Landeswahlkreis Vorarlberg

Wahlkreis 8: Vorarlberg
Regionalwahlkreise Oesterreich.png
Staat Österreich
Bundesland Vorarlberg
Wahlkreisnummer 8
Anzahl der Mandate 8[1]
Wahlberechtigte 525.960 (2008)[2]
Wahlbeteiligung 70,6 %[2]
Wahldatum 28. September 2008
Abgeordnete

Der Landeswahlkreis Vorarlberg ist ein Landeswahlkreis in Österreich, der bei Wahlen zum Nationalrat für die Vergabe der Mandate im zweiten Ermittlungsverfahren gebildet wird. Der Wahlkreis umfasst das Bundesland Vorarlberg. Bei der letzten Nationalratswahl 2008 waren im Landeswahlkreis Vorarlberg 262.709 Personen wahlberechtigt, wobei bei der Wahl die Österreichische Volkspartei (ÖVP) mit 31,3 % als stärkste Partei hervorging. Von den acht zu vergebenden Grundmandaten entfielen vier Mandate auf die ÖVP, zwei auf die Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) und je eines auf die Die Grünen – Die grüne Alternative (GRÜNE) , die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) und das Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ). Gegenüber der Nationalratswahl 2006 bedeutete dies für die ÖVP einen Verlust von einem Grundmandat während FPÖ und BZÖ je ein Mandat gewinnen konnten.[2]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Nach dem Ende des Staates Österreich-Ungarn wurden für das Gebiet Vorarlbergs mit der Wahlordnung 1918 für die Wahl der konstituierenden Nationalversammlung ein Wahlkreis, der Wahlkreis Vorarlberg (Wahlkreis 27) geschaffen.[3] Nachdem Gebiete wie Südtirol und Südböhmen endgültig von Österreich an die Nachfolgestaaten Österreich-Ungarns abgetreten worden waren, erfolgte eine Reduzierung der Gesamtzahl der Wahlkreise. Dadurch erhielt der Wahlkreis Vorarlberg die Wahlkreisnummer 19.[4] Nachdem die Wahlordnung von 1923 von der austrofaschistischen Regierung 1934 außer Kraft gesetzt worden war, wurde die ursprüngliche Einteilung der Wahlkreise nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Verfassungsgesetz vom 19. Oktober 1945 weitgehend wieder eingeführt.[5] 1971 wurde mit der Nationalrats-Wahlordnung 1971 schließlich eine tiefgreifende Wahlkreisreform durchgeführt, mit der die Anzahl der Wahlkreise in Österreich auf nur noch neun reduziert wurde. Für das Bundesland Vorarlberg änderte sich dadurch jedoch nur die Wahlkreisnummer (nun Wahlkreis 8).[6] Mit Inkrafttreten der Nationalrats-Wahlordnung 1992 wurde das österreichische Bundesgebiet schließlich in 43 Regionalwahlkreise unterteilt und somit ein drittes Ermittlungsverfahren eingeführt, wobei der Landeswahlkreis Vorarlberg (Wahlkreis 8) für das erste Ermittlungsverfahren in die zwei Regionalwahlkreise Vorarlberg Nord (8A) und Vorarlberg Süd unterteilt wurde.[7] Der Landeswahlkreis Vorarlberg erhielt in der Folge 1993 sieben Mandate zugewiesen,[8] wobei die Neuberechnung der Mandatsverteilung zwischen den Bundesländern im Jahr 2002 (nach den Ergebnissen der Volkszählung 2001) für den Landeswahlkreis Vorarlberg zur Erhöhung der Mandatszahl auf acht Grundmandate führte.[9]

Wahlergebnisse

Nationalratswahl in Vorarlberg 2008
 %
50
40
30
20
10
0
31,3 %
(-10,7 %p)
14,1 %
(-4,4 %p)
17,2 %
(+0,8 %p)
16,1 %
(+5,2 %p)
12,8 %
(+9,6 %p)
8,5 %
(-0,5 %p)
2006

