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1195 befreite Hzg Friedrich I. die Stiftsbesitzungen am rechten Donauufer und in Grie gegen
eine Entschädigung von 200 Mut Hafer von der herzoglichen Gerichtsbarkeit bei niederen
Vergehen.2807
Eine Aussage in der Vergleichsurkunde Hzg Heinrich Jasomirgotts bzgl der Streitigkeiten zw
Abt Johann I. vGöttweig und der verwitweten Tochter des Edlen Waldo bzgl dessen
einstiger Vergabe des Gutes in Grie im Waldviertel/NĂ– an Hzg Leopold, datiert vom 1. Mai
1171, nimmt Bezug auf 62 Jahre ruhigen Besitz durch Göttweig, was als Jahr der Übergabe
1109 errechnen lässt. Waldo, damals auf seinen Tod gefasst, tradierte „omnia sua predia
infra Bawariam sita“ an Hzg Leopold. 2808 Wieder genesen, nahm er sich eine Gemahlin aus
Franken [Irmgardis, s.o. Catalogus Defunctorum] und sagte ihr und den Kindern „filiis eius“
diese bereits vergabten Prädien zu. Unter den seinerzeitigen Zeugen schienen ua die
Versippten Alberonis de Griespach (gest. ca 1130), Friderici de Hunisperch (gest. 1133),
Ernst de Traisem (gest. um 1130), Hartwici de Rudinich, Gebhardi [II.] de Algerspach
(Ollersbach), 2809 Pabonis de Amarangen (gest. um 1136/37) u.a. auf. Die zeitlichen
Angaben werden in der Erläuterung zur Urkunde als unrichtig erklärt: Das Prädium Grie wäre
von Mgf Leopold an seine Schwester Gerbirg gelangt, welche als Witwe (um 1124) in
Göttweig den Schleier genommen und Grie gleichsam als klösterliche Aussteuer erhalten
hätte, wodurch sich die ruhige Inhabung auf 47 Jahre reduziere. Dieses Gut aus Waldos
Besitz „quod olim fuerat Waldonis“ hatte Mgf Leopold III. um 1124 mit allen Wäldern „cum
omni silua, sicut quondam Waldonis fuerat“, in Anwesenheit Bi Reginmars vP dem Kloster
Göttweig übergeben. Waldos tatsächlicher Schenkungstermin ist damit nicht belegt, da die
Ăśbergabe an Gerbirg nicht mit ihm ĂĽbereinstimmen mĂĽsste. Waldos verwitwete Tochter
und ihr Sohn Diepold erhoben jedenfalls 1171 Einspruch wegen des Gutes zu
Grie/Waldviertel, wurden im herzoglichen Vergleich fĂĽr ihre AnsprĂĽche schlussendlich mit 50
Talenten entschädigt.2810
Mgf Leopold hatte vm kurz nach Waldos „Sinneswandel“ Klage erhoben. Waldo hielt
dagegen, er habe seine GĂĽter nur fĂĽr den Fall vermacht, dass er ohne Erben sterben wĂĽrde.
Meiller nimmt an, dass es nicht zu einer richterlichen Entscheidung gekommen sei, Waldo
der Aussichtslosigkeit auf Erfolg wegen, die AnsprĂĽche des Herzogs anerkannt habe.2811
In der Steiermark war Waldo ua bei Kraubath begĂĽtert, grĂĽndete die St. Stephanskirche
(St. Stephan bei Leoben).2812 Als er um 1122/29 verstarb, gelangte ua sein MĂĽrztaler Lehen
an die steirischen Markgrafen, die Traungauer. Dieser hatte vom letzten Eppensteiner 1122
dessen gesamte Allodialbesitzungen, ua im MĂĽrztal geerbt.2813
appendicis suis“. Vgl Handel-Mazzetti, Schleunz, Stammtafel, 20; 31ff. Stroh, Ob. Mühlviertel, 94: Chotwein: ua
Bezeichnung für Jörgensbühel bei Walding, gehe auf älteres Kotwin zurück; sei früher auch als Vulgärname für
Göttweig gebraucht worden: Köttwein. Mw slawischen Ursprungs, komme auch in Böhmen und der fränkischen
Schweiz vor (am Fuß des Göttweiger Berges fließe die Fladnitz < slawisch).
2807
Fuchs, Urkunden/Regesten Göttweig, 74f/57, Göttweig, 1195 (vor September 24). UdZ Hartwicus
Ratisponensis advocatus, Crafto de Anzinesbach.
2808
Meiller, BR, 15/22, um 1122.
2809
Gebhard II.: Diry, Herren vLengenbach, 17. Schäffer, Studie Lengenbach (Ms). MGH, V, Necr. Monasterii S.
