St. Aegyd am Neuwalde

St. Aegyd am Neuwalde
Wappen von St. Aegyd am Neuwalde
St. Aegyd am Neuwalde (Österreich)
St. Aegyd am Neuwalde
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Lilienfeld
Kfz-Kennzeichen: LF
Fläche: 184,6 km²
Koordinaten: 47° 51′ N, 15° 33′ O47.8515.55588Koordinaten: 47° 51′ 0″ N, 15° 33′ 0″ O
Höhe: 588 m ü. A.
Einwohner: 2.063 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 11,18 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3193
Vorwahl: 02768
Gemeindekennziffer: 3 14 11
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchenplatz 2
3193 St. Aegyd am Neuwalde
Website: www.staegyd.at
Politik
Bürgermeister: Rudolf Pfeffer (SPÖ)
Gemeinderat: (2010)
(21 Mitglieder)
14
7
14 
Von 21 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde St. Aegyd am Neuwalde im Bezirk Lilienfeld
Annaberg Eschenau Hainfeld Hohenberg Kaumberg Kleinzell Lilienfeld Mitterbach am Erlaufsee Ramsau Rohrbach an der Gölsen St. Aegyd am Neuwalde St. Veit an der Gölsen Traisen Türnitz NiederösterreichLage der Gemeinde St. Aegyd am Neuwalde im Bezirk Lilienfeld (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

St. Aegyd am Neuwalde[1] (auch Sankt Aegyd am Neuwalde) ist eine österreichische Marktgemeinde im Bezirk Lilienfeld in Niederösterreich mit 2063 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012).

Inhaltsverzeichnis

Geografie

St. Aegyd am Neuwalde liegt im Mostviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 184,56 Quadratkilometer. 87,61 Prozent der Fläche sind bewaldet. Damit ist sie eine der waldreichsten Gemeinden in Mitteleuropa.

Katastralgemeinden sind: Herrschaftsgründe, Keeramt, Gscheid, Mitterbachamt, Unrechttraisenamt, Weißenbachamt und St. Aegyd am Neuwalde.

Ortsteile von der Gemeinde St. Aegyd am Neuwalde sind: Mitterbach, Kernhof, Lahnsattel, Fadental, Ulreichsberg, Terz, Neuwald und Gscheid.

Der Bürgermeister von St. Aegyd am Neuwalde ist Rudolph Pfeffer (geb. 1948).

Geschichte

Bahnhof und Eisenwerk um 1900

Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Noricum. Im österreichischen Kernland Niederösterreich liegend teilte der Ort die wechselvolle Geschichte Österreichs.

Spuren gibt es schon aus der Zeit der Kelten und später der Slawen. Einen Aufschwung nahm der Ort im 18. und 19. Jahrhundert, als eine erste Industrialisierung einsetzte. Damals kamen viele fremde Facharbeiter in das obere Traisental. Auch die Forstwirtschaft benötigte Arbeitskräfte. So kam eine geschlossene Gruppe von Protestanten aus dem Salzkammergut nach St. Aegyd. Daher liegt der Anteil der Protestanten mit 12,4 % noch heute über dem österreichischen Durchschnitt.

Vom 2. November 1944 bis 1. April 1945 gab es in St. Aegyd ein KZ-Nebenlager. Bis zu 300 Häftlinge wurden hier als Zwangsarbeiter für die Lagererrichtung, Kfz-Motoren-Herstellung und den Straßenbau eingesetzt.

Einwohnerentwicklung

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 2.344 Einwohner. 1991 hatte die Marktgemeinde 2.518 Einwohner, 1981 2.887 und im Jahr 1971 3.188 Einwohner.

Politik

Gemeinderatswahlen
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
66,80 %
(+9,56 %p)
33,20 %
(-6,44 %p)
n. k.
(-3,12 %p)
2005

2010


Der Gemeinderat hat 21 Sitze, Bürgermeister der Marktgemeinde ist Rudolf Pfeffer, Amtsleiter Hannes Gonaus.

Bei der Gemeinderatswahl 2005 erreichte die SPÖ 12 und die ÖVP 9 Mandate. Bei der Gemeinderatswahl 2010 verlor die ÖVP 2 Sitze an die SPÖ.[2]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Persönlichkeiten

Ehrenbürger
  • Johann Heppner, * 31. Januar 1868 - † 22. Oktober 1954
  • Engelbert Forster, * 5. November 1877 - † 24. August 1962
  • Karl Winkler, * 29. Oktober 1893 - † 28. Mai 1966
  • August Mitterböck, * 16. August 1910 - † 18. Oktober 1976
  • Gerfried Hilscher, * 19. August 1919 - † 6. Mai 1997
  • Herbert Mitterböck, * 10. Juni 1948

Tourismus

St. Aegyd ist ein Ausflugsgebiet, das auch durch die Nähe zu Mariazell profitiert. Auch die Nähe zum Naturpark Ötscher-Tormäuer lockt viele Gäste an. Als Publikumsmagnet hat sich in der Katastralgemeinde Kernhof das im Jahr 2000 gegründete Kameltheater Kernhof mit 35.000 Besuchern entwickelt.

Ein Anziehungspunkt ist auch die Herzerl-Mitzi, die 1989 das Weltrekordherz mit 31,13 m² gebacken hat und damit in das Guinness-Buch der Rekorde kam. Auch kulinarisch hat St. Aegyd für die Touristen viel zu bieten. Ein Haubenlokal „Zum Blumentritt“ in St. Aegyd erfreut viele kulinarisch Interessierte.

Wirtschaft

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 95, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 104. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 977. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 42,61 Prozent. Am Ort gab es eine bedeutende Produktion von Stahlfeilen unter der Marke "St. Aegyd". Eine besonders große Fabrik im nahen Furthof (Gemeinde Hohenberg) wurde 1982 stillgelegt.

Literatur

  • Christian Rabl: Das KZ-Außenlager St. Aegyd am Neuwalde. Mauthausen-Studien Band 6, Bundesministerium für Inneres, Wien 2008; ISBN 978-3950218398

Weblinks

 Commons: St. Aegyd am Neuwalde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Die amtliche Schreibweise ist festgelegt bzw. dargestellt im Gesetz über die Gliederung des Landes Niederösterreich in Gemeinden LGBl.Nr.1030–94 vom 9. Dezember 2011 und auf Statistik Austria: Ein Blick auf die Gemeinde
  2. Endergebnis der Gemeinderatswahl 2010