Seefeld in Tirol

Seefeld in Tirol
Wappen von Seefeld in Tirol
Seefeld in Tirol (Österreich)
Seefeld in Tirol
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Innsbruck Land
Kfz-Kennzeichen: IL
Fläche: 17,38 km²
Koordinaten: 47° 20′ N, 11° 11′ O47.32944444444411.1891666666671180Koordinaten: 47° 19′ 46″ N, 11° 11′ 21″ O
Höhe: 1180 m ü. A.
Einwohner: 3.241 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 186,48 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6100
Vorwahl: 05212
Gemeindekennziffer: 7 03 51
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Klosterstraße 43
6100 Seefeld in Tirol
Website: www.seefeld.eu
Politik
Bürgermeister: Werner Frießer (ÖVP)
Lage der Gemeinde Seefeld in Tirol im Bezirk Innsbruck Land
Absam Aldrans Ampass Axams Baumkirchen Birgitz Ellbögen Flaurling Fritzens Fulpmes Gnadenwald Götzens Gries am Brenner Gries im Sellrain Grinzens Gschnitz Hall in Tirol Hatting Inzing Kematen Innsbruck Kolsass Kolsassberg Lans Leutasch Matrei am Brenner Mieders Mils Mühlbachl Mutters Natters Navis Neustift im Stubaital Oberhofen im Inntal Obernberg am Brenner Oberperfuss Patsch Pettnau Pfaffenhofen Pfons Polling in Tirol Ranggen Reith bei Seefeld Rinn Rum St. Sigmund im Sellrain Scharnitz Schmirn Schönberg im Stubaital Seefeld Sellrain Sistrans Steinach am Brenner Telfes im Stubai Telfs Thaur Trins Tulfes Unterperfuss Vals Völs Volders Wattenberg Wattens Wildermieming Zirl TirolLage der Gemeinde Seefeld in Tirol im Bezirk Innsbruck Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Blick vom Härmelekopf auf Seefeld. Im Hintergrund links das Inntal, in der Mitte das Mieminger Gebirge und rechts das Wettersteingebirge
Blick vom Härmelekopf auf Seefeld. Im Hintergrund links das Inntal, in der Mitte das Mieminger Gebirge und rechts das Wettersteingebirge
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Blick von Süden auf Olympialoipe, Seekirchl, Arnspitzgruppe, Karwendelspitzmassiv und Kongresszentrum (v.l.n.r.)
Pfarrhof und Wallfahrtskirche St. Oswald
Wandmalereien in St. Oswald
Blick auf die Pfarrkirche St. Oswald und die Hohe Munde
Ortskern von Seefeld
Das Seekirchl Heilig Kreuz in Seefeld

Seefeld in Tirol ist eine Gemeinde mit 3241 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) im Bezirk Innsbruck Land, Tirol (Österreich). Seefeld gehört zu den am stärksten besuchten Tourismusgemeinden Österreichs[1], ist ein bekanntes Wintersportzentrum und war bereits mehrmals Austragungsort olympischer Wettbewerbe. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Innsbruck und ist Heimatort von Anton Seelos, dem Erfinder des Parallelschwungs.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Seefeld liegt rund 17 Kilometer nordwestlich von Innsbruck und etwa 10 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt auf einer Hochfläche, die von Mieminger Kette, Wettersteingebirge und der Erlspitzgruppe, dem südwestlichsten Teil des Karwendelgebirges, umgeben ist. Das Plateau fällt etwa 4 km südöstlich von Seefeld an der Linie Buchen-Mösern-Zirler Berg steil zum 600 Meter tiefer liegenden Inntal ab. Die Senke um den Seefelder Sattel entstand bereits in der Gebirgsbildung durch Schichtenniederbiegung. Für die heutigen Landschaftsformen sorgte in der Würm-Eiszeit die östliche Zunge des Isar-Loisach-Gletschers, der seinerseits ein Ausläufer des Inn-Gletschers war. Nach dessen Abschmelzen füllten sich die zahlreichen durch Geschiebemergel abgedichteten Hohlformen mit Wasser und formten unter anderem den namensgebenden Wildsee am südlichen Ortsrand. Die Lage am Nordrand der Alpen sorgt bei von der Biskaya kommenden Tiefdruckgebieten (Nordwestlage) für ergiebige Niederschläge, andererseits staut das Wettersteinmassiv auch die Wolken auf, so dass das Seefelder Plateau trotz aufziehendem Schlechtwetter oft noch in der Sonne liegen kann.

