Österreichischer Touristenklub

Österreichischer Touristenklub (ÖTK)
Gründung: 1869
Gründungsort: Wien
Vereine (ca.): 35 Sektionen (53 Hütten)
Mitglieder (ca.): 24000 (2007)
Homepage: www.touristenklub.at

Der Österreichische Touristenklub (ÖTK) ist der zweitälteste und drittgrößte alpine Verein in Österreich.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Gründung des Klubs geht zurück auf die Initiative von Gustav Jäger, Herausgeber von Der Tourist[1], dem ersten touristischen Fachblatt Österreichs. Jäger zielte mit seinen Interessen, anders als der seit 1862 bestehende Österreichische Alpenverein, zuvörderst auf die Naturgegebenheiten in seiner näheren Heimat, Wien und Niederösterreich. [2]

Mit dem Vorhaben einer Vereinsgründung traf sich Gustav Jäger ab dem Frühjahr 1869 regelmäßig mit Gleichgesinnten, darunter Lambert Märzroth, Paul Grohmann, Adolf Blamauer, Josef Anton Specht. Am 18. Mai 1869 erfolgte im Gasthaus „zur Schnecke“, Wien I., Petersplatz die Konstituierung des ÖTK. [2]

Der Österreichische Touristenklub hat seine Zentrale in Wien und umfasst 35 Sektionen in Österreich und eine Sektion in Dresden, Deutschland. Darüber hinaus haben sich drei alpine Verbände aus der Tschechischen Republik und ein Verband aus Ungarn dem ÖTK angeschlossen. Der ÖTK hatte 1910 inkl. der Sektionen in den Nachbarländern noch ca. 30.000 Mitglieder, schrumpfte nach den Kriegen und in Folge bis 1986 auf rund 15.000, hält 2007 bei rund 24.000 Mitgliedern.

ÖTK-Schilder auf dem Leopoldsberg

Sein Ziel ist es, Menschen die Erholung und Betätigung im Hochgebirge zu erleichtern. Dazu betreibt der ÖTK 53 Schutzhütten wie z. B. das Defreggerhaus am Großvenediger und betreut ein ausgedehntes Wegenetz. Außerdem existiert seit 1926 eine Bergsteigerschule, die in Kursen Kenntnisse in den Spielarten des Alpinismus vermittelt. Außerdem werden, wie auch bei den anderen alpinen Vereinen üblich, geführte Touren und Kulturfahrten angeboten.

Nach längeren Planung wurden 1995 im Klubhaus in Wien die ersten Räume als Kletterhalle ausgebaut, nach den ersten Erfolgen folgte 1998 der Ausbau in den dazu überdachten Hof, 2001 dann der Durchbruch über zwei Geschoße in die hohen Gewölbe aus dem 14. Jahrhundert und der Aufstieg zur größten Kletterhalle im Zentrum Wiens.

Eine bemerkenswerte Leistung der letzten Jahre (2004–2005) war die weltweit erste Errichtung einer neuen Schutzhütte (Schiestlhaus) als Passivhaus in extremer Lage am Hochschwab in 2158 m Seehöhe. Die Initialzündung erfolgte nach einem Architekturpreis einer Schutzhütte in Extremlage von Marie Rezac.

Der ÖTK ist Mitglied im Verband Alpiner Vereine Österreichs (VAVÖ).

Literatur

  • Rudl Klose: Einhundert Jahre Österreichischer Touristenklub 1869–1969. Festschrift anläßlich des hundertjährigen Bestandes. Österreichischer Touristenklub, Wien 1969. [3]
  • Otto W. Steiner (Red.): Österreichischer Touristenklub. 100 Jahre Österreichischer Touristenklub, 1869–1969. Wien 1969 [4]

Einzelnachweise

  1. ZDB-ID 552359-x.
  2. a b Der Oesterreichische Touristenklub in Wien.. In: Die Neue Zeitung, Nr. 270/1919 (XII. Jahrgang), 2. Oktober 1919, S. 3 unten (sowie Titelblatt). (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nzg.
  3. Permalink OBV.
  4. Permalink OBV.

Weblinks

 Commons: Österreichischer Touristenklub – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien