Regionalwahlkreis Unterland

Wahlkreis Unterland
Regionalwahlkreise Oesterreich.png
Staat Österreich
Bundesland Tirol
Region Unterland
Anzahl der Mandate 3[1]
Wahlberechtigte 118.142 (2008)[2]
Wahlbeteiligung 72,1 %[2]
Wahldatum 28. September 2008

Der Regionalwahlkreis Unterland ist ein Regionalwahlkreis in Österreich, der bei Wahlen zum Nationalrat für die Vergabe der Mandate im ersten Ermittlungsverfahren gebildet wird. Der Wahlkreis umfasst den Bezirk Kitzbühel und den Bezirk Kufstein. Bei der letzten Nationalratswahl 2008 waren im Regionalwahlkreis Unterland 118.142 Personen wahlberechtigt, wobei bei der Wahl die Österreichische Volkspartei (ÖVP) mit 32,2 % als stärkste Partei hervorging. Von den angetretenen Parteien erzielte lediglich die ÖVP eines der drei Direktmandate im Regionalwahlkreis Unterland.[2]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Nach dem Ende des Staates Österreich-Ungarn wurden für das Gebiet Tirols mit der Wahlordnung 1918 für die Wahl der konstituierenden Nationalversammlung zwei Wahlkreise geschaffen, wobei für das Gebiet des heutigen Regionalwahlkreises der Wahlkreis Nordtirol (Wahlkreis 25) gebildet wurde, der mit Ausnahme Osttirols das gesamte, heutige Bundesland Tirol umfasste.[3] Nachdem Gebiete wie Südtirol und Südböhmen endgültig von Österreich an die Nachfolgestaaten Österreich-Ungarns abgetreten hatten werden mussten, wurde aus den verbliebenen Teilen Tirols, der Wahlkreis Tirol (Wahlkreis 18) geschaffen.[4] Nachdem die Wahlordnung von 1923 von der austrofaschistischen Regierung 1934 außer Kraft gesetzt worden war, wurde die ursprüngliche Einteilung der Wahlkreise nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Verfassungsgesetz vom 19. Oktober 1945 weitgehend wieder eingeführt.[5] Mit der Nationalrats-Wahlordnung 1971 kam es zu einer tiefgreifenden Wahlkreisreform, mit der die Anzahl der Wahlkreise in Österreich auf nur noch neun reduziert wurde. Für das Bundesland Tirol änderte sich dadurch bis auf die Nummer des Wahlkreises (nun Wahlkreis 7) nichts.[6] Mit Inkrafttreten der Nationalrats-Wahlordnung 1992 wurde das österreichische Bundesgebiet schließlich in 43 Regionalwahlkreise unterteilt und somit ein drittes Ermittlungsverfahren eingeführt, wobei die Bezirke Kitzbühel und Kufstein zum Wahlkreis Unterland (Wahlkreis 7C) zusammengefasst wurden.[7] 1993 wurden dem Regionalwahlkreis drei Mandate zugewiesen,[8] wobei die Neuberechnung der Mandatsverteilung im Jahr 2002 (nach den Ergebnissen der Volkszählung 2001) zu keinen Veränderungen führte.[9]

Seit der Schaffung des Wahlkreises gelang es der ÖVP bei vier von sechs Wahlen, nämlich 1994 und seit 2002 die relative Mehrheit zu erzielen, wobei sie bei der Nationalratswahl 2002 mit 52,8 % ihr bestes Ergebnis sowie einmalig die absolute Mehrheit erreichte. Bei der Nationalratswahl 1995 verzeichnete die ÖVP mit 29,5 % ihr schlechtestes Ergebnis und rutschte ebenso wie 1999 hinter die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) zurück, die in diesen Beiden Jahren jeweils zur Stimmenstärksten Partei wurde. Die FPÖ kam 1999 mit 31,5 % zu ihrem besten Wahlergebnis, rutschte jedoch bis 2006 auf nur mehr 11,9 % ab. Durch das Abrutschen der FPÖ konnte die Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) wie bereits 1994 den 2. Platz erringen, den sie seit 2002 verteidigen konnte. Ihr bestes Ergebnis erreichte die SPÖ 1995 mit 26,8 %, zuletzt verbuchte die SPÖ jedoch 2008 mit 18,5 % ihr schlechtestes Ergebnis. Die Grünen – Die grüne Alternative (GRÜNE) erreichten seit der Gründung des Wahlkreises in der Regel zwischen 8 und 9 % der Stimmen, wobei sie 1995 mit 5,7 % ihr schlechtestes Ergebnis und 2006 mit 9,8 % ihr bestes Ergebnis verzeichnete.

Wahlergebnisse

Nationalratswahl im Wahlkreis 7C 2008
 %
50
40
30
20
10
0
32,2 %
(-13,4 %p)
18,5 %
(-4,4 %p)
18,2 %
(+6,3 %p)
8,2 %
(-1,6 %p)
11,5 %
(+7,7 %p)
11,4 %
(+5,4 %p)
2006

2008

Nationalratswahlen im Regionalwahlkreis Unterland[2][10]
Wahltermin GM[11] ÖVP SPÖ FPÖ GRÜNE BZÖ LIF Sonstige
9. Oktober 1994 Stimmenanteile (%) 33,3 25,9 25,1 8,8 - 4,6 2,3
3 Grundmandate 1 0 0 - - 0 0
17. Dezember 1995 Stimmenanteile (%) 29,5 26,8 30,6 5,7 - 5,5 1,9
3 Grundmandate 1 0 1 0 - 0 0
3. Oktober 1999 Stimmenanteile (%) 31,2 24,0 31,5 8,0 - 2,8 2,5
3 Grundmandate 1 0 1 0 - 0 0
24. November 2002 Stimmenanteile (%) 52,8 24,1 12,1 9,0 - 1,4 0,6
3 Grundmandate 1 0 0 0 - 0 0
1. Oktober 2006 Stimmenanteile (%) 45,6 22,9 11,9 9,8 3,8 - 6,0
3 Grundmandate 1 0 0 0 0 - 0
28. September 2008 Stimmenanteile (%) 32,2 18,5 18,2 8,2 11,5 1,6 9,8
3 Grundmandate 1 0 0 0 0 0 0

Einzelnachweise

  1. Bundesministerium für Inneres - Wahlkreiseinteilung
  2. a b c d Ergebnis der Nationalratswahl 2008 auf den Seiten des Bundesministeriums für Inneres
  3. Wahlordnung 1918
  4. Nationalrats-Wahlordnung 1923
  5. Staatsgesetzblatt 51/1945 Gesetz Nr. 198
  6. Nationalrats-Wahlordnung 1971 BGBl. 391/1970
  7. Nationalrats-Wahlordnung 1992 BGBl. 471/1992
  8. BGBl. 322/1993 Kundmachung: Zahl der auf jeden Wahlkreis entfallenden Mandate für die Wahl des Nationalrates
  9. BGBl. 337a/2002 Kundmachung: Zahl der auf jeden Wahlkreis entfallenden Mandate für die Wahl des Nationalrates
  10. Wahlergebnisse ab 1995
  11. Anzahl der zu vergebenden Grundmandate

Literatur

  • Verbindungsstelle der Bundesländer beim Amt der Niederösterreichischen Landesregierung: Wahlstatistik. Die Wahlen in den Bundesländern seit 1945. Nationalrat und Landtage. 8. Auflage, Wien 1994