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vom 10.11.2017, aktuelle Version,

Pfarrkirche Häselgehr

Widum und Pfarrkirche hl. Martin
Dichte Schablonen-Dekorationsmalerei und Bilder von Johann Kärle
Einzug der Heiligen auf umlaufender Blechverkleidung von Wendelin Ambrosi

Die Pfarrkirche Häselgehr steht in der Gemeinde Häselgehr im Bezirk Reutte in Tirol. Die römisch-katholische Pfarrkirche hl. Martin gehört zum Dekanat Breitenwang in der Diözese Innsbruck. Die Kirche mit dem selbständigen nördlich liegenden Friedhof mit einer Aufbahrungshalle und dem dazwischen situierten Widum stehen unter Denkmalschutz.

Geschichte

1689 wurde eine Martinskapelle in Unterhöf genannt. 1704 erfolgte ein Neubau, 1721 wurde ein Priester genannt, und 1732 der Neubau geweiht. 1740 wurde das Widum erbaut und die Ausstattung und der Kirchturm restauriert. 1753 wurde das Langhaus verlängert. 1803 erfolgte ein spätklassizistischer Neubau. 1822 wurde der barocke Kirchturm zur Hälfte abgetragen und mit einem Giebelspitzhelm höher ausgeführt. 1891 wurde die Kirche zur Pfarrkirche erhoben.

Architektur

Die Kirche liegt an der Lechbrücke am Nordostrand des Straßendorfes. Das vierjochige Langhaus als breiter Saalraum mit einem Stichkappentonnengewölbe wurde mit einer dichten Schablonendekorationsmalerei von Johann Kärle ausgemalt. Das Langhaus hat im Westen eine Doppelempore auf vier Säulen. Der eingezogene Chor hat einen 3/8-Schluss.

Das Fresken Glorie des hl. Martin im Chor malten 1806 Karl Selb und Josef Anton Selb, sowie im Langhaus Himmelfahrt und Aufnahme Mariens in den Himmel, und über der Orgelempore Esther vor Ahasver.

Johann Kärle malte 1872/1882 Fresken, in der Chorbogenlaibung links bevorrangt Jesus und Maria und ferner Magnus, Theresia, Hedwig, Isabella, Margaretha und Monika, Engel und Taube des hl. Geistes, in der Chorlaibung rechts bevorrangt Vinzenz von Padua und Antonius und ferner Stephan, Ludwig, Alfons und Thomas, Elias und Moses. Am Chorbogen links malte Kärle Krönung Mariens und rechts Erzengel Michael. Kärle malte weiters in den Stichkappen und Dreipässen, links Judith und Holofernes, Krieger mit kniender Frau, Zacharias, Elisabeth und Anna, Jesus im Tempel, und rechts Verkündigung und Heimsuchung. Die Glasfenster mit den Heiligen Jakobus und Andreas, Bartholomäus und Matthäus schuf 1887 die Tiroler Glasmalereianstalt Innsbruck.

Ausstattung

Der Hochaltar aus 1810/1812 wurde 1820 vom Maler Andreas Müller gefasst. Die Figuren Maria und Josef und die beiden auf dem Gebälk sitzenden Engel schuf 1813 der Bildhauer Franz Xaver Renn. Renn ergänzte 1822 die Figuren Petrus und Paulus, Philomena, Barbara, Genoveva und Chlodildis. Das Gemälde Mantelteilung des hl. Martin malte 1813 der Maler Karl Selb. Die Seitenaltäre wurden um 1885/1890 vom Maler Georg Fiegenschuh gefasst. Die Figuren der Seitenaltäre schuf 1903/1904 der Bildhauer Josef Bachlechner der Ältere.

Die Kanzel aus 1906 mit einem neugotischen Aufbau hat am Korb Gemälde Christus als Guter Hirte und die vier Evangelisten. Auf dem Schalldeckel ist die Figur eines Posaunenengel um 1780 von Josef Georg Witwer. Es gibt eine Figur hl. Martin aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts. An der Langhauswand ist eine Blechverkleidung, vom Kurat und Maler Wendelin Ambrosi um 1880 mit dem Einzug der Heiligen bemalt. Die Kreuzwegstationen schuf 1877 Johann Anton Scheidle.

Die Orgel wurde 1938 vom Orgelbau Reinisch-Pirchner gebaut. Die Glocken aus 1907 und 1926 wurden in den zwei Weltkriegen eingeschmolzen. Fünf Glocken goss 1954 die Tiroler Glockengießerei Grassmayr.

Literatur

  Commons: Pfarrkirche hl. Martin, Häselgehr  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien