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vom 05.07.2017, aktuelle Version,

Liste der denkmalgeschützten Objekte in St. Georgen an der Gusen

Die Liste der denkmalgeschützten Objekte in St. Georgen an der Gusen enthält die 18 denkmalgeschützten, unbeweglichen Objekte in St. Georgen an der Gusen.[1]

Denkmäler

Foto   Denkmal Standort Beschreibung
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ObjektID: 1643
Linzer Straße
Standort
KG: St. Georgen an der Gusen
Kapelle beim Friedhof mit Zeltdach und der Jahreszahl 1842. Im Inneren ein Kruzifix aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.
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ObjektID: 1638
Linzer Straße 12, 14
Standort
KG: St. Georgen an der Gusen
Historische Schule um 1894 erbaut und 1989 um eine Musikschule erweitert

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Kath. Pfarrkirche Hl. Georg
ObjektID: 17550
Linzer Straße 13
Standort
KG: St. Georgen an der Gusen
Die Kirche dürfte im Zusammenhang mit den Kreuzfahrern des 3. Kreuzzuges (1189 bis 1192) gegründet worden sein. Die Kirche ist 3-schiffig und 6-jochig mit einem einjochigen Chor. Der Turm steht nördlich des Chores.
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ObjektID: 1642
Linzer Straße 8
Standort
KG: St. Georgen an der Gusen
Um 1795 erbautes, zweigeschoßiges Haus mit Walmdach und Fassade mit Riesenpilastergliederung.
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ObjektID: 1641
Marktplatz
Standort
KG: St. Georgen an der Gusen
Um 1730 erbaut. Eine toskanische Säule mit der Figur der Maria Immaculata.
Datei hochladen DEST-Verwaltungsgebäude und Wohnhaus
ObjektID: 130635

seit 2016

Mauthausener Straße 27, 29, 31
Standort
KG: St. Georgen an der Gusen
Dieses Verwaltungsgebäude der ehemaligen SS-Firma „Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH (DEST)“ mit zwei Direktorenwohnungen und dem rechts daran anschließende Wohnblock I mit sieben Wohnungen für weitere Truppen- und Werksangehörige und einem Ladentrakt wurde 1940 durch KZ-Häftlinge des KZ Gusen I nach Plänen des Linzer Architekten Paul Theer errichtet. Es war ab Mitte 1941 der Sitz der sog. Granitwerke Mauthausen der SS und diente der wirtschaftlichen Ausbeutung der KZ-Häftlinge in den beiden Konzentrationslagern Gusen und Mauthausen. Seit 1943 verwaltete die „DEST-Werkgruppenleitung St. Georgen“ von diesem Gebäude aus auch Steinbruchbetriebe der SS in Großraming und bei Beneschau in Böhmen. Die DEST-Werkgruppe St. Georgen war ab 1943 auch Kooperationspartner für die Rüstungsfertigung von HZA Wien, Steyr Daimler Puch und Messerschmitt GmbH Regensburg in oberirdischen und unterirdischen Produktionsstätten in St. Georgen, Gusen und Mauthausen-Wienergraben.[2]
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ObjektID: 130636

seit 2016

Siedlungsstraße 1
Standort
KG: St. Georgen an der Gusen
Dieser Wohnblock der ehemaligen SS-Firma „Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH (DEST)“ mit vier großzügigen Wohneinheiten wurde 1940 durch KZ-Häftlinge des KZ Gusen I nach Plänen des Linzer Architekten Paul Theer für Gefolgschaftsmitglieder der DEST und für Angehörige der Kommandanturstäbe der beiden Konzentrationslager Gusen und Mauthausen errichtet. So wohnte z.B. der Lagerkommandant des Konzentrationslagers Gusen I, SS-Hauptsturmführer Karl Chmielewski, ab Sommer 1940 mit seiner Familie in diesem Wohnblock.[3] Dieser Wohnblock bildet zusammen mit dem Verwaltungsgebäude der DEST und dem sog. Wohnblock I ein bemerkenswertes architektonisches Ensemble und einen nach Südwesten hin halboffenen Hof.
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ObjektID: 130637

seit 2016

Siedlungsstraße 3, 5
Standort
KG: St. Georgen an der Gusen
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ObjektID: 130638

