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vom 01.12.2019, aktuelle Version,

Franziskanerkirche (Wien)

Kath. Klosterkirche hl. Hieronymus in der Wiener Innenstadt
Innenansicht
Franziskanerkirche und Kloster im Jahr 1724. Stich von Salomon Kleiner.

Die Klosterkirche St. Hieronymus (im allgemeinen Sprachgebrauch: Franziskanerkirche) ist eine römisch-katholische Klosterkirche im 1. Wiener Gemeindebezirk Innere Stadt am Franziskanerplatz. Die Klosterkirche ist der Dom- und Metropolitanpfarre St. Stephan unterstellt und liegt damit im Dekanat 1 des zur Erzdiözese Wien gehörenden Vikariates Wien Stadt. Sie ist dem heiligen Hieronymus geweiht. Das Bauwerk steht unter Denkmalschutz.[1] In ihr befindet sich die älteste bespielbare Orgel Wiens, die Wöckherl-Orgel.

Geschichte

Der Franziskanerorden hatte ab 1451 mit St. Theobald ob der Laimgrube im Bezirk Mariahilf sein erstes Kloster in Wien, welches im Jahre 1529 zerstört wurde.

1589 überließ die Stadtgemeinde Wien das von 1383 bis 1387 erbaute leerstehende Büßerinnenkloster dem Franziskanerorden. Als die Franziskaner das Gebäude – in dem ehemalige Dirnen als Büßerinnen untergebracht waren – übernahmen, kam es unter Einbeziehung alter Bauteile zum Neubau der Kirche. So kommt es, dass Wiens einziger Sakralbau im Renaissancestil noch vielfach durch gotische Elemente geziert ist. Die Kirche wurde 1607 (wobei die Gestaltung des Innenraumes erst um 1720 abgeschlossen war), das Kloster erst 1630 vollendet.

Ausstattung

Den Hochaltar schuf 1707 Andrea Pozzo. Der vordere Teil ist plastisch als Bildhauerarbeit gestaltet, die Säulen, Architektur, Kuppel und Wolken dagegen auf Leinwand gemalt.

Im Zuge der Chororgelrestaurierung wurde auch der Betchor und der Kulissenaltar, welche nach Plänen von Pater Bonaventura von 1603 bis 1607 errichtet wurden, restauriert. Dabei wurden auch Grisaillemalereien freigelegt, die für Wien ein bis dato unbekanntes und einmaliges „Dokument frühbarocker Wandmalerei von hoher kunsthistorischer Bedeutung“ sind.[2]

Innen ist besonders die Wöckherl-Orgel zu beachten, die hinter dem Hochaltar im Chor positioniert ist. Sie ist mit ihrem Entstehungsdatum 1642 die älteste noch bespielbare Orgel Wiens; ihre Schwesterorgel steht in der Dom- und Pfarrkirche St. Georg in Ödenburg und ist die älteste funktionierende Kirchenorgel Mitteleuropas aus dem Jahre 1633.[3]

Gnadenstatue

Von der Gnadenstatue aus dem 15. Jahrhundert sind Wunderrettungslegenden bekannt. Sie soll aus Grünberg bei Böhmen kommen. Dort soll von Protestanten versucht worden sein, die Statue zu zerstören. Beim Versuch, sie zu verbrennen, widerstand sie dem Feuer. Nachdem man vergeblich versucht hatte, sie mit einer Axt zu zerstören, beließ man das Beil in Marias linker Schulter und die Statue wird seitdem als "Madonna mit der Axt" verehrt.

  Commons: Franziskanerkirche (Wien)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Wien – unbewegliche und archäologische Denkmale unter Denkmalschutz. (Memento vom 26. Juni 2016 im Internet Archive). Bundesdenkmalamt, Stand: 21. Juni 2016 (PDF).
  2. Bundesdenkmalamt: Verborgenes Orgel-Gesamtkunstwerk (Memento des Originals vom 27. März 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bda.at; abgerufen am 3. Okt. 2010
  3. Lange Nacht der Kirchen: Dom- und Pfarrkirche St. Georg, Seite IX