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4. Dezember - Barbara: Auf den grünen Zweig gekommen#

© Dr. Helga Maria Wolf


H. Barbara
H. Barbara, Hinterglasbild
Die Redensart "auf einen grünen Zweig kommen" spielt auf das Sinnbild des Wachsens und Gedeihens an. Oft wird sie negativ verwendet, wie beim biblischen Hiob (Ijob 15,32): "Bevor sein Tag kommt, welkt er hin, und sein Palmzweig grünt nicht mehr." Bei Mittwinterbräuchen spielt das Grün, das in der Natur dann selten ist, eine große Rolle. Die alten Römer verschenkten zum Jahresbeginn u. a. Lorbeerzweige. Die "Strenae" als Träger der Lebenskraft sollen sie aus dem Hain einer Segensgöttin Strenia (Strenua) geholt haben.


Immergrüne Zweige, Bäume oder geschmückte Gestelle brachten auch Jahrhunderte später Leben in die Stuben, wenn draußen alles unter der Schneedecke begraben war. Nadelgehölze wie Fichte, Tanne, Kiefer, Wacholder und sogar die giftige Eibe, auch Buchsbaum, Mistel und Stechpalme fanden Verwendung. Dazu kamen (und kommen) Barbarazweige und der Luzienweizen. Sie sind mit Kalenderheiligen von Anfang Dezember verbunden.


Barbara, am 4. Dezember, steht nach dem 2. Vatikanischen Konzil als historisch nicht gesicherte Heilige nicht mehr im römischen Generalkalender, nur noch im Regionalkalender für das deutsche Sprachgebiet. Die Legende erzählt von einer schönen, klugen Jungfrau aus Nikomedien (Izmir, Türkei). Ihr Vater, Dioskuros, hielt sie in einem Turm gefangen. Als Dioskuros erfuhr, dass Barbara Christin geworden war, lieferte er sie im Jahr 306 der Christenverfolgung aus. Zur Strafe fand er den Tod durch Blitzschlag. Die Tochter erhielt die Verheißung, dass niemand, der sie als Helferin anrufe, eines unversehenen Todes (ohne Sakramentenempfang) sterben werde. Seit dem Mittelalter erfuhr sie besondere Wertschätzung als Patronin der Bergleute und Artilleristen.


Barbara zählt mit Margareta und Katharina zu den Virgines Capitales ("drei heilige Madln") und zu den 14 Nothelfern. Ihre Patronate sind u. a. die der Architekten, Bauarbeiter, Bergleute, Gefangenen, Glockengießer. Soldaten riefen sie zum Schutz gegen feindliche Geschosse an. Bergarbeiter feiern ihren Tag mit besonderen Gottesdiensten. Bei Tunnelbauten gibt es Barbarafeiern. Als Schutzfrau gegen Gewitter weihte man ihr "Wetterglocken". Besondere Verehrung genoss sie durch die Kameradschaft der Artilleristen in der Wiener Votivkirche. Sie spendeten 1903 eine 4 Meter hohe, 30,5 cm dicke Kerze, die 264 Kilo wog und 120 Jahre lang brennen sollte. Sie wurde am Barbaratag und zu den Gedenktagen verstorbener Mitglieder entzündet, später ersetzte eine Glühbirne die Kerzenflamme.


Eine Reihe von Bräuchen knüpft(e) sich an den 4. Dezember. Am bekanntesten ist der, Zweige von Kirsch-, Weichsel- und anderen Obstbäumen oder Ziersträuchern zu schneiden und daheim einzuwässern. Bis Weihnachten erblüht, sollen sie Glück und Segen bringen. Eine erklärende Legende will wissen, dass sich auf dem Weg zur Hinrichtung ein Kirschzweig in Barbaras Kleid verfing, der bei ihrem Tod aufblühte. Die mittelalterliche Legendenliteratur stellte eine Analogie zum grünenden Stab Aarons her. Eine andere Deutung bringt das Gleichnis vom Feigenbaum (Lk 21, 29-31) ins Spiel. Dabei sagt Jesus: ". . . Sobald ihr merkt, dass sie Blätter treiben, wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. . ." Martin Luther predigte zu dieser Stelle: "Die Blätter an den Bäumen zeigen nicht den Winter an, dass es frieren, schneien und kalt werden soll, sondern sie zeigen die fröhliche Zeit an ... So sollt auch ihr, sagt Christus, wenn ihr diese Zeichen seht, fest der Meinung sein, dass die Zeit eurer Erlösung da ist."


"Barbarazweige" waren ein Ernte- und Liebesorakel. Um ihre Blüte zu garantieren, sollte man sie unter besonderen Bedingungen schneiden (vor Sonnenaufgang oder beim Vesperläuten), oft wässern und zum Ofen stellen. Je reicher die Blätter und Blüten am Christtag erschienen, umso üppiger falle die Ernte aus, glaubte man. Manche versahen die Zweige mit Namenskärtchen, um daraus das persönliche Schicksal zu ergründen. In Wien trugen die Kärtchen Nummern. Zeigte sich eine Blüte, wurde die entsprechende Zahl in der Lotterie gesetzt. Da man den Barbarazweigen magische Wirkungen nachsagte, sollten sie, in die Christmette mitgenommen, Verborgenes sichtbar machen.


Der 13. Dezember, Gedenktag der heiligen Lucia, war bis zur Gregorianischen Kalenderreform 1582 Mittwintertag. Lucia, wahrscheinlich ein Opfer der diokletianischen Christenverfolgung im Jahr 303, entstammte (nach der Legende aus dem 5./6. Jahrhundert) einer vornehmen Familie in Syracus (Italien). Schon in byzantinischer Zeit entstand über ihrem Grab eine Kirche. Reliquien befinden sich in Rom und Metz (Elsass-Lothringen). Darstellungen zeigen sie, zwei Augen auf einer Schüssel tragend oder mit einer Öllampe, was auf ihren Namen "die Lichtvolle" zurückgeführt wird. Sie ist u. a. Patronin der Bauern, Blinden, Notare und Schneider. Lucia zählte bereits im Altertum zu den beliebtesten Heiligen, im Mittelalter erfuhr der Kult besonderen Aufschwung. Ihr Tag galt als Quartalsbeginn in der Verwaltung, Schulschluss und Jahreswende. Dementsprechend zahlreich waren die Glaubensvorstellungen. Luzienweizen sollte einen Blick in die Zukunft ermöglichen. Am 13. Dezember in einem Teller mit Erde und Wasser ausgesät, erreicht er bis Weihnachten Spannenhöhe. In der Mitte brennt eine Kerze. Sowohl aus ihrem Schein, als auch aus dem Wachstum der Tellersaat, zog man Schlüsse auf den Ertrag der Feldfrüchte des kommenden Jahres.


Luzienweizen
Luzienweizen
Der Luzienweizen wird auch Adonisgärtlein genannt. Der phönizische Vegetationsgott Adonis repräsentierte in der griechischen Antike die immer wieder neu erstehende und vergehende Natur. In der Mythologie war er ein schöner, von Aphrodite geliebter Jüngling, der bei der Jagd ums Leben kam. Die Liebesgöttin bat daher ihre Schwester, die Herrin der Unterwelt, ihn die Hälfte des Jahres auf die Erde zu entlassen. Persephone erfüllte ihr den Wunsch. Die Griechen feierten den Übergang mit mehrtägigen privaten Festen, den "Adonia". Dazu setzten sie schnell wachsende und schnell verdorrende Pflanzen in Blumentöpfe, die sie Adonisgärtchen nannten.


Als Weihnachtsgrün fanden und finden immergrüne Bäume Verwendung, die scheinbar nicht dem Wandel von Werden und Sterben unterliegen. Nicht nur zur Weihnachtszeit spielen geschmückte Tannenbäume eine Rolle, sondern auch als "Mayen", "Hüterbaum", "Kirtagbaum" oder "Firstbaum" bei der "Dachgleiche". Das Lehnwort "Mayen" bezeichnete außer dem Maibaum alle frischen oder immergrünen Festzweige. "Niemant soll wynacht mayen hauen by daruff gesetzter strafe", heißt es im 16. Jahrhundert in einem Verbot aus dem Elsass.