seit 2016

Siedlungsstraße 6, 8
Standort
KG: St. Georgen an der Gusen
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ObjektID: 130639

seit 2016

Siedlungsstraße 7, 9
Standort
KG: St. Georgen an der Gusen
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ObjektID: 130640

seit 2016

Siedlungsstraße 10, 12
Standort
KG: St. Georgen an der Gusen
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ObjektID: 130641

seit 2016

Siedlungsstraße 11, 13
Standort
KG: St. Georgen an der Gusen
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ObjektID: 130642

seit 2016

Siedlungsstraße 17, 19
Standort
KG: St. Georgen an der Gusen
Datei hochladen Flur-/Wegkapelle, Figur
ObjektID: 1626
Unterer Markt
Standort
KG: St. Georgen an der Gusen
Die Commune-Kapelle in der Bahnhofstraße südlich vom Zentrum beinhaltet eine Nepomukstatue aus der Zeit um 1820. Die Kapelle stand früher an der Gusenbrücke, dann im Garten des Gasthauses Lehner. Die Giebelkapelle stammt vom Ende des 18. Jahrhunderts.[4]
Datei hochladen Schützenheim, ehem. SS-Schießstand mit Stützmauer
ObjektID: 130633

seit 2016

Schützenweg 17
Standort
KG: St. Georgen an der Gusen
Dieses „Schützenheim“ für die Gefolgschaftsmitglieder der beiden SS-Wachsturmbanne Gusen und Mauthausen wurde durch Häftlinge des KZ Gusen I seit 1940 errichtet und 1942 durch den Höheren SS- und Polizeiführer Ernst Kaltenbrunner (später Chef des Reichssicherheitshauptamtes) seiner Bestimmung übergeben.[5]
Datei hochladen Aufzeigerdeckungen des ehem. SS-Schießstandes
ObjektID: 130685

seit 2015


Standort
KG: St. Georgen an der Gusen
Die Aufzeigerdeckungen des ehemaligen SS-Schießstandes wurden im Dezember 2014 entdeckt. Der Schießstand und das Schützenheim wurden während der Naziherrschaft von KZ-Häftlingen errichtet und stehen im Zusammenhang mit den Konzentrationslagern Gusen I und II. Auf einem historischen Luftbild von 1945 sind die vom Schießstand ausgehenden drei Schussbahnen mit einer Läge von 50, 100 und 150 Meter deutlich zu erkennen. Die entdeckte Aufzeigerdeckung ist eine genau 150 Meter vom Schützenheim entfernte, unterirdisch angelegte Deckung, hier wurden die Zielscheiben bedient und die Auswertung der Schussergebnisse telefonisch an den Schießstand übermittelt. Auch die Aufzeigerdeckung der 100-Meter-Bahn ist noch unterirdisch erhalten. Ähnliche Anlagen sind heute noch in militärischer Verwendung. Der historische Ziel-Unterstand der 50-Meter-Bahn ging hingegen bei Umbauarbeiten der Anlage durch den heutigen Schützenverein verloren.[6]

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Stollenanlage „Bergkristall“
ObjektID: 78566

seit 2016


Standort
KG: St. Georgen an der Gusen
Hauptartikel: B8 Bergkristall
f1

Anmerkung: Die Stollenanlage hat ihren Eingang in der Gemeinde Sankt Georgen, erstreckt sich aber großteils unterhalb der Gemeinde Luftenberg.

Datei hochladen Teile der Bahntrasse, Schleppbahn Normalspur mit der Schleppbahnbrücke
ObjektID: 130634

seit 2016


Standort
KG: St. Georgen an der Gusen
Diese „Schleppbahnbrücke“ über den Gusen-Fluss wurde von KZ-Häftlingen des KZ Gusen I am 15. und 16. September 1941 in einem Stück aus Beton gestampft. Sie war Teil der Normalspur-Anschlussbahn, welche die SS zwischen dem Bahnhof in St. Georgen/Gusen und dem KZ Gusen im März 1943 in Betrieb nahm.[7] Im Jahre 1944 wurden über diese Schleppbahn und den sog. „Übergabebahnhof“ der SS auch das KZ Gusen II und die Stollenanlage „Bergkristall“ mit dem Netz der Deutschen Reichsbahn verbunden. Diese Eisenbahn wurde nach 1955 (nach dem Abzug der sowjetischen Besatzungstruppen) abgetragen. Über diese ehemalige Schleppbahnbrücke führen heute auch der Donauradweg von Passau nach Wien sowie der Audioweg Gusen.

