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Adelsgeschlechter Hagen
Seite - 327 -
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327 Am 16. September 1603 um 14 Uhr wurde die ca 16-jährige Anna Maria Engl vWagrain (geb. um 1587, gest. November/Dezember 1619) Jobst Schmidtauer dJ vOberwallsee und Freudenstein zur Ehe gegeben.2658 Im Heiratsbrief beurkundete Jobst Schmidauer, dass er die eintausend Gulden, „jeden derselben Zu Funffzechen Pazen oder Sechzig khreizern gerechnet Zu Rechtem Heyratguet Vnnd Haimbsteur“, die ihm seine „liebe Junnckhfraw Braut“ zugebracht habe, widerlege und noch fünfhundert Gulden freie Morgengabe hinzugefügt habe „Zu Ergezlichkhait Irer Junnckhfreylichen Ehr, Zucht Vnnd Tugent“. Er sicherte sie für den Fall der Witwenschaft ab, auch bezüglich aller Lehensgüter, deren Nutzung etc, der Witwenwohnung, garantierte ihr jährlich 400 fl, Wagen und Pferde, usw solange sie Witwe sei. Ebenso sorgte er für den Fall, dass er Witwer würde, vor.2659 Ein besonderes und persönlich durchdachtes Hochzeitsgeschenk für das Brautpaar Anna Maria Engl vWagrain und Jobst Schmidtauer dJ vOberwallsee, jenes des Nimrod Kölnböck, war ein „Khyrchbildt“ für die Kapelle in Oberwallsee, gleichsam eine annähernd identische Zweitanfertigung des damaligen Originalgemäldes der Schlosskapelle von (Nieder-) Wallsee mit der Darstellung der Taufe im Jordan. Im „zweiten Kölnböckischen Gemälde“ ähnelte das Antlitz des Johannes jedoch jenem des Brautvaters Stefan Engl und das der Maria jenem der Barbara Engl- Khueperger, Anna Marias Mutter,2660 was durchaus keine ungewöhnliche Vorgangsweise war. So soll der Salzburger Fürsterzbischof Wolf Dietrich vRaitenau seine „Ehefrau zur linken Hand“, die als Schönheit gepriesene Lebensgefährtin Salome Alt, als Maria Magdalena im Vordergrund des Gemäldes der Grablegung Christi von Camillo Procaccini darstellen lassen haben.2661 Im Hinblick auf das Johannes-Gemälde ist anzunehmen, dass Anna Maria, anlässlich eines Besuches in Wallsee, besonderen Gefallen an Kölnböcks Kirchenbild gefunden hatte, sodass er es als Hochzeitsgeschenk für sie nachmalen ließ. Dieses zweite Original wurde nach der Hochzeit zunächst von Oberwallsee in den Hagen und kurz danach wieder retour gebracht, wanderte nach Anna Marias Tod erneut in ihr elterliches Schloss, aber nicht in die Kapelle, sondern in den „Stainsal“, wo es neben dem Bildnis des Stefan Engl aufgehängt wurde. Danach verlor sich seine Spur. Laut Vermerk im Schlossarchiv Hagen scheint es die Beute bayrischer Soldaten geworden zu sein: „baierisch krigsvolck genumben“ stand auf dem erhalten gebliebenen kleinen Abbild.2662 Dieses Abbild, das sogenannte „Helffbüldtl“, wurde im Hagen - wie zu jener Zeit auch andererorts üblich - bei diversen Gesundheitsproblemen als „Auflegbild“, zusätzliches „christliches Heilmittel“, herangezogen, so im Jahre 1612, als das Untertanenkind Johannes Reingruber im Eis der zugefrorenen Donau eingebrochen, erst in letzter Sekunde gerettet werden konnte und bereits „gannz blauh vndt unbeweklich“ war. Am 10. Dezember 1736 wurde es laut Vermerk im Schlossarchiv Hagen bei der Geburt der Tochter des Braumeisters Matthias Leeb dessen Gemahlin auf den Leib gelegt, um eine problemlose Geburt zu gewährleisten. Nimrod Kölnböck selbst soll vor seinem Bild gebetet haben, nachdem ihm die Schmidtauerin [Anna 2658 OÖLA, Hft Schlüsselberg, Bd 12 b, Repertorium 1724, 126 Nr. 30, Original Heiratsbrief. Hoheneck, III, 612. Unterfertigt von Herrn Abraham Schachner zu Ebenzweier. 2659 OÖLA, Kopienarchiv, Sch. 13, Fasz. 2, Germanisches Archiv Nürnberg, Nürnberger Filmkopien, Nr. 46, dat. Oberwallsee, 16. September 1603. 2660 OÖLMBibl, Ehem. SA Hagen, As fol. 6. Ähnliche Vorgangsweise findet sich in den Glasgemälden des „Neuen Domes“ in Linz, wo die Gesichtszüge dargestellter Personen der Realität nachempfunden wurden. Vgl Oberchristl, Gemälde-Fenster. Böhm, Fensterzyklen. Vgl Schicklberger/Baumgartner, Glasgemälde Linzer Dom. Bzgl Johannes d.T. siehe auch Festschrift Neulengbach, 33: Johannes d.T. und Martin. Vgl AK Heilige/Stmk, 41. 2661 Der Erzbischof stiftete dieses Bild dem Kloster Langnau (Stadt Tettnang/ Bodenseekreis), wo sich seit 1380 die Grablege seiner Familie befand. Nach der Zerstörung des Klosters 1793 gelangte das Altarbild in die nahegelegene Pfarrkirche Hiltensweiler. AK Wolf Dietrich vRaitenau, 12. Internet: Procaccini: 1546 in Bologna geboren. Salome Alt vAltenau wurde 1609 von Ks Rudolf II. geadelt. Kloster Abtenau ist heute Schloss Mirabell (Stadt Salzburg) benamt, welches Salomes „Gemahl“ 1606 für sie errichten ließ. 2662 OÖLMBibl, Ehem. SA Hagen, As fol. 6. Schäffer, GHft Hagen/Inhaber, Bd I; Schäffer, Johannes-Kapelle, 33.
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Adelsgeschlechter Hagen
Titel
Adelsgeschlechter Hagen
Autor
Hanna und Herbert Schäffer
Verlag
Austria-Forum
Ort
Linz
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
406
Schlagwörter
Oberösterreich, Linz
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorbemerkungen 1
  2. Die Herren Sunelburg und ihr Wappen 7
  3. Die Stammburg der Herren Sunelburg 16
  4. Stammtafel der Edlen Sunelburg 21
  5. Das Auftreten der Sunelburger in Urkunden 22
  6. Hohold (Irmingard PĂĽrten) 22
  7. Reginhard privignus 26
  8. Reginhard (I.) 28
  9. Walchun Sunelburg-Lungau 29
  10. Reginhard (II.) 30
  11. Elisabeth 31
  12. Beatrix 32
  13. Konrad (Benedicta von Haunsperg ) 37
  14. Beiträge zu mit den Edlen Sunelburg versippten Adelsgeschlechtern, den Sta 45
  15. Grafen Dornberg x - Lungau 46
  16. Dietmar I. (Irmingard vPĂĽrten ) 47
  17. Wolfram I. 49
  18. Hugo 49
  19. Dietmar II. 50
  20. Wolfram III. 54
  21. Edelfreien vAmerang - Schleunz 59
  22. Pabo 64
  23. Pabo I. Amerang-Schleunz (Elisabeth Sunelburg ) 65
  24. Pabo II. vAmerang-Schleunz (Anzbach, Elisabeth Waxenberg ) 68
  25. Otto I. Schleunz (Kunigunde Lengenbach/Velburg-Clam, Kunigunde Mern/Mähren)….………… 74
  26. Hochfreien Perg/Machland / Clam 83
  27. Walchun III. Machland-Lungau 85
  28. Hartlieb 87
  29. Otto II. (Kloster Erla ) 88
  30. Walchun IV. (Beatrix Sunelburg ) 94
  31. Grafen Bergtheim/Velburg -Clam 98
  32. Hermann (Adelheid Machland-Clam) 99
  33. Otto (Elisabeth Schleunz) 102
  34. Ulrich (Kunigunde Lengenbach) 105
  35. Stammtafel der Hochfreien Haunsperg 108
  36. Hochfreie Haunsperg 109
  37. Besitzungen der Hochfreien Haunsperg 114
  38. Linz/Donau -Haunsperger 119
  39. Meginhard I. 131
  40. Friedrich I. 132
  41. Benedicta (Schönhering , Sunelburg , Wilhering ) 134
  42. Luitgard (Erchenbert Moosbach ) 134
  43. Gottschalk I. (Otilia Wilhering) 138
  44. Friedrich III. de Lincz 140
  45. Ulrich I. (Adelheid von Au) 141
  46. Gottschalk II. 145
  47. Hinweise auf Elisabeth und Adelheid Haunsperg 152
  48. Stammtafel der Schönhering-Plankenberg 154
  49. Edlen Schönhering - Plankenberg 155
  50. Pernhart I. 160
  51. Engelbert I. Schönhering (Benedicta Haunsperg ) 162
  52. Engelbert II. Schönhering-Plankenberg (Kunigunde) 166
  53. Verbindung mit den Herrn Rosenberg/Witigonen (Witigo) 176
  54. Stammtafel der Rosenberg 176
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