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vom 22.08.2017, aktuelle Version,

Burgruine Kammerstein (Perchtoldsdorf)

Burgruine Kammerstein
Reste des Bergfrieds der Burgruine Kammerstein

Reste des Bergfrieds der Burgruine Kammerstein

Entstehungszeit: 13. Jahrhundert
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Ruine
Geographische Lage 48° 7′ 31″ N, 16° 13′ 58″ O
Höhe: 420 m ü. A.
Burgruine Kammerstein (Perchtoldsdorf) (Niederösterreich)
Burgruine Kammerstein (Perchtoldsdorf)

Die Burgruine Kammerstein ist die Ruine einer Höhenburg südlich des Tales der Dürren Liesing auf 420 m ü. A. im Grenzgebiet der Gemeinden Perchtoldsdorf und Kaltenleutgeben im Bezirk Mödling in Niederösterreich.

Geschichte

Der ursprüngliche Name Chemerstain rührt vermutlich nicht von einem Adelsgeschlecht, sondern vom Titel des Erbauers Ottos II. von Perchtoldsdorf als Kämmerer von Österreich. Eine andere Deutung leitet den Namen davon ab, dass die Burg auf Kammergut erbaut wurde, welches aus einer Schenkung aus 1002 stammt.[1]

Die Burg wurde um 1240/50 als Höhenburg von Otto II. errichtet, nachdem unter Otto I. im Zuge der Adelsaufstände die Burg Perchtoldsdorf niedergebrannt wurde. Otto II. konnte jedoch die Gunst des Babenberger Herzogs Friedrichs II. wiedergewinnen.

Die Lage der Burg ist auch mit dem Hintergrund zu sehen, dass zu dieser Zeit die Herzoglose (aber auch die Kaiserlose) Zeit des Österreichischen Interregnums nach dem Tod Friedrichs und damit unsichere Zeiten anbrachen.

Unter Rudolf I. von Habsburg wurden die Lehen jedoch neu vergeben. Der österreichische Adel rebellierte jedoch gegen Albrecht I., den Sohn Rudolfs. Otto II. starb in Lilienfeld und wurde im dortigen Stift Lilienfeld begraben. Sein Sohn Otto III. beteiligte sich ebenso an den Aufständen. Nach der neuerlichen Zerstörung der Hauptburg in Perchtoldsdorf zog sich Otto auf die Burg Kammerstein zurück. Erst durch eine List, nach der Otto III. nach Wien gelockt worden sein soll und die Burg führerlos war, konnte sie erobert werden. Otto soll die brennende Burg von Wien aus gesehen haben. In der Folge soll er bis an sein Lebensende eingesperrt worden sein.

Anlage

Reste der Ringmauer

Die Burg hatte eine Ausdehnung von 40 mal 25 Meter mit einer Mauerhöhe von 15 Meter. Da sie auf drei Seiten durch steile Hänge begrenzt wurde, war sie praktisch nur von der Westseite über eine ein Meter breite Hängebrücke erreichbar. An der südöstlichen Ringmauer (Bering) war ein vierstöckiger Fachwerkbau als Palas.

An der höchsten Stelle des Geländes stand ein fünfeckiger Bergfried, der eine Mauerstärke bis zu drei Meter hatte. Er war viergeschoßig und konnte nur über eine Leiter betreten werden.

Heute sind nur mehr ein Teil der Ringmauer und ein an den Bergfried anschließendes Mauerstück erhalten.

Literatur

  • Paul Katzberger: Burg Kammerstein. In: Die Burg Perchtoldsdorf. Burg Kammerstein. Die Stadtburg Ottos II. von Perchtoldsdorf. Verlag der Marktgemeinde Perchtoldsdorf 1990, S. 53–66.
  • Bundesdenkmalamt (Hrsg.): Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs: Niederösterreich südlich der Donau, Teil 2 M bis Z. Wien Verlag Berger 2003. ISBN 3-85028-365-8. S. 1655.

Einzelnachweise

  1. Wilhelm Twerdy: Beiträge zur Geschichte des Wienerwaldes. Heimat Verlag 1998, Band 1, S. 137.
  Commons: Burgruine Kammerstein (Perchtoldsdorf)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien