unbekannter Gast
vom 28.11.2017, aktuelle Version,

Pfarrkirche Schardenberg

Kath. Pfarrkirche hl. Laurenz in Schardenberg

Die römisch-katholische Pfarrkirche Schardenberg steht im Ort Schardenberg in der Gemeinde Schardenberg im Bezirk Schärding in Oberösterreich. Die auf den heiligen Laurenz geweihte Kirche gehört zum Dekanat Schärding in der Diözese Linz. Die Kirche steht unter Denkmalschutz.

Geschichte

Eine Kirche wurde 1130 urkundlich genannt. Die Kirche war anfangs eine Filiale von St. Severin in Passau. Der barocke Turm wurde 1741 vom Rieder Baumeister Johann Ceregetti erbaut. Das Kirchenschiff wurde von 1908 bis 1910 nach den Plänen des Dombaumeisters Matthäus Schlager neu erbaut. Der Kirchturm wurde 1928, 1951 renoviert; 2008 erfolgte eine Restaurierung der gesamten Kirche.

Ausstattung

Die älteste noch erhaltene Glocke der Kirche wurde 1502 gegossen. Eine weitere Glocke stammte aus dem Jahr 1694. Zwei weitere Glocken aus den Jahren 1747 bzw. 1810 wurden während des Ersten Weltkriegs eingeschmolzen. Zwischen 1919 und 1921 wurden sie durch vier neue Glocken ersetzt. Im Jahr 1964 wurde das bis heute zu hörende Geläut geweiht; es stammt großteils von der Glockengießerei Rudolf Perner und besteht aus fünf Glocken:

  • „Glocke der Einheit“: 1630 kg, 145,5 cm Durchmesser, Ton d, Abbildung: Gottesmutter von Wladimir
  • „Glocke des Friedens - der Krieger (Gefallenen)“: 733 kg, 110,5 cm Durchmesser, Ton fis, Abbildung: Papst Paul VI. und Patriarch Athenagoras
  • „Familien- und Priesterglocke“: 401 kg, 91,2 cm Durchmesser, Ton a, Abbildung: Ehering, Kelch und Stola
  • „Glocke der Arbeit - der Technik“: 299 kg, 83,2 cm Durchmesser, Ton h, Abbildung: Josef der Arbeiter
  • „Lebens-, Missions-, Tauf- und Sterbeglocke“: 280 kg, 80 cm, Ton d, Abbildung: Heilig-Geist-Taube; dabei handelt es sich um die Glocke von 1502

Die Fresken im Innenraum stammen von Engelbert Daringer; die Deckengemälde entstanden 1920 bis 1921. Sie zeigen den die Verteilung der Kirchenschätze durch den heiligen Laurentius und dessen Märtyrertod. Beichtstühle, Kommunionbank, Weihwasserbehälter und Kanzel wurden von 1911 bis 1914 von Simon Rabeder teils nach eigenen Entwürfen, teils nach jenen von Baumeister Schlager gefertigt. Der Kanzelkorb zeigt eine Darstellung der Bergpredigt und wurde von Josef Ignaz Sattler konzipiert. Der Kreuzweg aus dem Jahr 1911 stammt von Ludwig Max Linzinger.

1889 wurde in der Kirche ein neuer Hochaltar aufgestellt; dieser wurde später verkauft. Der heutige Altar im Empirestil stammt aus dem Jahr 1915. Das Tabernakel gehörte ursprünglich zur Ausstattung der Pfarrkirche Burgkirchen bei Wels . Die Seitenaltäre zeigen den heiligen Josef und die heilige Maria; sie wurden zwischen 1911 und 1913 von Rabeder gestaltet.

Die ursprüngliche Orgel der Kirche befindet sich heute in der Filialkirche Schönau in Bad Schallerbach. Die heutige Orgel wurde 1931 eingeweiht; sie verfügt über zwei Manuale und 19 Register. Eine Restaurierung erfolgte zwischen 1992 und 1993; dabei wurde auch die Stimmung von 428 auf 438 Hz angehoben. Neben der Orgel ist eine Skulptur der heiligen Cäcilia angebracht.

Literatur

  • Schardenberg, Pfarrkirche hl. Laurenz. S. 297. In: Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Oberösterreich. Von Erwin Hainisch, Neubearbeitet von Kurt Woisetschläger, Vorworte zur 3. Auflage (1958) und 4. Auflage (1960) von Walter Frodl, Sechste Auflage, Verlag Anton Schroll & Co., Wien 1977.
  • Gemeinde Schardenberg (Hrsg.): Schardenberg im Wandel der Zeit. Moserbauer Druck & Verlag, Ried 2017, ISBN 978-3-902684-57-8, S. 220–234.
  Commons: Sankt Laurentius (Schardenberg)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien