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Österreich und die deutsche Frage 1987–1990 - Vom Honecker-Besuch in Bonn bis zur Einheit
Seite - 637 -
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Seite - 637 - in Österreich und die deutsche Frage 1987–1990 - Vom Honecker-Besuch in Bonn bis zur Einheit

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15.6.1990: Bericht Gesandter Loibl Dok. 156 637 selbst geschaffener innenpolitischer Probleme und größter Wirtschaftskrise seit Kriegsende nicht als Verlierer dastehe): 1. Größe der Bundeswehr: lt. Genscher-Mitarbeiter kein wirkliches Problem, Moskau fühle sich von Bundeswehr nicht bedroht, jedoch psychologisch bedeut- sam. Bundeswehr-Umfang durch Suffizienz-Regel bei KSE 18 rasch lösbar: kein Staat dürfte in bestimmter Region (vermutlich Zentraleuropa, obwohl Bonn Mit- teleuropa vorziehen würde  – Einbeziehung auch westlicher SU-Militärdistrikte sowie von z. B.  Frankreich, Italien und Großbritannien: damit weniger deutli- che „Singularisierung“ Deutschlands, jedoch Widerstand betroffener westlicher Staaten) mehr als festzulegende Anzahl von Streitkräften haben. Diese Zahl könnte lt. Gesprächspartner zwischen 300.000 und 350.000 Mann liegen (Bun- desregierung habe noch keine diesbezügliche Position) und müsste mit „freeze“ verbunden werden. Diese Regelung könnte z. B. von den „2+4“ zur Kenntnis ge- nommen werden. Aushandlung nationaler Obergrenzen für alle KSE-Staaten an- stelle Suffizienz-Regel hielte AA-Vertreter für schwieriger, weil sich nicht alle Teil- nehmer derartiger Regelung unterwerfen wollten. 2. NATO-Mitgliedschaft Deutschlands: AA-Vertreter und Teltschik rechnen noch längere Zeit mit keiner endgültigen Entscheidung, verweisen jedoch auf deutliche SU-Bemühungen um „Entfeindung“ der NATO in jüngster Zeit. Telt- schik sieht in jüngsten Bedingungen Gorbatschows für NATO-Mitgliedschaft sich verändernde Haltung der SU, die noch keine abschließende Position habe. In Brest9 scheint SU lt. AA-Andeutungen Anregungen zur Ablösung des kon- frontativen Verhältnisses zwischen den beiden Bündnissen gemacht zu haben (VSBM, Konsultativmechanismen, gemeinsame Strukturen, Krisenverhütung zwischen den Bündnissen, Grenzbestimmungen, Gewaltverzicht usw.), die auch Beitrittsmöglichkeiten anderer Staaten beinhalten könnten. Gesprächspartner schien diesbezügliche Doppelgleisigkeit oder Überlappung mit ähnlichen KSZE- Ansätzen (lt. Teltschik als „zusätzliche Garantie“ für SU) nicht auszuschließen, „wenn dies Moskau helfen sollte, deutsche NATO-Mitgliedschaft akzeptabel zu machen“. Teltschik konnte sich z. B. zwar keinen großzügigen Vertrag zwischen NATO und WP vorstellen (weil WP nicht künstlich gefestigt werden soll), aber z. B. dem Bündnis selbst  – einen Gewaltverzicht an, um dem Verteidigungsbündnis die argumenta- tive Grundlage seines Bestehens zu entziehen. Die endgültige Auflösung des Warschauer Pak- tes erfolgte schließlich zum 31. März 1991 als zunächst die militärischen Strukturen und per 1. Juli 1991 das gesamte Verteidigungsbündnis aufgelöst wurden. Siehe dazu auch Dok. 155, Anm. 9. 8 KSE =  Verhandlungen über Konventionelle Streitkräfte in Europa. Der Vertrag über Konven- tionelle Streitkräfte in Europa (KSE) wurde am 19. November 1990 am KSZE-Gipfel in Paris unterzeichnet. Siehe dazu bereits Dok. 20, Anm. 10. Die Suffizienz-Regel legte fest, dass kein Staat über mehr als 1/3 der Waffensysteme in einer Region verfügen darf. 9 Am 11. Juni 1990 trafen sich Genscher und Schewardnadse in der belorussischen Stadt Brest und besuchten gemeinsam das Grab von Schewardnadses älterem Bruder, der 1941 dort gefal- len war. Siehe die Dokumente 34–36, in: Diplomatie für die deutsche Einheit.
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Österreich und die deutsche Frage 1987–1990 Vom Honecker-Besuch in Bonn bis zur Einheit
Titel
Österreich und die deutsche Frage 1987–1990
Untertitel
Vom Honecker-Besuch in Bonn bis zur Einheit
Herausgeber
Michael Gehler
Maximilian Graf
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht Verlage
Ort
Göttingen
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-ND 4.0
ISBN
978-3-666-35587-5
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
792
Kategorien
Geschichte Nach 1918

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung: Österreich und die deutsche Frage 1945–1990 7
  2. I. Vorbemerkungen 7
  3. II. Ausgangsbedingungen und Vorgeschichte: Von der „doppelten Staatsgründung“ zur Perpetuierung deutscher Zweistaatlichkeit (1949–1987) 11
    1. 1. Die Entwicklung bis zum Entscheidungs- und Zäsurjahr 1955 11
    2. 2. Gescheiterte Vermittlungsversuche (1958–1963) 19
    3. 3. Die Entwicklung bis zum Grundlagenvertrag 1972 23
    4. 4. Österreich, die europäische Integration und die Anerkennung der DDR im Zeichen der Entspannung (1961–1972) 28
    5. 5. Das Verhältnis Österreichs zu den beiden deutschen Staaten bis zum Bonn-Besuch Honeckers (1972–1987) 32
  4. III. Österreich und die deutsche Frage 1987–1990 38
    1. 1. Österreich und die scheinbare Stabilität des SED-Regimes 38
    2. 2. Die Grenzöffnung im Kontext der Langzeitentwicklungen und ihre direkten Folgen 43
    3. 3. Österreichs Annäherungen an das gemeinschaftliche Europa, die Bundesrepublik und die deutsche Frage 50
    4. 4. „Mauerfall“ und „Wiedervereinigung“: Die Haltung Österreichs bis Ende 1989 63
    5. 5. Österreich und die deutsche Frage Anfang 1990 75
    6. 6. Der Einigungsprozess und seine internationale Durchsetzung aus österreichischer Sicht 86
    7. 7. Österreichs Abschied von der DDR 92
    8. 8. Österreich, die deutsche Einheit und der Weg nach Europa – Bilanz und Ausblick 95
  5. IV. Editorische Vorbemerkungen 99
    1. Verzeichnis der Dokumente 103
    2. Dokumente 111
    3. Abkürzungsverzeichnis 723
    4. Literaturverzeichnis 731
    5. Personenregister 735
    6. Sachregister 773
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