Bei Seefeld findet sich zwischen den Hauptdolomit-Schichten, die für die Nördlichen Kalkalpen typisch sind, die kerogen- und bitumenreiche Seefeld-Formation. Deren Gesteine wurden von etwa 1350 bis 1964 bei Seefeld abgebaut, um daraus Tiroler Steinöl (später auch als Ichthyol bekannt) zu gewinnen. Das wichtigste Bergbaurevier lag westlich der Reither Spitze im Gebiet der Reither Jochalm.

Nachbarortschaften
Leutasch
(Teilort Weidach)
Scharnitz
(Teilort Gießenbach)
Telfs (Teilort Mösern) Nachbargemeinden
Reith (Teilort Auland) Zirl

Geschichte

Ursprünglich war das etwa 1.200 Meter hoch gelegene Plateau am Seefelder Sattel (1.185 Meter) ein spärlich besiedeltes Moorgebiet. Der dort verlaufende Saumpfad wurde im zweiten Jahrhundert n. Chr. unter Septimius Severus zur Römerstraße befestigt und führte als Via Raetia von Bozen (Pons Drusi) über Veldidena (Innsbruck-Wilten) nach Augusta Vindelicorum (Augsburg). Auch heute noch gibt es einen in Nord-Süd-Richtung verlaufenden „Römerweg“ nahe der Seefelder Straße.

Durch das 763 gegründete Kloster Scharnitz bei Mittenwald war die Gegend auf dem Plateau als Scharnitzwald bekannt. Im Jahre 1022 wird in einer Urkunde des Stiftes Wilten zum ersten Mal eine Siedlung namens „Sevelt“ erwähnt. Im Jahre 1350 begann der Bergbau zur Gewinnung des Tiroler Steinöls (später unter dem Namen Ichthyol bekannt), das der Sage nach Blut des Riesen Thyrsus ist.

Herzog Siegmund des Münzreichen veranlasste, dass die Einkünfte aus dem Schlagbaum am Südende des Dorfes an die Seefelder Pfarre gingen und nicht mehr an die Landesregierung. Im Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) blieb Seefeld von Zerstörungen verschont, nicht zuletzt aufgrund der 1633 errichteten Grenzbefestigung Porta Claudia am Scharnitzpass.

Durch den Bau der Bahnstrecke zwischen Rosenheim und Innsbruck 1858 sowie der Brenner- und Arlbergbahn 1867 und 1884 verlor die Straße über den Seefelder Sattel an Bedeutung, der Bau der Mittenwaldbahn 1912 verbesserte die Anbindung Seefelds wieder. Nach dem Ersten Weltkrieg nahm in Seefeld der Tourismus seinen Aufschwung, nicht zuletzt durch die nun gute Erreichbarkeit per Bahn aus München. Mehrere Skischulen wurden gegründet, deren prominentester Skilehrer der mehrfache Skiweltmeister Anton Seelos war. 1964 fanden im bisher vom alpinen Skisport geprägten Seefeld Wettbewerbe in nordischen Disziplinen der Winterolympiade statt, dies wiederholte sich bei den Olympischen Winterspielen 1976 und den Olympischen Jugend-Winterspielen 2012.

Im Jahr 1985 war Seefeld der Austragungsort der Nordischen Ski-Weltmeisterschaften, seit 2004 findet der Doppelweltcup der Nordischen Kombination in Seefeld statt.

