Erika Weinzierl

Erika Weinzierl im Jahr 2008

Erika Weinzierl, geborene Fischer, (* 6. Juni 1925 in Wien) ist eine österreichische Historikerin.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Erika Weinzierl studierte von 1945 bis 1948 an der Universität Wien Geschichte und absolvierte auch den Institutskurs des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung. 1949 heiratete sie den Experimentalphysiker Peter Weinzierl († 1996). Zu ihren Kindern gehörte der Historiker Michael Weinzierl (1950-2002).

In den Jahren 1948–1964 war sie als Archivarin am Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien tätig und habilitierte sich 1961 an der Universität Wien für Österreichische Geschichte. 1964 wurde sie nach Salzburg ans Institut für kirchliche Zeitgeschichte am Internationalen Forschungszentrum Salzburg berufen, dessen Vorstand sie bis 1992 blieb. Daneben wurde sie 1967 außerordentliche Universitätsprofessorin und 1969 ordentliche Universitätsprofessorin für Österreichische Geschichte mit besonderer Berücksichtigung der Zeitgeschichte an der Universität Salzburg. Ab 1977 leitete Weinzierl das Ludwig-Boltzmann-Institut für Geschichte der Gesellschaftswissenschaften (seit 1991 für Geschichte und Gesellschaft) in Wien und Salzburg. Von 1979 bis zu ihrer Emeritierung im Jahr 1995 war Weinzierl ordentliche Universitätsprofessorin für Neuere und Neueste Geschichte am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien (als Nachfolgerin von Ludwig Jedlicka). (Ihr Nachfolger wurde Gerhard Botz.)

1995 trat sie aus der ÖVP, an deren Parteiprogramm sie mitgearbeitet hatte, aus.[1]

Auszeichnungen

Werke

Erika Weinzierl ist Autorin von Büchern und zahlreichen Artikeln und Beiträgen sowie Herausgeberin bzw. Mitherausgeberin von 30 Büchern und der Zeitschrift „zeitgeschichte“.

  • Geschichte des Benediktinerklosters Millstatt in Kärnten. Archiv für vaterländische Geschichte und Topographie, Band 33. Verlag des Geschichtsvereines für Kärnten, Klagenfurt, 1951. [Veröffentlichung d. Dissertation] (ohne ISBN)
  • Die österreichischen Konkordate von 1855 und 1933. 1960.
  • Österreich, Zeitgeschichte in Bildern. Innsbruck, Wien, München 1968, 1970 und 1975.
  • Zu wenig Gerechte. Österreicher und Judenverfolgung 1938-1945. Graz, Wien, Köln 1969, 1985 1986 und 1997.
  • Österreich 1918-38. 1984.
  • Prüfstand : Österreichs Katholiken und der Nationalsozialismus, Mödling : Verl. St. Gabriel, 1988
  • Vertreibung und Neubeginn. Israelische Bürger österreichischer Herkunft. Wien-Köln-Weimar 1992 (Herausgeberin, mit Otto Kulka).

Literatur

  • Fritz Fellner, Doris A. Corradini (Hrsg.): Österreichische Geschichtswissenschaft im 20. Jahrhundert. Ein biographisch-bibliographisches Lexikon. Böhlau, Wien u. a. 2006, ISBN 978-3-205-77476-1, S. 444-446 (Veröffentlichungen der Kommission für Neuere Geschichte Österreichs 99).

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Otto Friedrich in der Wochenzeitung Die Furche vom 2. Juni 2005, S.8.
  2. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952
  3. Ehrenring für Prof. Erika Weinzierl Rathauskorrespondenz vom 29. April 2002 (abgerufen am 28. Mai 2010)