Regionalwahlkreis Wien Innen-Süd

Wahlkreis Wien Innen-Süd
Regionalwahlkreise Oesterreich.png
Staat Österreich
Bundesland Wien
Anzahl der Mandate 3[1]
Wahlberechtigte 112.558 (2008)[2]
Wahlbeteiligung 73,7 %[2]
Wahldatum 28. September 2008

Der Regionalwahlkreis Wien Innen-Süd (Wahlkreis 9A) ist ein Regionalwahlkreis in Österreich, der bei Wahlen zum Nationalrat für die Vergabe der Mandate im ersten Ermittlungsverfahren gebildet wird. Der Wahlkreis umfasst die drei Wiener Gemeindebezirke 3. Landstraße, 4. Wieden und 5. Margareten. Bei der letzten Nationalratswahl 2008 waren im Regionalwahlkreis Wien Innen-Süd 40.094 Personen wahlberechtigt, wobei bei der Wahl die Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) mit 29,0 % als stärkste Partei hervorging. Bei der Wahl konnte keine der kandidierenden Parteien eines der drei Grundmandate erreichen.[2]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Nach dem Ende des Staates Österreich-Ungarn wurden für das Gebiet Wiens mit der Wahlordnung 1918 für die Wahl der konstituierenden Nationalversammlung sieben Wahlkreise geschaffen, wobei für das Gebiet des heutigen Regionalwahlkreises die Wahlkreise Innen-Ost (Wahlkreis 1) und Wien Südost (Wahlkreis 5) bestanden, die jedoch auch andere Bezirke umfassten.[3] Nachdem Wien von Niederösterreich Anfang der 1920er Jahre seine Selbständigkeit erlangt hatte und Gebiete wie Südtirol und Südböhmen endgültig von Österreich an die Nachfolgestaaten abgetreten worden waren, erfolgte 1923 die Neuordnung der Wahlkreise. Diese Neuordnung wirkte sich jedoch nicht auf die bestehenden Wahlkreise Wiens aus.[4] Nachdem die Wahlordnung von 1923 von der austrofaschistischen Regierung 1934 außer Kraft gesetzt worden war, wurde die ursprüngliche Einteilung der Wahlkreise nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Verfassungsgesetz vom 19. Oktober 1945 weitgehend wieder eingeführt, wenngleich die Grenzen der Wahlkreise an die veränderten Grenzen Wiens angeglichen wurden.[5] Mit der Nationalrats-Wahlordnung 1971 kam es zu einer tiefgreifenden Wahlkreisreform, mit der die Anzahl der Wahlkreise in Österreich auf nur noch neun reduziert wurde. Für das Bundesland Wien bestand in der Folge nur noch ein Wahlkreis (nun Wahlkreis 9).[6] Mit Inkrafttreten der Nationalrats-Wahlordnung 1992 wurde das österreichische Bundesgebiet schließlich in 43 Regionalwahlkreise unterteilt und somit ein drittes Ermittlungsverfahren eingeführt, wobei die Bezirke Landstraße, Wienden und Margareten zum Regionalwahlkreis Wien Innen-Süd (Wahlkreis 9A) zusammengefasst wurden.[7] 1993 wurde dem Regionalwahlkreis vier Mandate zugewiesen,[8] wobei die Neuberechnung der Mandatsverteilung im Jahr 2002 (nach den Ergebnissen der Volkszählung 2001) zu eine Reduktion auf drei Grundmandate führte.[9]

Seit der Schaffung des Wahlkreises gelang es der SPÖ bei jeder Wahl stimmenstärkste Partei zu werden, wobei sie bei der Nationalratswahlen 1995 mit 38,8 % ihr bisher bestes Ergebnis erreichte. Ihr schlechtestes Ergebnis verbuchte die SPÖ bei der letzten Nationalratswahl 2008, als sie auf 29,0 % kam. Die Österreichische Volkspartei (ÖVP) belegte bei drei der sechs Wahlen den 2. Platz, wobei sie 2002 mit 32,4 % ihr bestes Ergebnis erzielte und nur noch knapp hinter der SPÖ lag. Auch die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) erreichte bei den Wahlen 1994 und 1999 den 2. Platz bzw. 1999 mit 22,6 % ihren Höchststand. Sowohl ÖVP und FPÖ rutschten jedoch nach 2002 bzw. 1999 stark ab, sodass die Die Grünen – Die grüne Alternative (GRÜNE) 2008 auf den zweiten Platz im Regionalwahlkreis vorstoßen konnten. Sie erzielten im Jahr 2006 mit 24,2 % ihre Bestmarke.

Wahlergebnisse

Nationalratswahl im Wahlkreis 9A 2008
 %
40
30
20
10
0
29,0 %
(-5,8 %p)
20,1 %
(-4,7 %p)
22,7 %
(-1,5 %p)
14,9 %
(+4,2 %p)
4,1 %
(+2,5 %p)
9,2 %
(+5,3 %p)
2006

2008

Nationalratswahlen im Regionalwahlkreis Wien Innen-Süd[2][10]
Wahltermin GM[11] SPÖ ÖVP FPÖ GRÜNE BZÖ LIF Sonstige
9. Oktober 1994 Stimmenanteile (%) 33,0 20,4 22,1 12,0 - 10,8 1,7
4 Grundmandate 1 0 0 - - 0 0
17. Dezember 1995 Stimmenanteile (%) 38,8 22,7 19,4 8,0 - 9,5 1,6
4 Grundmandate 1 0 0 0 - 0 0
3. Oktober 1999 Stimmenanteile (%) 31,9 19,7 22,6 13,8 - 9,1 2,9
4 Grundmandate 1 0 0 0 - 0 0
24. November 2002 Stimmenanteile (%) 36,6 32,4 7,4 21,0 - 1,2 1,4
3 Grundmandate 1 1 0 0 - 0 0
1. Oktober 2006 Stimmenanteile (%) 34,8 24,8 10,7 24,2 1,6 - 3,9
3 Grundmandate 1 0 0 0 0 - 0
28. September 2008 Stimmenanteile (%) 29,0 20,1 14,9 22,7 4,1 5,6 3,6
3 Grundmandate 0 0 0 0 0 0 0

Einzelnachweise

  1. Bundesministerium für Inneres - Wahlkreiseinteilung
  2. a b c d Ergebnis der Nationalratswahl 2008 auf den Seiten des Bundesministeriums für Inneres
  3. Wahlordnung 1918
  4. Nationalrats-Wahlordnung 1923
  5. Staatsgesetzblatt 51/1945 Gesetz Nr. 198
  6. Nationalrats-Wahlordnung 1971 BGBl. 391/1970
  7. Nationalrats-Wahlordnung 1992 BGBl. 471/1992
  8. BGBl. 322/1993 Kundmachung: Zahl der auf jeden Wahlkreis entfallenden Mandate für die Wahl des Nationalrates
  9. BGBl. 337a/2002 Kundmachung: Zahl der auf jeden Wahlkreis entfallenden Mandate für die Wahl des Nationalrates
  10. Wahlergebnisse ab 1995
  11. Anzahl der zu vergebenden Grundmandate

Literatur

  • Verbindungsstelle der Bundesländer beim Amt der Niederösterreichischen Landesregierung: Wahlstatistik. Die Wahlen in den Bundesländern seit 1945. Nationalrat und Landtage. 8. Auflage, Wien 1994