2008

Nationalratswahlen im Landeswahlkreis Vorarlberg[2][10]
Wahltermin GM[11] ÖVP SPÖ FPÖ/
WdU
GRÜNE BZÖ LIF Sonstige
25. November 1945 Stimmenanteile (%) 70,0 27,5 - - - - 2,5
4 Grundmandate 3 1 - - - - 0
9. Oktober 1949 Stimmenanteile (%) 56,4 18,9 21,9 - - - 2,8
4 Grundmandate 2 0 1 - - - 0
22. Februar 1953 Stimmenanteile (%) 55,6 22,7 18,8 - - - 3,0
5 Grundmandate 3 1 1 - - - 0
13. Mai 1956 Stimmenanteile (%) 60,8 26,8 10,3 - - - 2,1
5 Grundmandate 3 1 0 - - - 0
10. Mai 1959 Stimmenanteile (%) 56,4 30,1 12,1 - - - 1,4
5 Grundmandate 3 1 0 - - - 0
18. November 1962 Stimmenanteile (%) 55,9 28,0 14,9 - - - 1,3
5 Grundmandate 3 1 0 - - - 0
6. März 1966 Stimmenanteile (%) 61,8 22,1 12,9 - - - 3,2
5 Grundmandate 3 1 0 - - - 0
1. März 1970 Stimmenanteile (%) 54,7 31,0 13,6 - - - 0,7
5 Grundmandate 3 1 0 - - - 0
10. Oktober 1971 Stimmenanteile (%) 51,6 36,6 11,1 - - - 0,7
6 Grundmandate 3 2 0 - - - 0
5. Oktober 1975 Stimmenanteile (%) 53,1 35,9 10,2 - - - 0,8
6 Grundmandate 3 2 0 - - - 0
6. Mai 1979 Stimmenanteile (%) 55,0 33,4 10,7 - - - 1,0
6 Grundmandate 3 2 0 - - - 0
24. April 1983 Stimmenanteile (%) 60,3 27,3 7,2 2,0 - - 3,2
7 Grundmandate 4 1 0 0 - - 0
23. November 1986 Stimmenanteile (%) 53,1 25,5 12,0 8,8 - - 0,6
7 Grundmandate 3 1 0 0 - - 0
7. Oktober 1990 Stimmenanteile (%) 40,4 28,9 17,2 5,3 - - 9,2
7 Grundmandate 2 2 1 0 - - 0
9. Oktober 1994 Stimmenanteile (%) 37,8 20,9 23,6 9,0 - 6,5 2,3
7 Grundmandate 2 1 1 0 - 0 0
17. Dezember 1995 Stimmenanteile (%) 34,1 22,9 27,4 7,3 - 7,1 1,2
7 Grundmandate 2 0 1 0 - 0 0
3. Oktober 1999 Stimmenanteile (%) 35,2 18,2 30,2 10,0 - 4,8 1,6
7 Grundmandate 2 1 2 0 - 0 0
24. November 2002 Stimmenanteile (%) 49,2 20,1 13,0 14,5 - 1,6 1,6
8 Grundmandate 3 1 1 1 - 0 0
1. Oktober 2006 Stimmenanteile (%) 42,0 18,5 10,9 16,4 3,2 - 9,0
8 Grundmandate 3 1 0 1 0 - 0
28. September 2008 Stimmenanteile (%) 31,3 14,1 16,1 17,2 12,8 2,6 5,9
8 Grundmandate 2 1 1 1 1 0 0

Einzelnachweise

  1. Bundesministerium für Inneres - Wahlkreiseinteilung
  2. a b c d Ergebnis der Nationalratswahl 2008 auf den Seiten des Bundesministeriums für Inneres
  3. Wahlordnung 1918
  4. Nationalrats-Wahlordnung 1923
  5. Staatsgesetzblatt 51/1945 Gesetz Nr. 198
  6. Nationalrats-Wahlordnung 1971 BGBl. 391/1970
  7. Nationalrats-Wahlordnung 1992 BGBl. 471/1992
  8. BGBl. 322/1993 Kundmachung: Zahl der auf jeden Wahlkreis entfallenden Mandate für die Wahl des Nationalrates
  9. BGBl. 337a/2002 Kundmachung: Zahl der auf jeden Wahlkreis entfallenden Mandate für die Wahl des Nationalrates
  10. Wahlergebnisse ab 1995
  11. Anzahl der zu vergebenden Grundmandate

Literatur

  • Verbindungsstelle der Bundesländer beim Amt der Niederösterreichischen Landesregierung: Wahlstatistik. Die Wahlen in den Bundesländern seit 1945. Nationalrat und Landtage. 8. Auflage, Wien 1994