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Österreich und die deutsche Frage 1987–1990 - Vom Honecker-Besuch in Bonn bis zur Einheit
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5.2.1990: Aktenvermerk Botschafter Schmid Dok. 117 495 1) Die Konzeption der DDR-Regierung sei realistisch. 2) Die Sowjetunion habe kein Problem mit dem Selbstbestimmungsrecht der beiden deutschen Staaten. 3) Dabei dürfe aber der erste Satz aus der Präambel der UN-Charter („zu- künftige Generationen von der Geisel des Krieges zu befreien“) nicht außer acht gelassen werden. 4) Es müsse daher Garantien geben, daß von deutschem Boden keine Kriegs- gefahr mehr ausgehen werde. 5) Die Schritte zur Einigung der beiden Deutschlands müßten mit dem ge- samteuropäischen Prozeß synchronisiert werden. 6) Daraus ergebe sich die Notwendigkeit für eine KSZE-Gipfelkonferenz. 7) Die öffentliche Meinung in den KSZE-Teilnehmerstaaten sollte durch ein Referendum oder zumindest durch parlamentarische Behandlung mitent- scheiden. 8) Ohne Verpflichtung der Deutschen, die derzeitigen Grenzen anzuerken- nen, würde eine Vereinigung auf Widerstand stoßen. 9) Die beiden deutschen Staaten sollten ihre militärische Neutralität verkün- den und abrüsten. 10) Mit den vier alliierten Mächten müßte verhandelt werden (Abkommen aus 1971).8 11) Erforderlich sind zuverlässige Garantien, daß die deutsche Einigung keine Gefahr für den Frieden in Europa heraufbeschwört. Europas entscheiden. Immerhin würden sie, wie das in der Geschichte schon mehr als einmal der Fall war, für Fehler der Politiker zahlen müssen“. „Ohne Verpflichtung der Deutschen, die jetzigen Grenzen in Europa, die als Ergebnis des 2. Weltkrieges entstanden, bedingungslos anzuerkennen und strikt zu respektieren, sowie gegenüber niemandem territoriale Ansprüche zu erheben, kann man wohl schwerlich damit rechnen, dass die Idee der deutschen Einheit keinen Widerstand seitens vieler Länder hervor- ruft“, sagte Schewardnadse. In diesem Zusammenhang verwies er darauf, dass das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, laut dem die Grenzen des Reiches von 1937 als Legitim gelten, immer noch nicht revidiert worden ist. Nach Ansicht des Ministers wird mit gutem Grund auf die „Notwendigkeit hingewiesen, dass die beiden deutschen Staaten ihre militärische Neutralität verkünden sowie praktische Massnahmen zur Senkung des Rüstungsniveaus und zur Entmilitarisierung beider Staaten einleiten“. Es sei ausserdem notwendig, „mit den vier Mächten den Umfang ihrer Rechte und ihrer Verantwortung zu vereinbaren“, sagte Eduard Schewardnadse. Das vierseitige Abkommen von 1971 über Berlin „büßt seine Gültigkeit während des Entstehens der deutschen Einheit nicht ein und bedeutet keinesfalls einen Ausschluss der Stadt aus dem System des aktiven in- ternationalen und deutsch-deutschen Austausches“. „Erforderlich sind zuverlässige politische, juristische und materielle Garantien dafür, dass die deutsche Einheit in der Perspektive keine Gefahr für die Sicherheit der anderen Staaten und für den Frieden in Europa heraufbeschwört“, sagte Schewardnadse. „Wir setzen uns für eine eventuelle Schaffung eines einheitlichen friedliebenden demokratischen Deutschlands ein.“ 8 Siehe Dok. 1, Anm. 15.
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Österreich und die deutsche Frage 1987–1990 Vom Honecker-Besuch in Bonn bis zur Einheit
Titel
Österreich und die deutsche Frage 1987–1990
Untertitel
Vom Honecker-Besuch in Bonn bis zur Einheit
Herausgeber
Michael Gehler
Maximilian Graf
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht Verlage
Ort
Göttingen
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-ND 4.0
ISBN
978-3-666-35587-5
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
792
Kategorien
Geschichte Nach 1918

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung: Österreich und die deutsche Frage 1945–1990 7
  2. I. Vorbemerkungen 7
  3. II. Ausgangsbedingungen und Vorgeschichte: Von der „doppelten Staatsgründung“ zur Perpetuierung deutscher Zweistaatlichkeit (1949–1987) 11
    1. 1. Die Entwicklung bis zum Entscheidungs- und Zäsurjahr 1955 11
    2. 2. Gescheiterte Vermittlungsversuche (1958–1963) 19
    3. 3. Die Entwicklung bis zum Grundlagenvertrag 1972 23
    4. 4. Österreich, die europäische Integration und die Anerkennung der DDR im Zeichen der Entspannung (1961–1972) 28
    5. 5. Das Verhältnis Österreichs zu den beiden deutschen Staaten bis zum Bonn-Besuch Honeckers (1972–1987) 32
  4. III. Österreich und die deutsche Frage 1987–1990 38
    1. 1. Österreich und die scheinbare Stabilität des SED-Regimes 38
    2. 2. Die Grenzöffnung im Kontext der Langzeitentwicklungen und ihre direkten Folgen 43
    3. 3. Österreichs Annäherungen an das gemeinschaftliche Europa, die Bundesrepublik und die deutsche Frage 50
    4. 4. „Mauerfall“ und „Wiedervereinigung“: Die Haltung Österreichs bis Ende 1989 63
    5. 5. Österreich und die deutsche Frage Anfang 1990 75
    6. 6. Der Einigungsprozess und seine internationale Durchsetzung aus österreichischer Sicht 86
    7. 7. Österreichs Abschied von der DDR 92
    8. 8. Österreich, die deutsche Einheit und der Weg nach Europa – Bilanz und Ausblick 95
  5. IV. Editorische Vorbemerkungen 99
    1. Verzeichnis der Dokumente 103
    2. Dokumente 111
    3. Abkürzungsverzeichnis 723
    4. Literaturverzeichnis 731
    5. Personenregister 735
    6. Sachregister 773
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