Graz 99ers Thomas Vanek (Stürmer, Österreich, Buffalo Sabres)
HC Innsbruck Andreas Nödl (Stürmer, Österreich, Carolina Hurricanes)
Vienna Capitals Corey Potter (Verteidiger, USA, Edmonton Oilers)
HC Orli Znojmo Bryan Bickell (Stürmer, Kanada, Chicago Blackhawks)
KHL Medveščak Zagreb Dustin Jeffrey (Stürmer, Kanada, Pittsburgh Penguins)
EC KAC Tyler Myers (Verteidiger, Kanada, Buffalo Sabres)
Sam Gagner (Stürmer, Kanada, Edmonton Oilers)
Andrew Cogliano (Stürmer, Kanada, Anaheim Ducks)
HDD Olimpija Ljubljana Jan Mursak (Stürmer, Slowenien, Detroit Red Wings)
EC Red Bull Salzburg David Clarkson (Stürmer, Kanada, New Jersey Devils)
Derick Brassard (Stürmer, Kanada, Columbus Blue Jackets)
Johnny Boychuk (Verteidiger, Kanada, Boston Bruins)
Tobias Enstrom (Verteidiger, Schweden, Winnipeg Jets)
Derek Dorsett (Stürmer, Kanada, Columbus Blue Jackets)

Saisonvorbereitung

Wie in den vergangenen Spielzeiten spielten die EBEL-Clubs mehrere Turniere zur Vorbereitung auf die neue Saison. Das wichtigste dieser Turniere stellt die dritte Austragung der European Trophy dar, an der erneut der EC Red Bull Salzburg und die Vienna Capitals teilnahmen.

Übersicht über alle Vorbereitungs-Turniere

Anmerkung: Mannschaften aus der EBEL sind fett dargestellt

Turnier Zeitraum Teilnehmende Mannschaften Endstand
Regionální Pohár
(Tschechien)
7. August bis 6. September 2012 HC Orli Znojmo
HC Dukla Jihlava (1. tschechische Liga)
HC Olomouc (1. tschechische Liga)
IHC Písek (1. tschechische Liga)
SK Horácká Slavia Třebíč (1. tschechische Liga)
1. SK Horácká Slavia Třebíč
2. HC Olomouc
3. HC Orli Znojmo
4. HC Dukla Jihlava
5. IHC Písek
Rudi-Hiti-Sommercup
Bled
16. bis 19. August 2012 EC VSV
HDD Olimpija Ljubljana
KHL Medveščak Zagreb
HDD Olimpija Ljubljana
Stavanger Oilers (GET-ligaen)
NCAA-Auswahl
1. KHL Medveščak Zagreb
2. HK Jesenice
3. EC VSV
4. HDD Olimpija Ljubljana
5. Stavanger Oilers
6. NCAA-Auswahl
Gäubodenvolksfest-Pokalturnier
Straubing
17. bis 19. August 2012 EC KAC
Augsburger Panther (DEL)
Straubing Tigers (DEL)
Nürnberg Ice Tigers (DEL)
1. Straubing Tigers
2. Augsburger Panther
3. EC KAC
4. Nürnberg Ice Tigers
Dolomitencup
Bruneck/Neumarkt
23. bis 26. August 2012 EHC Linz
HC Lugano (NLA)
Iserlohn Roosters (DEL)
HC Pustertal (Serie A1)
Lørenskog IK (GET-ligaen)
1. HC Lugano
2. Iserlohn Roosters
3. EHC Linz
4. Lørenskog IK
5. HC Pustertal
Imhof-Cup
Landshut
24. bis 26. August 2012 EC Graz 99ers
HC Thurgau (National League B)
Landshut Cannibals (2. Eishockey-Bundesliga)
HC Energie Karlovy Vary (Tipsport Extraliga)
1. EC Graz 99ers
2. Landshut Cannibals
3. HC Energie Karlovy Vary
4. HC Thurgau
Gábor-Ocskay-Gedenkturnier
Székesfehérvár
1. bis 2. September 2012 SAPA Fehérvár AV19
HDD Olimpija Ljubljana
EHC Red Bull München (DEL)
HC Vítkovice Steel (Tipsport Extraliga)
1. EHC Red Bull München
2. SAPA Fehérvár AV19
3. HC Vítkovice Steel
4. HDD Olimpija Ljubljana

Grunddurchgang

Hauptrunde

Erste Hinrunde (Runden 1 bis 11)

Das Amphitheater in Pula, Austragungsort von zwei Freiluftspielen.

Mit der Auftaktrunde am 6. September startete die Liga so früh wie nie zuvor in die neue Saison. Gleich vom Start weg machte der EC VSV auf sich aufmerksam und setzte sich mit souveränen Leistungen an die Tabellenspitze. Die Mannschaft erwies sich als offensiv wie defensiv herausragend und entschied Spiele gegen designierte Favoriten zum Teil mit deutlichen Ergebnissen für sich. Dieser Lauf wurde jedoch zwischenzeitlich gebremst, als Stammtorhüter Jean-Philippe Lamoureux nach einer Tätlichkeit gegen einen Schiedsrichter für fünf Spiele gesperrt wurde und dessen Backup Thomas Höneckl sich nicht als stark genug erwies. [12]

Ebenfalls stark präsentierten sich nach der verpatzten Vorsaison die Vienna Capitals, die sich gemeinsam mit KHL Medveščak Zagreb als erste Verfolger der Villacher etablierten. Der EC Dornbirn erwies sich als würdiger Neuzugang und konnte trotz vieler Niederlagen sein Niveau beweisen. Im Gegensatz dazu machte der HC Innsbruck in negativer Hinsicht von sich reden, da die Mannschaft den schlechtesten Saisonstart seit Gründung der EBEL für sich verbuchte und bereits nach wenigen Spielen abgeschlagen auf dem letzten Platz stand. Mit einem Schnitt von mehr als fünf Gegentoren pro Spiel zeigte das Team auch die schlechteste Defensivleistung der EBEL-Historie.

In negativer Hinsicht Schlagzeilen machte auch der EC Red Bull Salzburg, wo zwischenzeitlich sogar an Trainer Pierre Pagé gerüttelt wurde. Die Mannschaft zeigte sich inkonstant und vor allem defensiv schwach; interne Querelen schwächten die Mannschaft zusätzlich.[13] Torhüter Alex Auld wurde entlassen und zwischenzeitlich durch Bernd Brückler ersetzt. Ähnlich erging es auch Meister Linz, wo trotz des nur geringfügig veränderten Kaders viele Niederlagen mit zum Teil auffallend vielen Gegentoren zu Buche standen. Die Linzer reagierten darauf, indem sie ihren langjährigen Stamm-Torwart Alex Westlund entließen und durch den EBEL-erfahrenen David LeNeveu ersetzten. [14]

Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Liga gleich zu Beginn durch zwei Freiluftspiele, die von KHL Medveščak Zagreb im Amphitheater Pula veranstaltet wurden. Der HDD Ljubljana und die Vienna Capitals traten gegen die Kroaten in der historischen Arena an, worüber auch in der internationalen Presse berichtet wurde.

Auch zwei Trainerwechsel wurden relativ knapp nach Beginn der Spielzeit vermeldet. In Ljubljana wurde Heikki Mälkiä nach nur wenigen Spielen entlassen und durch Co-Trainer Bojan Zajc ersetzt. Bei Székesfehérvár wurde der Vertrag von Kevin Primeau gelöst, und der Tscheche Jan Neliba übernahm dessen Posten.

Auf dem Transfermarkt wurde vor allem von dem Lockout in der National Hockey League profitiert (s. hierzu auch Transfers). Insbesondere das Gastspiel von Thomas Vanek bei den 99ers erfuhr große mediale Aufmerksamkeit und brachte dem Club ein deutliches Zuschauerplus. Im Zuge des Lockouts wurde seitens der Liga auch die Transferfrist verlängert.

Erste Rückrunde (Runden 12 bis 22)

Im zweiten Viertel des Grunddurchgangs zeichneten sich einige vor der Saison nicht erwartete Entwicklungen ab. So konnten sich Alba Volán Székesfehérvár und Orli Znojmo in der Tabelle weiter nach oben orientieren, während der EC KAC in die untere Tabellenhälfte abrutschte. Die Klagenfurter, die zwischenzeitlich bis zu elf Verletzte Spieler hatten, kämpften mit einer mangelhaften Torausbeute, was auch durch die Verpflichtung von drei Lockout-Spielern – namentlich Tyler Myers, Sam Gagner und Andrew Cogliano – nicht kompensiert werden konnte.

Der EC Red Bull Salzburg hatte insbesondere in der Defensive Probleme und machte ebenso durch eine rege Transfertätigkeit auf sich aufmerksam; auch hier wurden mit Johnny Boychuk, Derick Brassard und Derek Dorsett neben Rob Schremp (zuletzt in der KHL) gleich mehrere Lockout-Spieler verpflichtet [15]. Eine ähnliche Verteidigungsschwäche beendete auch den Lauf des EC VSV, der rasch ins Mittelfeld der Tabelle abrutschte. Mit Antti Pusa machte ein Spieler des Clubs auch abseits des Eises Schlagzeilen, nachdem er in betrunkenem Zustand eine Wohnungstür verwechselt hatte [16]

Zagreb führte zwischenzeitlich erstmals die EBEL-Tabelle an. Die Liga profitierte gleichzeitig auch vom jährlich von den Kroaten veranstalteten Arena Ice Fever, in dessen Rahmen der Club eine Reihe von Begegnungen in der 15.000 Zuschauer fassenden Arena Zagreb austrug.

Die Liga-Neulinge Dornbirn und Innsbruck hatten weiterhin mit dem gegenüber der Nationalliga deutlich höheren Niveau der Liga zu kämpfen, wobei die Vorarlberger den Sprung deutlich besser meisterten und den Anschluss an das Tabellen-Mittelfeld bewahren konnten. Der HC Innsbruck schlitterte in mehrere hohe Niederlagen, in denen der Klassenunterschied deutlich erkennbar war.

Meister Linz stabilisierte seine Leistungen nach dem Torhüterwechsel und näherte sich dank verbesserter Konstanz der oberen Tabellenhälfte an. Ljubljana ließ letztere jedoch vermissen und gewann weiterhin überraschend gegen deutlich stärker eingeschätzte Gegner, während die Mannschaft gleichzeitig als Pflichtsiege zu betrachtende Partien verlor.

Die Capitals profitierten indessen von einer herausragenden Defensive und festigten ihren Platz unter den Top-Mannschaften der Liga.

Kreuztabelle der Ergebnisse

Stand: Nach Runde 26, 30. November 2012


Legende:
KAC = EC KAC, VSV = EC VSV, VIC = EV Vienna Capitals, G99 = EC Graz 99ers, HCI = HC Innsbruck, ECD = EC Dornbirn, EHL = EHC Linz, OLJ = HDD Olimpija Ljubljana, AVS = Alba Volán Székesfehérvár, MZA = KHL Medveščak Zagreb, ZNO = HC Orli Znojmo, RBS = EC Red Bull Salzburg

Schiedsrichter

In der folgenden Liste sind alle an der Saison 2011/12 beteiligten Schiedsrichter aufgeführt. In Klammer ist angegeben, ob der Schiedsrichter eine Lizenz der internationalen Eishockey-Föderation zum Leiten internationaler Begegnungen besitzt (IIHF). Die neu eingeführten Rückennummern sind in der Liste mit angegeben.[17]

