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Rothirsch#

Sondermarke#

Briefmarke, Rothirsch
© Österreichische Post

Dem Rothirsch, dem größten heimischen Huftier, widmet die Österreichische Post eine Sondermarke aus der Serie „Wildtiere und Jagd“. Seine imposante Größe hat dem Rothirsch auch den Titel „König der Wälder“ eingebracht.

Das auffälligste Merkmal des Rothirsches (lat. Cervus elaphus) ist wohl sein markantes mächtiges Geweih, das besonders stark verzweigt und weit ausladend ist. Nur männliche Tiere tragen ein Geweih, das bis zu acht Kilogramm wiegen kann. Hirsche werden in der Jägersprache nach der Zahl der Enden an ihrem Geweih bezeichnet, so ist etwa ein „Zwölfender“ ein männliches Tier, das an mindestens einer Geweihstange sechs Enden aufweist. Hat er an beiden Stangen gleich viele Sprossen, so ist er ein „gerader Zwölfender“. Im ersten Jahr tragen die jungen Hirsche ein Geweih, das nur aus einem einzigen Spieß besteht. Das Geweih wird jedes Jahr im Spätwinter abgeworfen und wächst dann aufs Neue nach, meist mit mehr Enden und Gabelungen als zuvor. Dabei spielen die Hormone, aber auch äußere Faktoren wie Klima, Nahrungsangebot usw. eine große Rolle. Während des Wachstums ist das Geweih durch einen sogenannten Bast geschützt, der „abgefegt“ wird, wenn das Geweih nach zwei bis vier Monaten – je nach Alter des Hirsches – ausgewachsen ist.

Weibliche Hirsche nennt man Hirschkühe oder auch Kahlwild, weil sie kein Geweih tragen. Sie leben in Familienverbänden mit den Jungtieren zusammen. Im Winter bilden mehrere solcher Familien gemeinsam ein Rudel, das von einer erfahrenen Hirschkuh angeführt wird. Die Männchen bilden eigene, meist kleinere Rudel. Ältere männliche Tiere sind auch oft als Einzelgänger oder in Begleitung eines einzelnen jüngeren Hirsches unterwegs. Zur Brunftzeit im Herbst sucht sich ein Männchen dann ein Rudel von Hirschkühen, das es gegen Rivalen in oft heftigen Zweikämpfen verteidigt. Im darauffolgenden Juni werden dann die Kälber geboren, die ein charakteristisches hellbraunes Fell mit weißen Flecken aufweisen.

Rothirsche sind sehr anpassungsfähig. Sie leben vorwiegend in schattigen Wäldern, wo sie das Zusammentreffen mit Menschen tunlichst vermeiden können, und grasen in der Dämmerung oder nachts auf Lichtungen und an Waldrändern. Ihre Nahrung besteht aus Gräsern, Blättern, Flechten und Rinden, aber auch Früchten. Bis zu zwanzig Kilogramm Futter werden täglich aufgenommen. Ausgewachsene männliche Tiere können mehr als 200 Kilogramm Körpergewicht und rund 1,5 Meter Schulterhöhe erreichen. In Mitteleuropa haben erwachsene Tiere – abgesehen von der Jagd durch den Menschen – kaum natürliche Feinde, daher können Hirsche in freier Wildbahn ein Alter von rund 18 Jahren erreichen.

Rehe zählen übrigens auch zur Familie der Hirsche, jedoch zur Unterfamilie der Trughirsche. Sie sind somit nur entfernt mit den Rothirschen verwandt, die zu den Echten Hirschen gehören.