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vom 26.06.2016, aktuelle Version,

Wörth (Donauinsel)

Wörth
Insel Wörth in Bildmitte
Insel Wörth in Bildmitte
Gewässer Donau
Geographische Lage 48° 13′ 50″ N, 14° 53′ 13″ O
Wörth (Niederösterreich)
Wörth

Länge 770 m
Breite 295 m
Fläche 13,5 ha
Einwohner (unbewohnt)
Karte von 1791
Karte von 1791

Die Wörth, auch Insel Wörth genannt, ist eine Binneninsel in der Donau in Niederösterreich.

Geographie

Die Insel liegt in einer Donaubiegung in Höhe der Ortschaft Hößgang, die wie Wörth zum Gemeindegebiet von Neustadtl an der Donau zählt (Katastralgemeinde Hößgang). Am linken Flussufer, in der Ortschaft Struden auf dem Gemeindegebiet von St. Nikola an der Donau, befindet sich die Burg Werfenstein (Oberösterreich).

Die Insel mit einer Fläche von 13,5 ha ist dicht bewaldet. Auf ihr befinden sich drei kleine Weiher mit einer Gesamtfläche von 0,7 ha (0,4 ha im Norden, 0,2 ha im Osten, 0,1 ha im Süden).

Vor der Errichtung des Donaukraftwerks Ybbs-Persenbeug war Wörth bei Niederwasser der Donau von Hößgang her über Schotterbänke zu Fuß erreichbar. Ihre heutige dreieckige Form ist auf zahlreiche Regulierungsarbeiten der Donau ab 1696 sowie auf später erbaute Stauanlagen zurückzuführen. Sowohl links als auch rechts von Wörth besteht eine für die Binnenschifffahrt taugliche Fahrrinne.

Auf Höhe der Donauinsel Wörth mündet der Gießenbach von links (Norden) in die Donau.

Geschichte

Diese Panoramakarte von Leopold Franz von Rosenfelt (1721) ist die erste kartographische Darstellung dieses Donauabschnitts (darauf ist die Insel Wörth als Insul bezeichnet)

Die Insel Wörth liegt mitten in der einst wildesten Strecke des Strudengaus mit ihren damals gefährlichen Strudeln und Stromschnellen, namentlich dem Strudel zwischen der Insel und dem Ort Struden und dem Wirbel, der etwas weiter unten, auf Höhe von St. Nikola, liegt. Der Strudel war wegen der Untiefen gefährlich und war bei hohem Wasserstand leichter zu überwinden, der Wirbel hingegen war bei Hochwasser schwerer zu umschiffen, weil er mehr Kraft hatte und Schiffe in größerem Umfang erfassen und zerbrechen konnte.[1] Der Kartenausschnitt von 1777 zeigt, dass damals zwischen der Donauinsel Wörth und dem nördlichen, linken Donauufer noch mindestens 28 kleine und kleinste Felseninseln lagen (sowie fünf weitere in der Gießenbachmündung), von denen zumindest die acht größten Namen trugen: Maisenkugel, Weite Kugel, Bombengehäkel, Dreispitz, Wolfskugel, Waldgehäkel (die größte), Wildrissgehäkel und Das Ross. Die drei größten, das Wildrissgehäkel, das Bombengehäkel und das Waldgehäkel, waren gefürchtete Klippen, an denen viele Flöße zerschellten. Nach umfangreichen Vorarbeiten wurden ab Dezember 1777 die ersten Felsen gesprengt.[2] Diese ersten Regulierungsarbeiten dauerten bis 1791,[3] wurden Mitte des 19. Jahrhunderts fortgesetzt und schließlich in den Jahren 1870 bis 1914 abgeschlossen. Damit waren alle Schifffahrtshindernisse beseitigt.[4]

Die Donau war für Schiffe, Reiter und Fußgänger lange Zeit ein wichtiger Fernverkehrsweg und konnte an der Engstelle um Wörth gut kontrolliert werden. Glaubt man dem Anhang vom Roman Die Trutzburg von Franz Herndl,[5] so hatten Römer zur Zeit Mark Aurels auf der Insel ein Kastell errichtet, aus dessen Ruinen im Mittelalter eine Burg entstand, die Burg Wörth. Letztere zählt zu der Burgenlinie um die Donau mit der Hauptburg Werfenstein, die gegenüberlag. Zu dieser Burgenlinie zählten auch Hausstein, Langenstein, Pain (Pahin, Bojenstein) und Helchenburg. Auf dem Wörthfelsen finden sich heute noch die Reste der Wörthburg.[6]

Um 1295 war die Insel landesfürstlich und wurde 1314 an den Kleinadeligen Albero von Volkersdorf verpfändet, deren Nachkommen sich ab 1322 nach dem Sitz nannten. Mit dem Verkauf an die Prüschenk und der damit verbundenen Gründung des Prüschenkschlosses Greinburg dürfte die Burg Wörth ihre Aufgabe verloren haben. 1552 wurde auf dem Turm der Burgruine das sogenannte Wörthkreuz errichtet, das bis heute erhalten ist.

Seit 1970 ist die Insel Wörth ein Naturschutzgebiet im Besitz der Republik Österreich.

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Einzelnachweise

  1. Pfarrer Tuma von Neustadel in Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens, von Freiherrn Friedrich von Schweickhardt, Band 8, 1837, Abschnitt Hößgang, S. 288
  2. Joseph Walcher: Nachrichten von den im Jahre 1778, 1779, 1780, und 1781 in dem Strudel der Donau zur Sicherheit der Schiffahrt vorgenommenen Arbeiten durch die kais. königl. Navigations-Direktion an der Donau. Wien 1781 (Digitalisat).
  3. Joseph Walcher: Nachrichten von den bis auf das Jahr 1791 an dem Donau-Strudel zur Sicherheit der Schiffahrt fortgesetzten Arbeiten nebst einem Anhange von der physikalischen Beschaffenheit des Donau-Wirbels. Wien 1791 (Digitalisat).
  4. Alexander Szana: Die neuen Wirtschaftsprobleme der Donau, Stuttgart 1921, S. 23 (Finanz- und Volkswirtschaftliche Zeitfragen, 72. Heft)
  5. Die Trutzburg von Franz Herndl, 1908 oder 1909 bei M. Altmann, Leipzig.
  6. Eintrag zu Wörthburg, Wörther Schloss in der privaten Datenbank „Alle Burgen“, abgerufen am 26. Juni 2016.