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vom 30.12.2017, aktuelle Version,

Arlbergstraße

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Landesstraße B197 in Österreich
Basisdaten
Gesamtlänge: 21,0 km

Bundesland:

Die Arlbergstraße (L 197 / B 197) ist eine Landesstraße in den österreichischen Bundesländern Tirol und Vorarlberg.

Verlauf und Ausbau

Die Straße führt von St. Anton am Arlberg im Stanzertal über St. Christoph, den Arlbergpass und Stuben nach Langen am Arlberg im Klostertal. Sie stellt also die Verbindung von Innsbruck über Landeck im Oberinntal, das Tal der Rosanna, die Alfenz, und Bludenz im Walgau im Tal der Ill nach Feldkirch im Vorarlberger Rheintal her, und verbindet damit diese beiden wichtigen Nord-Süd-Achsen der Alpen.

Die Arlbergstraße ist mit einem Fahrverbot für Zugfahrzeuge mit Anhänger mit einer Gesamtmasse über 0,4 t belegt (Denzel-Alpenstraßen-Skala SG 2). Nur bei akuter Lawinengefahr wird zeitweise Wintersperre verhängt.

Geschichte

Der Pass dürfte seit mindestens der Bronzezeit begangen sein, die Altstraße war in der Römerzeit nur von minderem Interesse. Ab dem 13. Jahrhundert finden sich aber vermehrt Aufzeichnungen über Verkehr an der Strecke. Bis zum 18. Jahrhundert bestand nur ein Saumpfad zwischen den beiden Tälern: die Allgäuer hatten wirtschaftliche Interessen, den Ost–West-Verkehr im Alpenvorland zu halten, die Habsburger militärische, die Westgrenze Tirols unwegsam und damit sicher zu halten.

1782 bis 1784 wurde dann aber unter Joseph II. die Straße durch Bozener Handelsleute gebaut und 1787 wurde die Josephinische Straße über den Arlberg eröffnet. Bis 1824 wurde eine befestigte Kunststraße, an der Ostrampe unter Umgehung von St. Anton über St. Jakob und Nasserein ausgebaut. Sie hatte im frühen Industrialismus Bedeutung für die Vorarlberger und Ostschweizer Textilindustrie und den Postverkehr, verlor aber mit dem Ausbau der Eisenbahnen über das Alpenvorland wieder an Bedeutung.

Nach Zerfall der Habsburgermonarchie bemühte man sich aber um eine durchgängige innerösterreichische Verbindung, und durch das Aufkommen des Skitourismus am Arlberg nahm auch der Lokalverkehr nach dem Krieg zu. Mit dem Bundesstraßengesetz von 1971 wurde die Passstraße zur Bundesstraße B 197.

1974 bis 1978 erbaute man den 14 Kilometer langen Arlberg-Straßentunnel und die Arlberg Schnellstraße S 16. Damit wurde die Passstraße als Nebenroute zur Tunnelstrecke endgültig zur Lokalverkehrs-, aber auch zur Ausflugsstraße.

Mit der Abschaffung der Bundesstraßen 2002 wurde sie in eine bzw. zwei Landesstraßen umgewandelt, die Bezeichnung blieb in Tirol B 197, in Vorarlberg wird sie mit L 197 bezeichnet.

Von 2014 bis 2015 wurde das Teilstück zwischen Stuben (Posteck) und Alpe Rauz neu trassiert, nachdem in diesem Bereich Fahrbahnabsenkungen und beschädigte Schutz- und Stützmauern festgestellt worden waren und die Kosten für eine Sanierung höher gewesen wären als eine Neutrassierung. Statt der bisherigen, parallel zum Rauzbach verlaufenden Fahrbahn wird der Verkehr nun in Serpentinen auf die bisherige Lechtalstraße und von dort aus zur Alpe Rauz geleitet. Im Oktober 2015 wurde die neue Trasse für den Verkehr freigegeben, die alte Trasse wird aufgelassen und renaturiert.

Galerie

L197
Die Arlbergstraße befand sich wie die anderen ehemaligen Bundesstraßen in der Bundesverwaltung. Seit dem 1. April 2002 steht sie unter Landesverwaltung. In den anderen Bundesländern wird die herkömmliche Straßenbezeichnung mit B weitergeführt – in Vorarlberg allerdings führen die vom Bund übernommenen Straßen wie alle anderen Vorarlberger Landesstraßen ein L in der Bezeichnung.