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vom 23.12.2017, aktuelle Version,

Diebsschlössle

Diebsschlössle
Alternativname(n): Lorünser Schlössle
Entstehungszeit: frühes 14. Jahrhundert
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Ruine
Ort: Lorüns
Geographische Lage 47° 8′ 4,8″ N,  50′ 58,6″ O
Höhe: 654 m ü. A.
Diebsschlössle (Vorarlberg)
Diebsschlössle

Das Diebsschlössle (auch: Lorünser Schlössle[1]) ist die Ruine einer mittelalterlichen Höhenburg bei Lorüns, weitgehend auf dem Gemeindegebiet von Stallehr gelegen, im österreichischen Bundesland Vorarlberg.

Die Deutung des Diebsschlössle oder der Burg Valcastiel (Vandans) als identisch mit dem legendären Schloss Montafon[2] kann aufgrund der Untersuchungen heute nicht mehr aufrechterhalten werden.[3]

Lage

Etwa 60 Meter oberhalb der Ortschaft Lorüns liegt der Lorünser Schlosskopf (Ausläufer des Davennastocks), der auf dem Gemeindegebiet von Lorüns und Stallehr liegt. Hier sind die Mauerreste des Diebsschlössle. Der Steinbruch Lorüns des ehemaligen Zementwerkes ist etwa 250 Meter Luftlinie entfernt, das Alfenzkraftwerk etwa 500 Meter. Von der Gemeinde Lorüns (Johannes-Nepomuk-Kirche) sind es etwa 350 Meter Luftlinie zum Diebsschlössle.

Es besteht von hier, wie beim Bergkastell Stellfeder (Nenzing), eine gute Sichtverbindung zur urgeschichtlichen Siedlungsstätte Montikel bei Bludenz.

Geschichte

Bludenz um 1643 (Kupferstich von Merian); im Hintergrund sind zwei Burganlagen zu erkennen. Es wird vermutet, dass dies das Diebsschlössle und die Burg Valcastiel sind

Über die Geschichte dieser Anlage ist nicht viel bekannt. Einer der wenigen Hinweise zum Aussehen könnte sich auf einem Merian-Kupferstich der Stadt Bludenz aus dem 17. Jahrhundert finden.

2001 erfolgte eine archäologische Untersuchung der Ruine. Bei dieser Untersuchung konnten keine datierbaren Funde für eine mittelalterliche Nutzung erbracht werden.[4] Die Mauerreste der Anlage weisen mit sieben Steinlagen alle fast dieselbe Höhe auf, und dies, sowie andere Indizien, führt zur Annahme, dass der Bau der Anlage begonnen, aber diese nie fertiggestellt worden war.[5]

Im Bereich des Diebsschlössle fanden sich bei den Untersuchungen und Grabungen 2001 Nachweise für bronzezeitliche Siedlungsaktivitäten (Keramikfragmente), wodurch davon ausgegangen werden kann, dass in der mittleren Bronzezeit etwa 1600 bis 1300/1200 v. Chr. hier Menschen lebten.[6]

Anlage

Mauerreste der mittelalterlichen Anlage weisen vier deutlich erkennbare Mauerzüge auf, welche ins frühe 14. Jahrhundert datiert wurden.[7] Charakteristisch für die Anlage ist eine das ganze Plateau schneidende Felsspalte, bei der die Einbindung in das Werk nicht klar ersichtlich ist. Welchem Zweck die Anlage diente und wer Auftraggeber dieser Bauarbeiten war, ist bislang nicht gesichert.[8]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Alois Niederstätter: Neues aus dem „finsteren“ Mittelalter. In: Verba volant. Nr. 8, 10. September 2008.
  2. Friedrich W. Lorinsers in „Gedenkblätter“ aus dem Jahr 1868.
  3. Alois Niederstätter: Neues aus dem „finsteren“ Mittelalter. 2008, S. 3; und Karsten Wink: Archäologische Untersuchung auf der Ruine Diebsschlössle KG Stallehr (Vlbg). 2001, S. 37 ff.
  4. Karsten Wink: Archäologische Untersuchung auf der Ruine Diebsschlössle KG Stallehr (Vlbg). 2001, S. 39.
  5. vgl. Befund von Karsten Wink, Christina Kaufer und Ralf Wallnöfer. Siehe auch: Karsten Wink: Archäologische Untersuchung auf der Ruine Diebsschlössle KG Stallehr (Vlbg). 2001, S. 39 f.
  6. Karsten Wink: Archäologische Untersuchung auf der Ruine Diebsschlössle KG Stallehr (Vlbg). 2001, S. 40 f.
  7. Bauforscher Martin Bitschnau
  8. Alois Niederstätter: Die Burg Rüdberg (Kanton St. Gallen) als Sitz der Bludenzer Edlen von Rüdberg? In: Bludenzer Geschichtsblätter. herausgegeben vom Geschichtsverein Region Bludenz, Heft 75, 2005, Pkt. 3.