Dorfkern Seefeld

Rund um die Kirche St. Oswald und den Dorfplatz befinden sich - abgesehen vom ehemaligen Augustinerkloster und dem Pfarrhaus - keine traditionellen Gebäude mehr.

Die Umgehungsstraße, die für die Olympischen Spiele 1976 gebaut wurde, ermöglichte die Einrichtung einer Fußgängerzone, in der sich über 80 Geschäfte bzw. Boutiquen befinden. Lokale laden selbst im Winter auf den Außenterrassen und den Schneebars zum Verweilen ein. Ein Casino mit Ganzjahresbetrieb ist ebenfalls vorhanden.

Einige Szenen der Tatort-Folge 536 „Tödliche Souvenirs“ (Buch: Felix Mitterer) wurden am Dorfplatz in Seefeld gedreht.

Blick auf Seefeld, im Hintergrund die Reither Spitze

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung


Politik

Die letzten Bürgermeisterwahlen fanden gleichzeitig mit den Gemeinderatswahlen am 14. März 2010 statt. [2]

Werner Frießer wurde zum Bürgermeister gewählt. Er war der einzige Kandidat.

Partei Prozent Stimmen Sitze im Gemeinderat Koppelung
"Seefeld bewegen" - Ing. Mag. Werner Frießer 39,15 % 617 6
Seefelder Bürgerliste 39,02 % 615 7 A
Wirtschaft und Tourismus für Seefeld 11,04 % 174 1 A
Next Generation 10,79 % 170 1

Wappen

Die Farben der Gemeinde sind Rot - Weiß.

Flagge

Die Flagge von Seefeld ist rot-weiß (1:1) gestreift und mittig mit dem Gemeindewappen belegt.

Partnergemeinde

Seit 1997 unterhält Seefeld in Tirol eine Partnerschaft mit der deutschen Stadt Salzkotten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Pfarr- und Wallfahrtskirche zum Hl. Oswald
  • Ehemaliges Augustinerkloster westlich an der Pfarrkirche, heute ein Fünf-Sterne-Hotel, 1516 von Maximilian I. als Herberge begründet
  • Pfarrhof, südlich der Pfarrkirche erhöht gelegen
  • Seefelder Waldfriedhof mit Friedhofskapelle (am östlichen Ortsrand):
  • Klause und Ehemalige Burgruine Schloßberg, nördlich des Ortes
  • Meilenstein, unbeschriftet, vermutlich römisch, sekundäre ein Kruckenkreuz eingemeißelt[3]

Verkehrsanbindung

Bahnhof Seefeld in Tirol

Seefeld liegt an der Mittenwaldbahn, im Volksmund ebenfalls als Karwendelbahn bezeichnet, ist von München und Innsbruck aus mit der Bahn erreichbar und liegt an der S-Bahn-Linie  S5  Innsbruck-Scharnitz. Mit der Umstellung auf den Winterfahrplan 2010 der Deutschen Bahn wurde der Bahnhof Seefeld zur höchsten ICE-Haltestelle in Europa. Am Wochenende wird er von insgesamt je zwei ICE pro Richtung bedient (Jahresfahrplan 2012).

Per Pkw kann man Seefeld über die B 177 erreichen, die von Zirl über den Zirler Berg nach Scharnitz bzw. Mittenwald (Bayern) führt. Eine weitere Straßenverbindung aus dem Inntal führt von Telfs über Mösern, über die Straße nach Leutasch lässt sich Mittenwald auch unter Umgehung des Scharnitzpasses erreichen.

Der Flughafen Innsbruck liegt etwa 20 km von Seefeld entfernt. Im Winter gibt es Anbindungen aus Hamburg, Berlin, Köln und Frankfurt.

Infrastruktur

Im Jahr 2005 wurde für den Neubau der Kläranlage das erste Abwasserkraftwerk Österreichs errichtet.[4] Das geklärte Wasser wird nicht mehr zur Isar abgeleitet, sondern zum Zirler Berg gepumpt und das Gefälle zum Inntal mit ca. 600m Höhenunterschied zum Betrieb einer Turbine genutzt. Von den 5,5 Millionen Kilowattstunden Jahresarbeitsvermögen werden 0,5 für die Abwasserreinigung und 1,5 für das Pumpwerk aufgewendet, so dass die Nettoerzeugung von 3,5 GWh etwa dem Bedarf aller Privathaushalte in Seefeld entspricht.

Seit Ende 2007 versorgt die Ortswärme Seefeld GmbH (Anteile: 50 % Gemeinde Seefeld, 50 % Wien Energie) den Ort mit Fernwärme aus Biomasse.[5] Anfangs wurden ca. 4 Millionen Liter Heizöl pro Jahr eingespart. Mittlerweile wird über die Hälfte des Wärmebedarfs von Seefeld durch das Biomasseheizwerk gedeckt und jährlich 10.500 Tonnen CO2 vermieden.[6]

Tourismus

In Seefeld stehen zwei Fünf-Sterne-Hotels sowie 27 Vier-Sterne-Hotels zur Verfügung. Rechnet man die Hotels der Olympiaregion Seefeld dazu, so ergeben sich drei Fünf-Sterne-Hotels und 39 Vier-Sterne-Hotels, was eine der höchsten 4- und 5-Sterne-Hoteldichte aller österreichischen Regionen ergibt. Zurzeit gibt es in Seefeld ca. 7.800 Gästebetten, in der Olympiaregion ca. 15.000.

Seefeld wird von einem breiten internationalen Publikum besucht. Es ergibt sich folgendes Ranking (nach Nächtigungen) nach den wichtigsten Nationen für 2011: Deutschland, Schweiz/Liechtenstein, Italien, Großbritannien, Niederlande, Österreich, Belgien, Frankreich.

Jahr Nächtigungen Jahr Nächtigungen Jahr Nächtigungen Jahr Nächtigungen
1951 0147.486 1976 1.124.825 2002 1.114.022 2007 1.053.992
1956 0358.382 1980 1.257.432 2003 1.087.431 2008 1.039.536
1961 0606.905 1992 1.370.000 2004 1.087.360 2009 993.441
1966 0825.139 2000 1.130.000 2005 1.102.164 2010 1.032.461
1971 1.030.048 2001 1.148.520 2006 1.084.839 2011 1.000.084 [7]
Figurengruppe auf dem Seefelder Schneefest
Playcastle oberhalb der Seefelder Straße
Die Toni Seelos-Olympiaschanze

Da das Seefelder Plateau bei Nordanströmung im Winter sehr viel Neuschnee erhält und auf Grund seiner topografischen und mikroklimatischen Gegebenheiten auch als Sibirien Tirols bezeichnet wird (Tagestemperaturen unter -20 °C sind keine Seltenheit), gilt die Region als äußerst schneesicher.

Die beiden Alpinskigebiete Seefelds werden durch einen kostenlosen Skibus verbunden. Die im Nordosten an Seefelder Joch und Härmelekopf gelegenen Pisten werden durch die Bergbahnen Rosshütte Seefeld-Tirol-Reith AG (Hauptaktionär: Gemeinde Seefeld) mit insgesamt neun Liften (darunter drei 6er-Sesselbahnen mit Windschutz, zwei davon mit Sitzheizung, eine Standseilbahn, zwei Gondelbahnen und drei Schlepplifte) erschlossen, der südlich von Seefeld liegende Gschwandtkopf durch acht privat betriebene Lifte (ein 4er-Sessellift, ein Einersessellift, Schlepplifte). Diese Skigebiete sind größtenteils schneeunabhängig: die Pisten der Rosshütte sind zu 100 % mit energiesparenden HKD-Schneelanzen und aus eigenem Speichersee beschneibar, die des Gschwandtkopf sind mittels Niederdruckpropellerbeschneiung aus der öffentlichen Wasserversorgung ebenfalls nahezu vollständig beschneibar.

Darüber hinaus befinden sich in unmittelbarer Nähe des Ortzentrums der Geigenbühellift und die Birkenlifte (jeweils Schlepplifte).

Am Nordwesthang des Gschwandtkopf befindet sich außerdem die Toni-Seelos-Olympiaschanze.

Viele Gäste kommen selbst im Winter nicht ausschließlich zum Skifahren/Langlaufen nach Seefeld, sondern auch wegen des großen Angebots abseits der Pisten: Pferdeschlittenfahrten, Eisstockschießen, Schlittschuhfahren, Schneeschuhwandern, Rodeln, Snowfun-Sportarten (Snowrafting), großes Erlebnisbad (Olympia- und Kongresszentrum) mit Innen- und Außenpool, 140-m-Wildwasser- und 110-m-SilverStar-Familienrutsche und einem großzügigen Saunenbereiche. Über 140 km Wanderwege werden im Winter präpariert, das Sommernetz umfasst über 650 km, über 266 km Routen für Laufen und Nordic Walking stehen den Sportbegeistern in der warmen Jahreszeit offen, Winterrouten sind 70 km verfügbar. Ausgehend vom Kurpark führt ein gesteinskundlicher Lehrpfad durch das Hermannstal, der durch die Eiszeitgletscher abgelagerte Findlinge aus der Region vorstellt und deren Herkunft beschreibt.

Weiters verfügt der Ort über ein Fitness-Studio, einen Beachvolleyballplatz, eine Biathlonanlage (auch Sommerbiathlon möglich), eine öffentliche Bibliothek, einen Campingplatz, ein Spielcasino, drei Discotheken, zwei Golfanlagen (Golfacademy Seefeld, 9 Loch, und die Panoramagolfanlage Seefeld am Geigenbühel – ein 18 Loch-Platz liegt in Wildmoos (Telfs)), ein Kino, drei Kneippanlagen, zwei Minigolfanlagen, ein Yogazentrum im Hotel Klosterbräu, zwei Reithallen, eine Tennishalle mit acht Plätzen, in der unter anderem die Senioren-Europameisterschaften ausgetragen werden, sowie sechs Sandplätze beim Tennisclub Seefeld und weitere neben der Tennishalle. Seit 2011 gibt es eine asphaltierte Rollskistrecke mit der Möglichkeit zum Rollskibiathlon.

Zahlreiche Vereins- und Nationalmannschaften hielten bereits Fußball-Trainingslager in Seefeld ab, so beispielsweise die Niederlande als Vorbereitung für die WM 2010 oder 2012 der englische Meister Manchester City.[8].

Seit 1969 findet am ersten Sonntag im August der Blumencorso mit aus Blüten bestehenden Figuren statt, im Winter modellieren Künstler für das am letzten Januarwochenende ausgerichtete Schneefest überlebensgroße Schneeskulpturen.

Seefeld ist einer der wenigen österreichischen Urlaubsorte mit einer ausgeglichenen Winter und Sommersaison (über 500.000 Übernachtungen im Sommer 2010).[9] Der Ort ist Mitglied bei Best of the Alps. In dieser Vereinigung haben sich qualitativ führende Ferienorte des Alpenraums (Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien, Frankreich) zusammengeschlossen. In Österreich gehören noch Lech/Zürs, Kitzbühel und St. Anton diesem Zusammenschluss an.

Das 1998 als „interaktives Erlebnisschloss“[10] erbaute PlayCastle im Norden von Seefeld wurde nach nur einem Jahr Betrieb wieder geschlossen. In der Folge scheiterten verschiedene Nutzungskonzepte.[11] Für 2012 kündigte der jetzige Eigentümer, der frühere Investor bei Cosmos, die Wiedereröffnung an.[12]

Olympiaregion Seefeld

Sicht vom Seefelder Joch auf Sellrainer Berge, Seefeld, Oberinntal, Mieminger Plateau, Hohe Munde, Gaistal und Wettersteinmassiv

Seefeld bildet mit seinen Nachbarorten Leutasch, Reith bei Seefeld, Mösern, Buchen und Scharnitz die Olympiaregion Seefeld.

Die 279 km Loipen der Olympiaregion Seefeld gelten als das Skilanglauf-Mekka in Europa. Für Klassik stehen 154 km und für Skating 125 km Loipen zur Verfügung. Die Olympiaregion Seefeld wurde vom ADAC mit dem Titel Bestes Langlaufgebiet 2007 ausgezeichnet. Bei der Leserwahl des DSV-Atlas Ski wurde das Gebiet der Olympiaregion Seefeld mit Platz 1 von 232 weltweit nominierten Gebieten in der Kategorie Exzellente Loipen ausgezeichnet. Das Langlaufgebiet befindet sich in einer Höhenlage zwischen 1.180 m und 1.550 m, der Schwierigkeitsgrad reicht von leicht bis schwer. Es gibt eine 3 km lange Nachtloipe zwischen Seefeld und Mösern. Seefeld war nach Leutasch eine der ersten Gemeinden, die eine Loipengebühr eingeführt haben.[13]

Internationale Bekanntheit erlangte Seefeld als Austragungsort der nordischen Skidisziplinen der Olympischen Winterspiele in Innsbruck (1964 und 1976).[14] Neun Jahre später, nach den zweiten Olympischen Winterspielen, fand die Nordische Skiweltmeisterschaft 1985 in Seefeld statt. Der in der Snowboardszene sehr bekannte Air & Style Snowboard Contests wurde in den Jahren 2000 - 2004 in Seefeld ausgetragen.

Im Dezember 2011 fand zum neunten Mal in Folge der FIS-Weltcup der Nordischen Kombination statt. Mit der Austragung solcher Großveranstaltungen möchte man sich in Seefeld den Weg für eine weitere Nordische Ski-WM ebnen.

Bei den im Jänner 2012 erstmals ausgetragenen Olympischen Jugend-Winterspielen wurden die Sportarten Biathlon, Skispringen, Langlauf und Nordische Kombination in Seefeld ausgerichtet. Dies machte Seefeld und Innsbruck zum dreimaligen Olympia-Gastgeber.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter von Seefeld in Tirol:

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Tourismus in Zahlen - Ausgabe April 2011, Wirtschaftskammer Österreich
  2. [1] tirol Unser Land
  3. Dehio Tirol 1980, Seiten 719 bis 723
  4. Power Plobb, das Abwasserkraftwerk Seefeld i.T., Webseite der Wasser Tirol GmbH (TIWAG-Tochter)
  5. Bio-Ortswärme Seefeld eröffnet, Pressemitteilung der Energiecomfort GmbH vom 11. Juli 2008.
  6. Nikolaus Paumgartten: Seefelder Ortswärme ist voll ausgebaut, Tiroler Tageszeitung vom 29. Dezember 2010
  7. [Tätigkeitsbericht 2011] S. 27-29, Olympiaregion Seefeld
  8. ManCity bezog Quartier in Seefeld, Tiroler Tageszeitung vom 9. Juli 2012.
  9. Tourismus in Zahlen - Ausgabe April 2011 S. 40, Wirtschaftskammer Österreich
  10. Kathrin Gulnerits: Interaktives Erlebnisschloß in Seefeld wird im Mai eröffnet, Wirtschaftsblatt, 19. Jänner 1999.
  11. Play Castle bleibt Sorgenkind, www.orf.at, 7. Februar 2006.
  12. Stauder kündigt für 2012 Neustart im Playcastle an, Tiroler Tageszeitung, 15. März 2011.
  13. Fred Fettner: Langläufer müssen löhnen in: Die Zeit, 11. Jänner 1991.
  14. Karl Morgenstern: Wo der Skilanglauf zum Kult wird. In: Die Zeit, 17. Jänner 1975