18. Dezember - Festtagsgrüße#
© Dr. Helga Maria Wolf
Auch die Heiligen Drei Könige erschienen auf Glückwunschkarten. Der 6.
Januar wurde als "Großneujahr" oder "Hochneujahr" mit verschiedenen
Bräuchen begangen, und so genannte Dreikönigszettel mit den
glückbringenden Initialen C+M+B trug man gern als Amulette. Die Magier,
die sich auf die weite Reise zum neugeborenen König begeben hatten,
galten auch als Patrone für die letzte Reise, einen guten Tod. Auf einer
kombinierten Darstellung von Christkind und drei Königen findet man den Vers: "Ich wünsch dir an mein
lieber Christ, Weß würd und Stand du immer bist. Ein neues Jahr voll
fried und freud, und nach dem todt die seeligkeit." In der Barockzeit
überbrachten Vertreter der Bruderschaften den Mitgliedern gedruckte
Neujahrswünsche. Im Mittelpunkt dieser Bilder standen die Zunftpatrone
mit ihren Attributen. Neben
religiösen Motiven, die an Andachtsbilder erinnern, gab es schon im 16.
Jahrhundert geschriebene Glückwunschkarten von Geschäftsleuten. Seit der
Mitte des 18. Jahrhunderts verwendeten bestimmte Berufsgruppen gedruckte
Neujahrskarten, mit denen sie gratulieren (heischen) gingen. Die
Dienerschaft eines Wiener Kaffeehauses verteilte an die
"Hochzuverehrenden Herrn Gäste" kolorierte Lithografien. Die Karte zeigt
einen Kellner, der dem im Billardsalon sitzenden Gast ein Kännchen
Kaffee serviert. Der Herr mit Zylinder hält in der Linken eine lange
Pfeife, während er mit der Rechten nach dem Geldbeutel greift. Darunter
steht der vielsagende Vers: "Nur Ihre Huld und Ihr gnädiger Blick,
Begründen unser größtes Glück!"
Dies waren allerdings reine Neujahrskarten, denn erst langsam
entwickelte sich Weihnachten zum idyllischen Familienfest. Die ersten
Weihnachts- und Neujahrskarten, noch ohne typisches Motiv, kamen aus
England. Der Gründer des Victoria-and-Albert-Museums, Sir Henry Cole,
beauftragte den mit ihm befreundeten Künstler John Horsley mit dem
Entwurf. Er ließ 1843 tausend Postkarten
drucken, teils für den eigenen Gebrauch, teils zum Verkauf für 1
Shilling pro Stück. Der raschen Verbreitung kam eine damals in England
erfolgte Porto-Ermäßigung zugute.