  • OsterreichÖsterreich #9 Altersberger Roland
  • OsterreichÖsterreich #17 Berneker Thomas
  • OsterreichÖsterreich #45 Bogen Martin
  • SlowenienSlowenien #2 Dremelj Igor
  • OsterreichÖsterreich #12 Erd Ulrich
  • SlowenienSlowenien #5 Fajdiga Ales
  • OsterreichÖsterreich #18 Falkner Robert
  • OsterreichÖsterreich #10 Fladenhofer Werner
  • OsterreichÖsterreich #21 Fussi Wolfgang
  • UngarnUngarn #11 Gebei Peter
  • OsterreichÖsterreich #7 Graber Michael
  • OsterreichÖsterreich #6 Jelinek Christian
  • SlowenienSlowenien #23 Kamsek Luka
  • OsterreichÖsterreich #14 Kaspar Christian
  • OsterreichÖsterreich #19 Kellner Roland
  • UngarnUngarn #33 Kincses Gergely
  • OsterreichÖsterreich #24 Podlesnik Gerald
  • OsterreichÖsterreich #34 Potocan Christian
  • OsterreichÖsterreich #3 Smetana Ladislav
  • OsterreichÖsterreich #8 Sporer Gerhard
  • SlowenienSlowenien #4 Trilar Viktor
  • OsterreichÖsterreich #38 Veit Georg

Disziplinarsenat und Department of Player Safety

Zur Ahndung von Verstößen gegen das Regelwerk auf und abseits des Eises wurde ein neuer Disziplinarsenat eingeführt, der sich in zwei Ebenen gliederte. Die EBEL-Rechtskommission kümmerte sich nun um juristische Fragen wie Spieleranmeldungen u. Ä., während das Department of Player Safety (kurz: DOPS) sich um Vergehen auf dem Eis kümmerte. Lyle Seitz, der im Vorjahr zur Qualitätssicherung bei der Schiedsrichterarbeit engagiert worden war, entschied darin gemeinsam mit Mitgliedern des zur Vereinigung Hockey Europe gehörenden Gremiums über Disziplinarmaßnahmen wie z. B. Sperren. Gleichzeitig wurde erstmals ein Casebook für die EBEL vorgelegt.[18]

Einzelnachweise

  1. Innsbruck überlegt EBEL-Aufstieg, Bericht auf www.eishockey.at vom 4. April 2012
  2. Innsbruck darf nicht nach Italien wechseln, Bericht auf www.hockeyfans.at vom 6. März 2012
  3. Offener Brief des HC Innsbruck auf www.hockeyfans.at vom 1. Februar 2012
  4. Innsbruck plant mit 15 Österreichern und 2 Millionen Budget, Bericht auf www.hockeyfans.at vom 23. Mai 2012
  5. Dornbirn und Innsbruck machen 12er-Liga komplett, Bericht auf www.hockeyfans.at vom 23. Mai 2012
  6. Wollen die Landshut Cannibals in die EBEL?, Bericht auf www.hockeyfans.at vom 5. April 2012
  7. Es ist fix - Dornbirn steigt in die EBEL auf, Jesenice ist raus, Bericht auf www.hockeyfans.at vom 23. Mai 2012
  8. HK Jesenice löst sich auf
  9. Järvenpää ist neuer VSV-Trainer, Bericht auf www.eishockey.at vom 5. April 2012
  10. Head Coach für Dornbirn, Bericht auf www.eishockey.at vom 18. Juni 2012
  11. Das Tauziehen um die Junior-EBEL, Bericht auf www.hockeyfans.at vom 6. April 2012
  12. Fünf Spiele Sperre für VSV-Goalie Lamoureux, Bericht auf hockeyfans.at vom 20. Oktober 2012
  13. Läuft Pages Zeit in Salzburg ab?, Bericht auf hockeyfans.at vom 6. November 2012
  14. Goalietausch in Linz, LeNeveu kommt für Westlund, Bericht auf hockeyfans.at vom 9. November 2012
  15. Salzburg holt drei neue Legionäre, Bericht auf www.hockeyfans.at vom 26. November 2012
  16. VSV-Crack Pusa kommt mit Geldstrafe davon, Bericht auf www.hockeyfans.at vom 12. November 2012
  17. Liste der EBEL-Referees auf eishockeyschiedsrichter.at
  18. Änderungen in der Eishockeyliga, Bericht auf derstandard.at vom 7. September 2012