Legende

Quelle für die Auswahl der Objekte sind die vom BDA jährlich veröffentlichten Denkmallisten des jeweiligen Bundeslandes.[1] Die Tabelle enthält im Einzelnen folgende Informationen:

Foto: Fotografie des Denkmals. Klicken des Fotos erzeugt eine vergrößerte Ansicht. Daneben finden sich ein oder zwei Symbole:
Das Symbol bedeutet, dass weitere Fotos des Objekts verfügbar sind. Durch Klicken des Symbols werden sie angezeigt.
Durch Klicken des Symbols können weitere Fotos des Objekts in das Medienarchiv Wikimedia Commons hochgeladen werden.
Denkmal: Bezeichnung des Denkmals. Es ist die Bezeichnung angegeben, wie sie vom Bundesdenkmalamt (BDA) verwendet wird. Weiters ist die interne Objekt-Identifikationsnummer (ObjektID) angeführt.
Standort: Es ist die Adresse angegeben. Bei freistehenden Objekten ohne Adresse (zum Beispiel bei Bildstöcken) ist im Regelfall eine Adresse angegeben, die in der Nähe des Objekts liegt. Durch Aufruf des Links Standort wird die Lage des Denkmals in verschiedenen Kartenprojekten angezeigt. Darunter ist die Katastralgemeinde (KG) angegeben.
Beschreibung: Kurze Angaben zum Denkmal.

Die Tabelle ist alphabetisch nach dem Standort des Denkmals sortiert. Das Sortierkriterium ist die Katastralgemeinde und innerhalb dieser die Adresse.

Durch Klicken von „Karte mit allen Koordinaten“ (rechts oben im Artikel) wird die Lage aller Denkmale im gewählten Kartenobjekt angezeigt.

Abkürzungen des BDAs: BR … Baurecht, EZ … Einlagezahl, GB … Grundbuch, GstNr. … Grundstücksnummer, KG … Katastralgemeinde, 0G … Grundstücksnummernadresse

Quellen

  • Peter Adam, Beate Auer, Susanne Bachner, Brigitta Fragner, Ulrike Knall-Brskovsky, Anna Piuk, Franz Peter Wanek, Monika Wiltschnigg: Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio-Handbuch Oberösterreich. Band I, Mühlviertel, 1. Auflage, Verlag Berger & Söhne, Ferdinand, 2003, herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, ISBN 3-85028-362-3
  Commons: Denkmalgeschützte Objekte in Sankt Georgen an der Gusen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 Oberösterreich – unbewegliche und archäologische Denkmale unter Denkmalschutz. (PDF), (CSV). Bundesdenkmalamt, Stand: 8. Juni 2017.
  2. Vgl. Rudolf Haunschmied, u.a.: St. Georgen-Gusen-Mauthausen – Concentration Camp Mauthausen Reconsidered. Norderstedt, 2007. S. 80 ff.
  3. Vgl. Rudolf Haunschmied: Zum Gedenken 1938–1945. In: 300 Jahre erweitertes Marktrecht St. Georgen a.d. Gusen. Marktgemeinde St. Georgen/Gusen. St. Georgen an der Gusen, 1989. S. 80 ff.
  4. Eckhard Oberklammer: Bezirk Perg – Kunst und Geschichte, Linz 2010, Seite 211, ISBN 978-3-85499-826-6
  5. Rudolf Haunschmied: Zur Landnahme der Schutzstaffel im Raum St. Georgen-Gusen-Mauthausen. In: Oberösterreichische Heimatblätter 2015 Heft 3/4. S. 193 ff.
  6. St. Georgen an der Gusen – aktuelle Ergebnisse. Bundesdenkmalamt, abgerufen am 1. August 2015.
  7. Rudolf Haunschmied: Zur Landnahme der Schutzstaffel im Raum St. Georgen-Gusen-Mauthausen. In: Oberösterreichische Heimatblätter 2015 Heft 3/4. S. 180 ff.
  8. § 2a Denkmalschutzgesetz im Rechtsinformationssystem der Republik Österreich.