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vom 03.06.2017, aktuelle Version,

Ulrichskirchen-Schleinbach

Ulrichskirchen-Schleinbach
Wappen Österreichkarte
Wappen von Ulrichskirchen-Schleinbach
Ulrichskirchen-Schleinbach (Österreich)
Ulrichskirchen-Schleinbach
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Mistelbach
Kfz-Kennzeichen: MI
Hauptort: Ulrichskirchen
Fläche: 26,51 km²
Koordinaten: 48° 24′ N, 16° 29′ O
Höhe: 192 m ü. A.
Einwohner: 2.617 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 99 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2122
Vorwahl: 02245
Gemeindekennziffer: 3 16 51
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchenplatz 3
2122 Ulrichskirchen-Schleinbach
Website: www.ulrichskirchen-schleinbach.gv.at
Politik
Bürgermeister: Ernst Bauer (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(21 Mitglieder)
11
6
4
11  6  4 
Von 21 Sitzen entfallen auf:

Lage der Marktgemeinde Ulrichskirchen-Schleinbach im Bezirk Mistelbach
Altlichtenwarth Asparn an der Zaya Bernhardsthal Bockfließ Drasenhofen Falkenstein Fallbach Gaubitsch Gaweinstal Gnadendorf Großengersdorf Großebersdorf Großharras Großkrut Hausbrunn Herrnbaumgarten Hochleithen Kreuttal Kreuzstetten Laa an der Thaya Ladendorf Mistelbach Neudorf bei Staatz Niederleis Ottenthal Pillichsdorf Poysdorf Rabensburg Schrattenberg Staatz Stronsdorf Ulrichskirchen-Schleinbach Unterstinkenbrunn Wildendürnbach Wilfersdorf (Niederösterreich) Wolkersdorf im Weinviertel Niederösterreich Lage der Gemeinde Ulrichskirchen-Schleinbach im Bezirk Mistelbach (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Ulrichskirchen-Schleinbach ist eine Marktgemeinde mit 2617 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Bezirk Mistelbach in Niederösterreich.

Geografie

Ulrichskirchen-Schleinbach liegt im Weinviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 26,5 Quadratkilometer. 26,56 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende drei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2015[1]):

  • Kronberg (446)
  • Schleinbach (1043)
  • Ulrichskirchen (1120)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Kronberg, Schleinbach und Ulrichskirchen.

Natur

Bis Anfang des 19. Jahrhunderts mäandrierte der Rußbach bei Ulrichskirchen und es bestanden ausgedehnte Feuchtgebiete. Um den landwirtschaftlichen Anbau intensivieren zu können, wurde der Rußbach später begradigt und nasse Flächen trockengelegt. Die Maßnahmen hatten schwerwiegende ökologische Defizite zur Folge, viele wassergebundene Tier- und Pflanzenarten verloren ihren Lebensraum. Weiters bewirkten die Maßnahmen, dass Niederschläge schneller abflossen und weiter flussabwärts größere Hochwasserschäden auftraten. Als Korrektiv wurden zwischen 2003 und 2004 zwei Retentionsräume, bei Schleinbach mit 143.000 Kubikmetern und südöstlich von Ulrichskirchen mit 54.000 Kubikmetern, und eine Flußaufweitung östlich von Ulrichskirchen vorgenommen. Dadurch können Hochwasserwellen aufgefangen und abgefedert werden. Durch den Retentionsraum Schleinbach alleine wird die Hochwasserspitze eines hundertjährlichen Hochwassers um rund ein Viertel gedämpft. In den Schleinbacher Retentionsraum wurde ein bestehender Bruchwald miteinbezogen und mehrere Stillgewässer sowie ein Bachlauf geschaffen. Dadurch wurde der Lebensraum u.a. für Wasservögel wiederhergestellt. Als Zugvögel konnten mittlerweile der Große Brachvogel, die Beutelmeise, die Schafstelze, die Krickente und der Wasserwaldläufer beobachtet werden, als Brutvogel Zwergtaucher und Kiebitz.[2]

Im Kreuttal, das vom hier unregulierten Rußbach durchflossen wird, existiert das österreichweit einzige Vorkommen des Speta-Blausterns.

Geschichte

Beim Bau der Gaspipeline Westschiene wurden Siedlungsplätze, die aus der frühen Jungsteinzeit (5. Jahrtausend vor Christus), der Frühbronzezeit (1800–1600 vor Christus) und der Germanenzeit (2./3. Jahrhundert nach Christus) stammen, freigelegt. Der Fund einer Vorratsgrube, in der sich drei Skelette befanden, stammt aus der sogenannten Aunjetitzer Kultur.[3]

In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs, zwischen 14. und 16. April 1945, wurde Schleinbach Schauplatz heftiger und wechselvoller Kämpfe zwischen Truppen der Wehrmacht und der Roten Armee, bei denen 40 deutsche und 15 sowjetische Soldaten ums Leben kamen. Durch Luftangriffe und Artilleriebeschuss entstanden schwere Gebäudeschäden. Die nach Westen abziehenden deutschen Truppen sprengten sieben Brücken, darunter drei Eisenbahnbrücken. Ulrichskirchen wurde am 12. und 19. April aus der Luft angegriffen, wobei Zivilisten getötet wurden und sieben Gebäude abbrannten.[4]

Einwohnerentwicklung

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 2329 Einwohner. 1991 hatte die Marktgemeinde 2253 Einwohner, 1981 2084 und im Jahr 1971 2033 Einwohner.

Politik

Bürgermeister der Marktgemeinde ist Ernst Bauer (ÖVP). Amtsleiterin ist Heidi Holzmann.

Im Gemeinderat gibt es nach der Gemeinderatswahl 2015 bei insgesamt 21 Sitzen folgende Mandatsverteilung:

  • 11 ÖVP,
  • 6 Liste SPÖ und
  • Grünes Kleeblatt 4.

Wappen

Blasonierung: „In Grün eine zweitürmige rotbedachte silberne Kirche in Frontansicht, die Turmdächer mit bekreuzten Turmkugeln besteckt, mit schwarzem Portal, darüber auf dem Langhausgiebel der heilige Ulrich in rotem Gewand (Dalmatik), goldenem Umhang und goldener Mitra, in der Linken einen goldenen Bischofsstab, in der Rechten einen silbernen Fisch haltend.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Musik

Der MVO Schleinbach zählt zu den bekanntesten traditionellen Ortsmusikkapellen in Niederösterreich und lädt regelmäßig zu hochwertigen Konzerten - zum Beispiel alljährlich zum Schlosskonzert im Schloss Ulrichskirchen.

Bauwerke

  • Pfarrkirche Ulrichskirchen: Gotisches Bauwerk mit Chor und Turm, errichtet um 1300
  • Schloss Ulrichskirchen: Ehemalige mittelalterliche Wehrburg, die im 16./17. Jh. zu einer Dreiflügelanlage umgebaut wurde.

Sport

Fußball:

  • SG Ulrichskirchen
  • USC Kronberg

Tennis:

  • TC Ulrichskirchen

Volleyball:

  • VBV Sandleithen

Wirtschaft und Infrastruktur

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 74, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 40. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 978. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 43,32 Prozent.

Das wirtschaftlich größte Unternehmen Schleinbachs ist die Bäckerei Anger.

Söhne und Töchter der Marktgemeinde

Literatur

  • Jeitler, Markus Friedrich: Schloss Ulrichskirchen: eine Bau- & Herrschaftsgeschichte / von Markus Friedrich Jeitler u. Ronald Woldron. - Ulrichskirchen: [A. Bulgarini d'Elci], 2003.

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2015 nach Ortschaften
  2. Heinz Wiesbauer und Manuel Denner: Feuchtgebiete - Natur- und Kulturgeschichte der Weinviertler Gewässer, Wien 2013 (herausgegeben vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft und dem Amt der niederösterreichischen Landesregierung, Abteilung Gewässerbau)
  3. Siedlungen aus Ur- und Frühzeit entdeckt. ORF. 11. Juni 2011. Abgerufen am 12. Juni 2011.
  4. Heeresgeschichtliches Museum/Militärhistorisches Institut (HGM/MHI), Militärgeschichtliche Forschungsabteilung (MilFoA), Studiensammlung, Bestand 1945, Schachtel 5, Fasz. 45/9, Gemeindeberichte Niederösterreich, Bezirk Mistelbach
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