In weiten Teilen Europas befestigte man im Winter über der Haustür, im Stall und in den Wohnräumen grünes Reisig: "Und wer nit etwas nuwes hat / und umb des nuw ior singen gat / und gryen tann risz steckt jn syn husz / der meynt, er leb das jor nit usz", reimte Sebastian Brant 1494 in seinem "Narrenschiff". In der Steiermark und im Burgenland waren noch Mitte des 20. Jahrhundert hängende Christbäume bekannt, die man am Balken an der Stubendecke mit dem Wipfel nach oben oder nach unten befestigte und mit Papierketten schmückte. Viele Details ähneln sich beim Gebrauch des Weihnachtsgrüns an unterschiedlichen Orten und Zeiten, Christbaum-Vorläufer und kontinuierliche Entwicklungsreihen lassen sich daraus aber nicht ableiten.


"Boschen" steckten die Landwirte auf den Zaun, in den Hof, zum Stall, auf den Brunnen oder Misthaufen und putzten damit die Kamine. 1729 verbot eine Salzburger Waldordnung "die dermaßen gebräuchig gewest schädlich und unwaidmännische Verhack- und Bringung der sogenannten Bächl- oder Weyhnachtsboschen". Das Verbot bewirkte wenig und musste 1755 unter verstärkter Strafandrohung wiederholt werden. Außerdem rügte die Obrigkeit den "aberglaubigen Gebrauch" der Nadelbäume. Im Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens findet sich bei allen verwendeten winterharten Pflanzen (Fichte, Tanne, Kiefer, Wacholder) der Hinweis, dass die spitzen, grünen Nadeln zur Abwehr von Unheil, Blitzen, Dämonen, Hexen und Gespenstern dienen.


1419 schmückte die Freiburger Bruderschaft der Bäckerknechte im Heilig-Geist-Spital einen Baum mit Äpfeln, Birnen, Oblaten, Lebkuchen, Flittergold, Nüssen und Papierzierat. Zu Neujahr schüttelte ihn der Altgeselle und die Armen erhielten die Lebensmittel. Im 16. Jahrhundert mehrten sich in den Städten Zeugnisse solcher Bäume als Rechnungen für Äpfel, Hostien, buntes Papier und Fäden zum Schmuck der Bäume für Weihnachtsfeiern in den Zunftstuben. Eine Verordnung aus Ammerschweier im Elsass verbietet 1561, Weihnachtsbäume zu schlagen, die mehr als 2,50 m hoch sind. Viel zitiert ist ein Bericht über die 1604 in Straßburg mit Obst, bunten Papierrosen und Zischgold behängte Tanne.


Mehr als eine Generation später kritisierte dort der Geistliche Johann Konrad Dannhauer: "Unter anderen Lappalien, damit man die frohe Weihnachtszeit oft mehr als mit Gotteswort begeht, ist auch der Weihnachtsbaum oder Tannenbaum, den man zu Hause aufrichtet, denselben mit Puppen und Zucker behängt und ihn hernach schütteln und abblümeln läßt. . ." In nachreformatorischer Zeit lehnten katholische wie evangelische Pfarrer den Weihnachtsbaumbrauch ab, letztere offenbar weniger. Der Protestantismus wurde sogar spöttisch als "Tannenbaumreligion" bezeichnet. So zählten deutsche Bürgerfamilien und Adelige, die zur Kongresszeit 1815 nach Wien kamen, zu den Innovatoren des "Christkindbaum- und Christkindbrauchs". Besonders bekannt in diesem Zusammenhang ist Prinzessin Henriette von Nassau-Weilburg, die Gattin Erzherzog Carls, in deren Stadtpalais 1816 einer der ersten Weihnachtsbäume stand.


1814 wurde das erste "Christbaumfest nach Berliner Sitte" in Wien aktenkundig. Der geschmückte Baum befand sich in der Familie des Bankiers Nathan Adam Arnstein und seiner aus Berlin stammenden Frau Franziska. Fanny Arnsteins großbürgerlich-liberaler Salon bildete einen Mittelpunkt des Kultur- und Gesellschaftslebens. Ein Geheimpolizist, der sich unter den Gästen befand, berichtete am 26. Dezember 1814 über den "brennenden Weihnachtsbaum": "Bei Arnsteins war vorgestern nach Berliner Sitte ein sehr zahlreiches Weihbaum- oder Christbaumfest. Es waren dort alle getauften und beschnittenen Anverwandten des Hauses. Alle gebetenen, eingeladen Personen erhielten Geschenke oder Souvenirs vom Christbaum."


Im folgenden Sommer (1. August 1815) verbot die niederösterreichische Regierung "das Abstämmeln und Ausgraben der Bäume zum Behuf der Frohnleichnams-Prozessionen, Kirchenfeste, Weihnachtsbäume und dergleichen" und drohte mit der "Konfiskazion der Weihnachtsbäume an den Linien Wiens". Am Linienwall, der Zollgrenze zwischen den dörflichen Vororten und den Vorstädten bzw. der Stadt, wurde u. a. die Verzehrungssteuer eingehoben. Dass diese Verordnung die Einfuhr von Christbäumen verhindern sollte, lässt auf deren größere Verbreitung schließen. Denn so ganz neu war das Christbaumfest nicht, es wurde nur nicht zu Weihnachten, sondern zum Nikolaustag begangen. Eine Zeit lang bestanden beide Bescherungstermine nebeneinander. Die Nikolausbäumchen wurden 1782 beschrieben als "grüner Baum mit brennenden Kerzchen bestekket, auf welchem erwelche Pfunde candirtes Zuckerbacht ebenso glänzen wie der vom Reife candirte Kirschenbaum zur Winterszeit schimmert".


Ilexzweige
Immergrüne Ilexzweige gehören zu Weihnachten wie das Tannenreisig
1821 wunderte sich der aus Breslau zugezogene Burgschauspieler Heinrich Anschütz, welche geringe Rolle Weihnachten im Jahreslauf der Wiener spielte. Auf die Frage nach einem Christbaum sagte man ihm: "Christbescherung? Was ist das? Ah, sie meinen den Nikolo!" So brachte er in einer "beschwerlichen Reise" seine Tanne selbst aus der Hinterbrühl und lud zur häuslichen Feier Freunde ein. 1823 zeigte sich Erzherzog Johann entsetzt über den Weihnachtsluxus von Baum und Geschenken, wie er sie bei seinem Bruder Carl sah: "So verstimmte mich gleich die große Hitze durch die vielen Lichter. In früherer Zeit, als ich klein war, gab es ein Kripperl, welches beleuchtet war, dabei Zuckerwerk - sonst aber nichts. Nun ist kein Kripperl mehr! Wir sahen einen Graßbaum mit vielem Zuckerwerk und ein ganzes Zimmer voll Spielereien aller Art."


Seit 1829 war der Diplomat Friedrich Gentz in seinen Kreisen einer der wichtigsten Propagandisten des neuen Brauchs. Er platzierte den Christbaum in seiner Weinhauser Sommervilla, lud dazu u. a. den Dichter Franz Grillparzer ein und besuchte mit seinen Gästen den preußischen Gesandten. 1836 meldete die "Theaterzeitung", dass die öffentlichen Plätze Wiens aussahen wie ein "Park, von immergrünem Nadelholz gebildet, welches zum Verkauf in Alleen und Gruppen zusammengetragen wurde." Im selben Jahr sah die englische Reisende Frances Trollope an jeder Straßenecke Frauen um Christbäume feilschen, "die mit buntem Papier herausgeputzt sind. Diese Bäume... stets Sprossenfichten ... werden in jeder Größe und für jeden Preis fast von jeder Familie in Wien, die noch junge Leute hat, gekauft." 1851 hieß es: "Auf dem Hof sieht es aus wie im Prater, Baum an Baum... und in Mariahilf hat der Weihnachtsmarkt an Bäumen einen solchen Vorrat, daß man meint, ein zweites Wien müßte hier für seine Kinder kaufen." Zwischen 1830 und 1850 hielt der Weihnachtsbaum Einzug in die bürgerliche Mittelschicht, das bedeutete aber keineswegs, dass ihn sich "alle" leisten konnten.


