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vom 26.02.2017, aktuelle Version,

Bundesgymnasium Wien 8

Bundesgymnasium Wien 8
Schulform Gymnasium
Gründung 1701
Ort Jodok Fink-Platz 2, Josefstadt
Bundesland Wien
Staat Österreich
Koordinaten 48° 12′ 37,8″ N, 16° 20′ 56,7″ O
Schüler 490 (Stand: 2013/2014)
Lehrkräfte 45 (Stand: 2013/2014)
Leitung Christa Stolfa
Website www.bg8.at
Detail über dem Eingang

Das Bundesgymnasium Wien 8 (auch: BG8 und Piaristengymnasium) ist ein öffentliches, staatliches Gymnasium im 8. Wiener Gemeindebezirk Josefstadt. Der Haupteingang liegt am Jodok-Fink-Platz, der von der Piaristenkirche (Pfarre Maria Treu) dominiert wird. Ein weiterer Eingang befindet sich auf der anderen Seite der Schule an der Lederergasse.

Gebäude

Emblem des Bundesgymnasiums Wien 8
Eingang Lederergasse, im Hintergrund die Piaristenkirche

Die Schule ist im Gebäude des Piaristenordens angesiedelt. Die Räumlichkeiten sind bis heute nur angemietet und nicht staatliches Eigentum. Die Schule verfügt über einen eigenen Innenhof und den der Lederergasse zugewandten Ledererhof, auf dem ein Kinderspielplatz und ein Sporthartplatz zu finden sind. Zudem verfügt die Schule über einen modernen und großen unterirdischen Turnsaal und eine prunkvolle alte Bibliothek. Das vor kurzem renovierte Gebäude bietet auch ein kleines Buffet, eine neue Bibliothek, zwei Informatiksäle und moderne Klassenzimmer mit Computern und Internetzugang. Die wissenschaftlichen und kreativen Gegenstände haben jeweils eigene Räume mit großzügig ausgestatteten Sammlungen.

Die ursprüngliche Adresse war an der Piaristengasse. 1929 wurde der Platz vor der Piaristenkirche in Jodok Fink-Platz umbenannt.

Geschichte

Die zweitälteste höhere Schule in Wien wurde durch ein Dekret Kaiser Leopolds I. 1697 gegründet und am 16. November 1701 eröffnet. Das Motto der Schule ist noch heute „Pietati et litteris“, zu Deutsch: „für die Frömmigkeit und die Wissenschaft (gegründet)“ und ist über dem barocken Eingangsportal der Schule, eingerahmt von zwei Engeln, zu lesen. Der Piaristenorden führte die Schule, die damals noch ausschließlich für Knaben zugänglich war, bis 1870. Dann wurde sie dem Staat übergeben, weil die Kosten für seine Erhaltung nicht mehr aufgebracht werden konnten. Die Zahl der Ordensleute als Lehrkräfte in der Schule wurde stets geringer und mittlerweile sind überhaupt keine Geistlichen mehr als Lehrer an dem Gymnasium beschäftigt.

Die 200-Jahr-Feier der Traditionsschule fand eine Würdigung in der "Neuen Freien Presse" vom 17. November 1901.[1]

Durch einen Erlass des Reichsministeriums für Innere und kulturelle Angelegenheiten wurde nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich 1938 die Schule nicht mehr als Gymnasium, sondern als „Oberschule für Jungen“ geführt. Wie in anderen Schulen auch wurde ein Nationalsozialist neuer Direktor und am 28. April 1938 mussten alle jüdischen Schüler die Schule verlassen.[2] 1944 wurde die Schule geschlossen und die verbliebenen Schüler auf andere Standorte in Wien aufgeteilt.

1945 im Herbst unter dem alten Direktor mit fünf Klassen als Bundesgymnasium Wien VIII wiedereröffnet, wurde das Piaristengymnasium 1948 auch für Schülerinnen zugänglich gemacht.[3]

Schulprofil

Das Piaristengymnasium ist die älteste noch auf ihrem ursprünglichen Platz befindliche gymnasiale Schule in Wien, ein Gymnasium, das auf eine traditionsreiche Geschichte zurückblicken kann und daher besonders nicht nur auf den Erhalt und die Weitergabe von Wissen Wert legt, sondern auch auf entsprechende Einstellungen und Haltungen.

Im Zentrum des Unterrichts stehen der einzelne Schüler und die Entwicklung seiner Persönlichkeit. Über die Schulung kognitiver Fähigkeiten und Fertigkeiten hinaus sollen auch die emotionalen und sozialen Aspekte des Lernens gefördert werden. Speziell interessierten und begabten Schülern wird die Möglichkeit geboten, ihre Interessen entsprechend zu vertiefen.

Curriculum

Das BG8 [4] hat eine neusprachlichen und einen humanistischen Zweig, bietet einige Fremdsprachen, wie Englisch, Französisch, Italienisch sowie Latein und Altgriechisch, die möglichst zeitgemäß vermittelt werden. Den Schülern wird computerunterstützter Unterricht und praxisorientiertes Lernen geboten und es finden jedes Jahr diverse Bildungsaufenthalte im Ausland, z.B. in England, in Frankreich, in Italien, in der Schweiz oder in Griechenland statt.

Bekannte ehemalige Schüler

Literatur

  • Von der Österreichischen Nationalbibliothek digitalisierte Ausgaben: Jahresberichte (Schulprogramme). (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/jjo.
  • Pius Knöll: Die Gründung des Collegiums und des Gymnasiums der Piaristen in Wien. In: Festschrift zur Feier des zweihundertjährigen Bestandes des k.k. Staatsgymnasiums im VIII. Bezirke, Jahrgang 1901, Wissenschaftliche Beilage zu dem LI. Jahresbericht, S. 1–27. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/jjo.
  • Karl Dienelt (Hrsg.): Festschrift zur 250-Jahr-Feier des Bundesgymnasiums in Wien VIII (Piaristengymnasium). 1701–1951. Band 1 (nur ein Band erschienen). Selbstverlag des Vereines der „Alt-Piaristner“, Wien 1951, OBV.
  • Brigitte Stemberger: 300 Jahre Piaristengymnasium Bundesgymnasium Wien 8. Geschichte des Bundesgymnasiums Wien 8. Elternverein, Wien 2001, OBV.
  • Julia Reisinger. Alfred Riedl: Marketingkonzept für das Bundesgymnasium Wien VIII. Diplomarbeit. Wirtschaftsuniversität Wien, Wien 2006, OBV.

Einzelnachweise

  1. Kleine Chronik. (…) Zweihundert-Jahr-Feier des Piaristen-Gymnasiums. In: Neue Freie Presse, Morgenblatt, Nr. 13374/1901, 17. November 1901, S. 4, Mitte rechts. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nfp.
  2. Geschichte des Piaristengymnasiums auf der Schulwebseite
  3. Prominente AbsolventInnen
  4. Schultypenübersicht BG VIII
  Commons: Bundesgymnasium Wien 8  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien