Fulpmes

Fulpmes
Wappen von Fulpmes
Fulpmes (Österreich)
Fulpmes
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Innsbruck Land
Kfz-Kennzeichen: IL
Fläche: 16,77 km²
Koordinaten: 47° 9′ N, 11° 21′ O47.15333333333311.349166666667937Koordinaten: 47° 9′ 12″ N, 11° 20′ 57″ O
Höhe: 937 m ü. A.
Einwohner: 4.202 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 250,57 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6166
Vorwahl: 05225
Gemeindekennziffer: 7 03 10
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnstraße 6
6166 Fulpmes
Website: www.fulpmes.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Robert Denifl (ÖVP)
Lage der Gemeinde Fulpmes im Bezirk Innsbruck Land
Absam Aldrans Ampass Axams Baumkirchen Birgitz Ellbögen Flaurling Fritzens Fulpmes Gnadenwald Götzens Gries am Brenner Gries im Sellrain Grinzens Gschnitz Hall in Tirol Hatting Inzing Kematen Innsbruck Kolsass Kolsassberg Lans Leutasch Matrei am Brenner Mieders Mils Mühlbachl Mutters Natters Navis Neustift im Stubaital Oberhofen im Inntal Obernberg am Brenner Oberperfuss Patsch Pettnau Pfaffenhofen Pfons Polling in Tirol Ranggen Reith bei Seefeld Rinn Rum St. Sigmund im Sellrain Scharnitz Schmirn Schönberg im Stubaital Seefeld Sellrain Sistrans Steinach am Brenner Telfes im Stubai Telfs Thaur Trins Tulfes Unterperfuss Vals Völs Volders Wattenberg Wattens Wildermieming Zirl TirolLage der Gemeinde Fulpmes im Bezirk Innsbruck Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Fulpmes Stubaital.jpeg
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Fulpmes ist eine Gemeinde und das Zentrum der eisenverarbeitenden Industrie im Tiroler Stubaital (Österreich) und hat 4202 Einwohner (Stand 1. Jänner 2012), davon rund 700 nichtösterreichischer Staatsbürgerschaft. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Innsbruck.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Gemeinde gehört zum Bezirk Innsbruck Land. Das Gemeindegebiet von Fulpmes umfasst 16 Quadratkilometer. Der Ort liegt auf 936 m Seehöhe (Bahnhof) und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Innsbruck aus zu erreichen. Fulpmes wird von zwei Bächen durchflossen, der Ruetz und dem Schlickerbach. Fulpmes umfasst zwei Hauptortsteile, Fulpmes und Medraz. Die Nachbargemeinden sind Mieders, Neustift im Stubaital und Telfes im Stubai.

Geschichte

Der Ortsname wurde erstmals im Jahr 1286 als Vultmeis urkundlich erwähnt, was der Bedeutung "Wölfe" entspricht. Später war es auch als Wultmeins und Vulpes bekannt. Straßennamen, teilweise noch erhaltene Stollen und darin gefundene Werkzeuge zeugen von jahrhundertealter Bergbau-, Hütten- und Eisenverarbeitungstradition im Ort. Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert schürfte man in der Schlick nach Eisen, am Sonnenstein nach Gold und Silber.

Die Stubaier Werkzeugindustrie mit ihrer bekannten Marke Stubai hat ihren Sitz in Fulpmes. Es gibt hier seit über hundert Jahren eine entsprechende Fachschule (seit 1969 Höhere Technische Bundeslehranstalt Fulpmes), welche die hohen Qualitätsstandards erhalten und ausbauen konnte. In den Anfangsjahren des 20. Jahrhunderts war in Fulpmes der Katholische Arbeiterverein aktiv.

Auch in touristischer Hinsicht ist die Gemeinde bekannt, da das Skigebiet Schlick von hier aus erschlossen wird.

Seit dem Jahr 1904 ist der Ort durch eine elektrische Lokalbahn (Stubaitalbahn) mit Innsbruck verbunden.

Die enge Verbindung mit der eisenverarbeitenden Industrie wird auch im Ortswappen deutlich, das einen Amboss vor dem Hintergrund der Tiroler Landesfarben Weiß-Rot darstellt.

Die Gemeinde ist seit 2010 Mitglied im Klimabündnis Tirol.

Älteste Siedlungsspuren finden sich aus der Zeit um 100 v.Chr. auf der bewaldeten Anhöhe Hohe Birga.

Bevölkerungsentwicklung


Politik

Bei den Gemeinderatswahlen vom 14. März 2010[1] wurde der Langzeitbürgermeister Ludwig Schmidt durch Robert Denifl abgelöst, welcher bereits vor Schmidt das Amt des Bürgermeisters innehatte. Beide Bürgermeister kandidierten auf Namenslisten der ÖVP.

Die politische Landschaft in Fulpmes wird vor allem durch die touristische und industrielle Entwicklung geprägt. Während die Industrie in Fulpmes (z.B. mit ihrer Marke Stubai) seit Jahrhunderten eine dominante Rolle spielt, nahm der Tourismus in den 1960er Jahren seine sprunghafte Entwicklung auf. Heute zählt Fulpmes etwa 300.000 Übernachtungen im Jahr. Die Politik beschäftigt sich daher verstärkt mit touristischer Infrastruktur. Doch auch die Kleineisenindustrie wirkt sich auf die politische Landschaft aus, insbesondere seit in den 1960er und 1970er Jahren die Wirtschaftskammer begonnen hatte, systematisch vor allem türkische Gastarbeiter/-innen anzuwerben. In den 1990er Jahren kam es durch den Balkan-Krieg zusätzlich zu einem Zuzug insbesondere bosnischer Flüchtlinge. Von den 4.000 Einwohnern von Fulpmes besitzen etwa 700 nicht die österreichische Staatsbürgerschaft, es wurden aber in den letzten Jahrzehnten an die 500 Ausländer eingebürgert. Fulpmes verfügt aufgrund seiner großen muslimischen Minderheit nicht nur über christliche Kirchen, sondern seit mehr als einem Jahrzehnt auch über eine Moschee. Im Gemeinderatswahlkampf 2004 haben sich alle Parteien mit Ausnahme der FPÖ dafür ausgesprochen, diese Moschee weiter auszubauen.

In den vergangenen 50 Jahren spielte die ÖVP in Fulpmes immer die dominierende Rolle, die SPÖ konnte nur selten an die 20-Prozent-Marke heranreichen. In den 1990er Jahren gab es einen starken Anstieg der FPÖ, mit den Wahlen nach dem Jahr 2000 verliert die FPÖ jedoch ständig an Stimmen. Die Grünen sind seit der Gemeinderatswahl 2010 wieder im Gemeinderat vertreten.

Partnergemeinde Villepreux

Pfarrkirche Fulpmes

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Pfarrkirche zum heiligen Vitus, im barocken Stil errichtet von Franz de Paula Penz mit Rokoko-Stuck von Anton Gigl
  • Widum, dreigeschossiger Pfarrhof, errichtet von Franz de Paula Penz
  • Schülerheim Don Bosco und Kirche, errichtet von Clemens Holzmeister
  • Filialkirche zur heiligen Margarethe im Rokoko-Stil mit reizvollem Inneren
  • Kranerhaus am Kirchplatz mit reichen Fensterverzierungen, erbaut 1755
  • Denkmal Schmid in Eisen vom Bildhauer Ludwig Penz, ein Nachbildung des originalen Wehrmann von Fulpmes bei der Stubai Werkzeuggenossenschaft, Riehlstraße
  • Kriegerdenkmal am Kirchplatz, ursprünglich Dollfuss-Denkmal

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde
Personen mit Bezug zur Gemeinde
  • Franz de Paula Penz (1707–1772), Kirchenbaumeister, Erbauer der Pfarrkirche Fulpmes
  • Ingo Appelt (* 1961), ehemaliger österreichischer Bobfahrer, 1992 Olympiasieger im Viererbob
  • Wilhelm Denifl (* 1980), österreichischer Nordischer Kombinierer

Einzelnachweise

  1. [1] tirol Unser Land
  2. http://www.fulpmes-villepreux.com/geschichte.1.html#Geschichte

Weblinks

  •  Commons: Fulpmes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Eintrag über Fulpmes in der Datenbank Geschichte Tirol des Vereines „fontes historiae – Quellen der Geschichte“