Crucis, 107, Januarius 13. Id „Heinricus dux Austrie ob., qui dedit nobis Minchendorf (Prädium Minkendorf, 1150
= Heinrich I. Jasomirgott), gemeinsam mit seinem Bruder Conradus, Abt zu Heiligenkreuz.
2810
Internet, monasterium.net, AT-StiAG>GoettweigOSB> Sign.1171 V 01. Fichtenau/Zöllner, BUB, I, 57. Original
im StiAG. Meiller, BR, 17/32, 33, o.D., gereiht zw 1124>1125. Handel-Mazzetti, Waltenstein/Eppenberg, 19f.
Fuchs, Urkunden/Regesten Göttweig, 32ff/18, 34, 35.
2811
Meiller, BR, 15/22, um 1122. UdZ Rudolf vPerg, Albero vGriesbach, Friedrich vHaunsperg, Ernst vTraisen
und sein Bruder Hartwich, Pabo vAmerang.
2812
Necr. Secc., 406, Februarius 22/8 kal: „Lantfridus l. de Eppenstein qui dedit nobis curiam in Chravotwat“.
Ebd., 416, Junius 23/kal 9: Lantfridus „hic ultimus illorum filiorum pergens Ierosolimam tradidit nobis predium
omne Gobernitz, quitquit ibidem habere poterat“, er verstarb „in expedicione“.
2813
Necr. S. Lamberti, 340, Dec. 4/2 non: „Ob. Henricus dux Carinthia, fundator huius mon ii
, a.d. 1122.
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Adelsgeschlechter Hagen
- Titel
- Adelsgeschlechter Hagen
- Autor
- Hanna und Herbert Schäffer
- Verlag
- Austria-Forum
- Ort
- Linz
- Datum
- 2014
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 21.0 x 29.7 cm
- Seiten
- 406
- Schlagwörter
- Oberösterreich, Linz
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen
Inhaltsverzeichnis
- Vorbemerkungen 1
- Die Herren Sunelburg und ihr Wappen 7
- Die Stammburg der Herren Sunelburg 16
- Stammtafel der Edlen Sunelburg 21
- Das Auftreten der Sunelburger in Urkunden 22
- Hohold (Irmingard PĂĽrten) 22
- Reginhard privignus 26
- Reginhard (I.) 28
- Walchun Sunelburg-Lungau 29
- Reginhard (II.) 30
- Elisabeth 31
- Beatrix 32
- Konrad (Benedicta von Haunsperg ) 37
- Beiträge zu mit den Edlen Sunelburg versippten Adelsgeschlechtern, den Sta 45
- Grafen Dornberg x - Lungau 46
- Dietmar I. (Irmingard vPĂĽrten ) 47
- Wolfram I. 49
- Hugo 49
- Dietmar II. 50
- Wolfram III. 54
- Edelfreien vAmerang - Schleunz 59
- Pabo 64
- Pabo I. Amerang-Schleunz (Elisabeth Sunelburg ) 65
- Pabo II. vAmerang-Schleunz (Anzbach, Elisabeth Waxenberg ) 68
- Otto I. Schleunz (Kunigunde Lengenbach/Velburg-Clam, Kunigunde Mern/Mähren)….………… 74
- Hochfreien Perg/Machland / Clam 83
- Walchun III. Machland-Lungau 85
- Hartlieb 87
- Otto II. (Kloster Erla ) 88
- Walchun IV. (Beatrix Sunelburg ) 94
- Grafen Bergtheim/Velburg -Clam 98
- Hermann (Adelheid Machland-Clam) 99
- Otto (Elisabeth Schleunz) 102
- Ulrich (Kunigunde Lengenbach) 105
- Stammtafel der Hochfreien Haunsperg 108
- Hochfreie Haunsperg 109
- Besitzungen der Hochfreien Haunsperg 114
- Linz/Donau -Haunsperger 119
- Meginhard I. 131
- Friedrich I. 132
- Benedicta (Schönhering , Sunelburg , Wilhering ) 134
- Luitgard (Erchenbert Moosbach ) 134
- Gottschalk I. (Otilia Wilhering) 138
- Friedrich III. de Lincz 140
- Ulrich I. (Adelheid von Au) 141
- Gottschalk II. 145
- Hinweise auf Elisabeth und Adelheid Haunsperg 152
- Stammtafel der Schönhering-Plankenberg 154
- Edlen Schönhering - Plankenberg 155
- Pernhart I. 160
- Engelbert I. Schönhering (Benedicta Haunsperg ) 162
- Engelbert II. Schönhering-Plankenberg (Kunigunde) 166
- Verbindung mit den Herrn Rosenberg/Witigonen (Witigo) 176
- Stammtafel der Rosenberg 176