Regionalwahlkreis Wien Süd-West

Wahlkreis Wien Süd-West
Regionalwahlkreise Oesterreich.png
Staat Österreich
Bundesland Wien
Anzahl der Mandate 6[1]
Wahlberechtigte 212.248 (2008)[2]
Wahlbeteiligung 75,6 %[2]
Wahldatum 28. September 2008
Abgeordnete

Der Regionalwahlkreis Wien Süd-West (Wahlkreis 9E) ist ein Regionalwahlkreis in Österreich, der bei Wahlen zum Nationalrat für die Vergabe der Mandate im ersten Ermittlungsverfahren gebildet wird. Der Wahlkreis umfasst die vier Wiener Gemeindebezirke 13. Hietzing, 14. Penzing, 15. Rudolfsheim-Fünfhaus und 23. Liesing. Bei der letzten Nationalratswahl 2008 waren im Regionalwahlkreis Wien Süd-West 212.248 Personen wahlberechtigt, wobei bei der Wahl Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) mit 33,3 % als stärkste Partei hervorging. Bei der Wahl konnte neben der SPÖ, die zwei Grundmandate erreichte, auch die Österreichische Volkspartei (ÖVP) und die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) je eines der sechs Grundmandate gewinnen.[2]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Nach dem Ende des Staates Österreich-Ungarn wurden für das Gebiet Wiens mit der Wahlordnung 1918 für die Wahl der konstituierenden Nationalversammlung sieben Wahlkreise geschaffen, wobei für das Gebiet des heutigen Regionalwahlkreises die Wahlkreise Wien Südwest (Wahlkreis 6) und Wien West (Wahlkreis 7) entstanden, die jedoch auch weitere Bezirke umfassten. Der Bezirk Liesing, der zu dieser Zeit noch Teil Niederösterreichs war , gehörte zu dieser Zeit zum Wahlkreis Viertel unterm Wienerwald (Wahlkreis 9).[3] Nachdem Wien von Niederösterreich Anfang der 1920er Jahre seine Selbständigkeit erlangt hatte und Gebiete wie Südtirol und Südböhmen endgültig von Österreich an die Nachfolgestaaten abgetreten worden waren, erfolgte 1923 die Neuordnung der Wahlkreise. Diese Neuordnung wirkte sich jedoch nicht auf die bestehenden Wahlkreise Wiens bzw. auf den Wahlkreis Viertel unterm Wienerwald aus.[4] Nachdem die Wahlordnung von 1923 von der austrofaschistischen Regierung 1934 außer Kraft gesetzt worden war, wurde die ursprüngliche Einteilung der Wahlkreise nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Verfassungsgesetz vom 19. Oktober 1945 weitgehend wieder eingeführt, wenngleich die Grenzen der Wahlkreise an die veränderten Grenzen Wiens wie die Eingemeindung Liesings angeglichen wurden.[5] Mit der Nationalrats-Wahlordnung 1971 kam es zu einer tiefgreifenden Wahlkreisreform, mit der die Anzahl der Wahlkreise in Österreich auf nur noch neun reduziert wurde. Für das Bundesland Wien bestand in der Folge nur noch ein Wahlkreis (nun Wahlkreis 9).[6] Mit Inkrafttreten der Nationalrats-Wahlordnung 1992 wurde das österreichische Bundesgebiet schließlich in 43 Regionalwahlkreise unterteilt und somit ein drittes Ermittlungsverfahren eingeführt, wobei die Bezirke FHietzing, Penzing, Rudolfsheim-Fünfhaus und Liesing zum Regionalwahlkreis Wien Süd-West (Wahlkreis 9E) zusammengefasst wurden.[7] 1993 wurde dem Regionalwahlkreis sechs Mandate zugewiesen,[8] wobei die Neuberechnung der Mandatsverteilung im Jahr 2002 (nach den Ergebnissen der Volkszählung 2001) zu keiner Veränderung in der Anzahl der Grundmandate führte.[9]

Wahlergebnisse

Nationalratswahl im Wahlkreis 9E 2008
 %
40
30
20
10
0
33,3 %
(-5,4 %p)
19,6 %
(-5,7 %p)
15,8 %
(-1,6 %p)
18,8 %
(+5,9 %p)
4,9 %
(+3,1 %p)
4,2 %
(n. k.)
3,4 %
(-0,5 %p)
2006

2008

Nationalratswahlen im Regionalwahlkreis Wien Süd-West[2][10]
Wahltermin GM[11] SPÖ ÖVP FPÖ GRÜNE BZÖ LIF Sonstige
9. Oktober 1994 Stimmenanteile (%) 36,9 18,7 22,0 9,7 - 10,8 1,9
6 Grundmandate 2 1 1 - - 0 0
17. Dezember 1995 Stimmenanteile (%) 41,8 22,2 19,4 5,9 - 9,1 1,6
6 Grundmandate 2 1 1 0 - 0 0
3. Oktober 1999 Stimmenanteile (%) 36,5 19,4 24,0 10,2 - 6,9 3,0
6 Grundmandate 2 1 1 0 - 0 0
24. November 2002 Stimmenanteile (%) 41,3 34,0 7,7 14,7 - 1,1 1,2
6 Grundmandate 2 2 0 0 - 0 0
1. Oktober 2006 Stimmenanteile (%) 38,7 25,3 12,9 17,4 1,8 - 3,9
6 Grundmandate 2 1 0 1 0 - 0
28. September 2008 Stimmenanteile (%) 33,3 19,6 18,8 15,8 4,9 4,2 3,4
6 Grundmandate 2 1 1 0 0 0 0

Einzelnachweise

  1. Bundesministerium für Inneres - Wahlkreiseinteilung
  2. a b c d Ergebnis der Nationalratswahl 2008 auf den Seiten des Bundesministeriums für Inneres
  3. Wahlordnung 1918
  4. Nationalrats-Wahlordnung 1923
  5. Staatsgesetzblatt 51/1945 Gesetz Nr. 198
  6. Nationalrats-Wahlordnung 1971 BGBl. 391/1970
  7. Nationalrats-Wahlordnung 1992 BGBl. 471/1992
  8. BGBl. 322/1993 Kundmachung: Zahl der auf jeden Wahlkreis entfallenden Mandate für die Wahl des Nationalrates
  9. BGBl. 337a/2002 Kundmachung: Zahl der auf jeden Wahlkreis entfallenden Mandate für die Wahl des Nationalrates
  10. Wahlergebnisse ab 1995
  11. Anzahl der zu vergebenden Grundmandate

Literatur

  • Verbindungsstelle der Bundesländer beim Amt der Niederösterreichischen Landesregierung: Wahlstatistik. Die Wahlen in den Bundesländern seit 1945. Nationalrat und Landtage. 8. Auflage, Wien 1994