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Österreich und die deutsche Frage 1987–1990 - Vom Honecker-Besuch in Bonn bis zur Einheit
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27.3.1990: Bericht Botschafter Bauer und Gesandter Loibl 574 Dok. 140 Mitterrand begreife, dass ihm seine „punitive“ Haltung gegenüber Bonn (Drän- gen auf vorgezogene EG-Wirtschafts- und Währungsunion wegen deutscher Ein- heit) nach unerwartetem DDR-Wahlergebnis5 Kritik der französischen Bevölke- rung und Medien eingetragen habe. Er würde sich danach richten. Erstes Treffen der politischen Direktoren „2+4“ fand daher in angenehmer At- mosphäre noch vor DDR-Wahlen statt (für SU und DDR eine Art Anerkennung noch bestehender Verhältnisse). Nächstes Treffen dürfte Ende März bis 1. April Hälfte stattfinden (Termin abhängig auch von DDR-Regierungsbildung).6 Da- nach könnte noch im April erstes Außenminister-Treffen stattfinden,7 worauf lt. Gesprächspartner in Windhoek nicht nur Genscher, sondern auch Scheward- nadse drängte. Genscher Mitarbeiter erwartet mehrere Außenminister-Treffen, da Ottawa-Einigung8 diese Ebene vorsieht und damit auch ein für die 4 wich- tiger politisch-psychologischer Anschluss an frühere Deutschland-Konferenzen besteht. Festlegung der Tagesordnung „2+4“ durch politische Direktoren werde mit neuer DDR-Regierung rasch erfolgen können, z. B. würde Eigentumsfrage (die von DDR über Entnazifizierung und Zerschlagung des Großgrundbesitzes „künst- lich“ an Potsdamer Abkommen angebunden und damit zu „äußerem Aspekt“ gemacht wurde)  keine Rolle mehr spielen. Schwieriger würde „Verpackung“ der angestrebten Regelung: scheinbar von Moskau „befürworteter“ Friedensvertrag ist aus Bonner Sicht „überholt“ (Reparationen! heute durch Entkolonialisierung mehr Kriegsgegner als 1945! usw.), passende Formel (europäische Friedens- ordnung? friedensvertragliche Regelung? oder ähnliches) müsse erst gefunden werden. Materiell rechnet Gesprächspartner mit keinen Schwierigkeiten hinsichtlich Aufgabe der Siegerrechte und Berlin-Status: diese „einfachen Fragen“ könnten durch politische oder völkerrechtliche Erklärung gelöst werden. Erklärung über Beendigung dieser Rechte würde Berlin-Abkommen9 usw. ohnehin den Boden entziehen. Hinsichtlich Oder-Neiße-Grenze würde Mitarbeiter Genschers eine rasche (weil billige) Lösung nach dem Mazowiecki-Vorschlag bevorzugen: Paraphierung 5 Zum Ergebnis der Volkskammerwahlen vom 18. März siehe Dok. 137. 6 Am 9. März 1990 hatte ein erstes deutsch-deutsches Vorbereitungstreffen auf Beamtenebene in Ost-Berlin stattgefunden. Die erste Gesprächsrunde auf Beamtenebene hatte am 14. März in Ost-Berlin stattgefunden (siehe dazu bereits Dok. 135, Anm. 2), die zweite Gesprächsrunde folgte am 30. April 1990 in Ost-Berlin. Siehe dazu Zweite Gesprächsrunde Zwei plus Vier auf Beamtenebene, Berlin-Niederschönhausen, 30. April 1990 (=  Dokument 264), in: Deutsche Einheit, S. 1074–1076 7 Das erste 2+4-Außenministertreffen fand am 5. Mai 1990 in Bonn statt. Siehe Dok. 149–150. 8 Die „Open-Skies“-Konferenz der KSZE fand vom 12. bis 14. Februar 1990 in Ottawa statt. Am Rande dieser Konferenz wurde am 13. Februar 1990 eine grundsätzliche Einigung auf die 2+4-Formel für die Verhandlungen über die außenpolitischen Bedingungen der deutschen Vereinigung erzielt. Siehe Dok. 124. 9 Siehe Dok. 1, Anm. 15.
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Österreich und die deutsche Frage 1987–1990 Vom Honecker-Besuch in Bonn bis zur Einheit
Titel
Österreich und die deutsche Frage 1987–1990
Untertitel
Vom Honecker-Besuch in Bonn bis zur Einheit
Herausgeber
Michael Gehler
Maximilian Graf
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht Verlage
Ort
Göttingen
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-ND 4.0
ISBN
978-3-666-35587-5
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
792
Kategorien
Geschichte Nach 1918

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung: Österreich und die deutsche Frage 1945–1990 7
  2. I. Vorbemerkungen 7
  3. II. Ausgangsbedingungen und Vorgeschichte: Von der „doppelten Staatsgründung“ zur Perpetuierung deutscher Zweistaatlichkeit (1949–1987) 11
    1. 1. Die Entwicklung bis zum Entscheidungs- und Zäsurjahr 1955 11
    2. 2. Gescheiterte Vermittlungsversuche (1958–1963) 19
    3. 3. Die Entwicklung bis zum Grundlagenvertrag 1972 23
    4. 4. Österreich, die europäische Integration und die Anerkennung der DDR im Zeichen der Entspannung (1961–1972) 28
    5. 5. Das Verhältnis Österreichs zu den beiden deutschen Staaten bis zum Bonn-Besuch Honeckers (1972–1987) 32
  4. III. Österreich und die deutsche Frage 1987–1990 38
    1. 1. Österreich und die scheinbare Stabilität des SED-Regimes 38
    2. 2. Die Grenzöffnung im Kontext der Langzeitentwicklungen und ihre direkten Folgen 43
    3. 3. Österreichs Annäherungen an das gemeinschaftliche Europa, die Bundesrepublik und die deutsche Frage 50
    4. 4. „Mauerfall“ und „Wiedervereinigung“: Die Haltung Österreichs bis Ende 1989 63
    5. 5. Österreich und die deutsche Frage Anfang 1990 75
    6. 6. Der Einigungsprozess und seine internationale Durchsetzung aus österreichischer Sicht 86
    7. 7. Österreichs Abschied von der DDR 92
    8. 8. Österreich, die deutsche Einheit und der Weg nach Europa – Bilanz und Ausblick 95
  5. IV. Editorische Vorbemerkungen 99
    1. Verzeichnis der Dokumente 103
    2. Dokumente 111
    3. Abkürzungsverzeichnis 723
    4. Literaturverzeichnis 731
    5. Personenregister 735
    6. Sachregister 773
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