Was hierzulande das Tannenreisig ist, das waren in England Mistel (Viscum album) und Stechpalme (Ilex aquifolium). Hierzulande setzte ihre Popularität um die Jahrhundertwende ein. Im Jugendstil zählte die Mistel zu den verbreitetsten Motiven der angewandten Kunst. "Die Mistel als Weihnachtsschmuck, wie sie in den letzten Jahrzehnten in deutschen Städten aufkam, ist lediglich eine Nachahmung des englischen Brauches, also mehr eine Modesache als ein Volksbrauch", liest man im 1935 erschienenen Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Im Rheinland pflegte man sich in der Weihnachtszeit unter einem Mistelzweig zu versöhnen. Man brachte Misteln als Freundschafts- und Friedenszeichen zu den Nachbarn. Der römische Historiker Plinius schrieb im Jahr 77 n. Chr. über Kelten-Kulte mit der Eichenmistel: "Die Druiden... halten nichts für heiliger als Mistel und den Baum, auf dem sie wächst, wenn es eine Steineiche ist. ... Denn alles, was daraus hervorwächst, halten sie für vom Himmel gesandt und für ein Zeichen, dass der Baum von Gott selbst erwählt worden sei. Die Mistel ist jedoch ziemlich selten zu finden, und wenn sie gefunden wird, so wird sie mit großer Feierlichkeit geerntet. ... Sie nennen sie in ihrer Sprache ,Allheilmittel' ... Sie glauben, dass durch Mistelabsud jegliches unfruchtbare Tier fruchtbar werde und dass er ein Gegengift gegen alle Gifte sei."


Weihnachtskaktus
"Weihnachtskaktus"

Die Stechpalme ist in Westeuropa heimisch. Wie allen stacheligen Pflanzen sagte man ihr nach, Hexen und Dämonen abzuwehren (daher ihr Dialektname "Schrattl"). In den Alpenländern war sie Bestandteil des "Palmbuschens". Christlich interpretiert erinnern die stacheligen Blätter an die Dornenkrone und die roten Beeren an die Blutstropfen der Passion. Allgemein erfreuen sich die glänzenden, immergrünen Blätter und die roten Beeren zunehmender Beliebtheit als weihnachtliche Dekoration.


Die "Rose von Jericho" (Segalinella lepidophylla) wächst in Jordanien, Ägypten, Arabien und Palästina. Von dort brachten Pilger und Händler schon im Mittelalter die wie eine verdorrte Knolle aussehende Wunder- und Orakelpflanze nach Europa. Sie galt als Symbol der Auferstehung und wurde je nach Kulturkreis "Hand Marias" oder "Hand Fatimas" genannt. Man staunt über das "Aufblühen", wenn sich das Wüstengewächs unter dem Einfluss von Wasser öffnet und grün wird. Aus der Art, wie das geschieht, wurden seit altersher Schlüsse auf Wetter und Ernte gezogen.


Der dekorative Weihnachtsstern (Poinsettia) gehört zur Familie der Wolfsmilchgewächse. In seinen Herkunftsländern Mexiko und Mittelamerika wird der Strauch bis zu vier Meter hoch. Seit 1828 in den USA kultiviert, erreichte er bald Europa. Die Pflanze blüht im Winter, die leuchtenden Sterne halten mehrere Monate. Inzwischen sind zu den natürlichen roten Sorten solche mit rosa, violetten, gelben und weißen Hochblättern gekommen. Als Zimmerpflanzen kommen sie mit Blüten verschiedener Größen vor Weihnachten in enormer Anzahl in den Handel. Eine bekannte und beliebte Zimmerpflanze ist der Weihnachtskaktus. Ursprünglich wuchs er epiphytisch in den brasilianischen Regenwäldern. In Europa bieten Floristen rot und rosa blühende Hybridformen an. Mit einem "grünen Daumen" und etwas Glück bringt man den Weihnachtskaktus zu Ostern zu einer zweiten Blüte.