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vom 06.01.2018, aktuelle Version,

Trautson

Wappen der Fürsten von Trautson und Falckenstein

Die Familie Trautson war ein bedeutendes österreichisches Adelsgeschlecht, das seinen Ursprung in Tirol hatte. Ab Mitte des 16. Jahrhunderts übersiedelten die Trautson nach Niederösterreich und stiegen zu den mächtigsten Familien der Habsburgermonarchie und in den Fürstenstand auf.

Familiengeschichte

Ursprung der Familie

Die Familie wird 1134 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Die Erbmarschallwürde von Tirol wurde 1531 an Johann II. von Trautson († 1531) verliehen. 1541 wurde dessen Sohn Johann III. von Trautson (* um 1509, † 1589) durch Ferdinand I. zum "Freiherrn von Sprechenstein" erhoben, gleichzeitig wurde das Geschlecht in den Herrenstand von Österreich unter der Enns aufgenommen. 1571 wurde von Johann III. von Trautson Burg und Herrschaft Falkenstein erworben[1].

Grafen von Falkenstein

1598 wurde der Staatsmann und niederösterreichische Landespolitiker Paul Sixt III. Freiherr von Trautson (* um 1550, † 1621) durch Kaiser Rudolf II. zum "Reichsgrafen von Falkenstein" erhoben[2]. Von 1615 bis 1620 prägte Paul Sixtus für die Grafschaft Falkenstein eigene Taler und Groschen[3]. Seit 1620 hatte die Familie das Erbobersthofmeisteramt in Österreich unter der Enns inne. Falkenstein und Schloss Poysbrunn als Zentren der Grafschaft wurden von der Familie repräsentativ ausgebaut. Ende des 17. Jahrhunderts entfaltete sich die Bautätigkeit vor allem in Kirchenbauten. Ab 1581 hatten die Trautson das Patronatsrecht der Pfarre[4]. Bischof Ernst von Trautson, von 1678 bis 1702 Inhaber der Grafschaft, ließ St. Jakobus in Falkenstein vollenden, St. Dorothea in Poysbrunn ausbauen und St. Veit in Drasenhofen errichten. Sein Bruder und Nachfolger Franz Eusebius finanzierte den Bau von St. Martin in Ottenthal.

Fürsten Trautson

Den Reichsfürstenstand in der Primogenitur erlangte der Staatsmann und Hofbeamte Johann Leopold Donat Graf von Trautson (* 1659, † 1724) durch Kaiser Joseph I., der ihn damit am 19. März 1711 - vier Wochen vor seinem eigenen Tod - auszeichnete. Nach dem Tod des 1. Fürsten aus dem Hause Trautson im Jahr 1724 folgte ihm sein einziger überlebender Sohn Johann Wilhelm (* 1700, † 1775) als 2. Fürst von Trautson und Majoratsherr nach. Trotz mehrerer Ehen und zahlreichen Nachkommen überlebte ihn keines der Kinder, womit das Geschlecht der Trautson mit ihm im Mannesstamm ausstarb.

Auersperg-Trautson

Nach dem Aussterben der Trautson im Mannesstamm gingen der Besitz und die Erbmarschallwürde von Tirol schließlich an die Familie Auersperg über. Eine Tochter des 2. Fürsten Trautson (Maria Josepha Rosalia, 1724–1792) hatte 1744 den 1791 zum Reichsfürsten erhobenen Karl Auersperg geheiratet, dessen Stiefmutter eine Tochter des 1. Fürsten Trautson gewesen war. Der aus ihrer Ehe stammende Karl II. Auersperg wurde nach dem Tod seines Großvaters zum Haupterben des Trautson'schen Vermögens, nahm den Namen "Auersperg-Trautson" an und starb 1822. Es kam zu einem Erbstreit mit dem Fürsten Johann Nepomuk Friedrich von Lamberg der ebenfalls mit einer Tochter Fürst Johann Wilhelms von Trautson verheiratet war. In Folge des Streits wurde die Herrschaft Falkenstein 1799 an Christoph Johann Freiherr von Bartenstein, Sohn des Johann Christoph von Bartenstein, verkauft[5]. Die Trautson-Schlösser Goldegg und Sprechenstein gehören noch heute den Auersperg-Trautson.

Stammliste

  1. Paul Sixt I. von Trautson († 1508), Ritter, Landmarschall in Tirol, Herr auf Reifeneck und Sprechenstein, kaiserlicher Feldhauptmann.
    1. Johann II. († 1531), Oberst-Erblandmarschall der gefürsteten Grafschaft Tirol
      1. Johann III. (* um 1509, † 1589), Staatsmann, 1. Freiherr aus der Familie Trautson
        1. Balthasar II. von Trautson († 1594), österreichischer Staatsmann
        2. Paul Sixt III. (* um 1550, † 1621), Staatsmann, 1. Graf aus der Familie Trautson
          1. Johann Franz von Trautson (* 1609, † 1663), Graf von Falkenstein
            1. Ernst (* 1633, † 1702), Fürstbischof von Wien
            2. Paul Sixt V. (* 1635, † 1678), Diplomat
            3. Johann Leopold Donat (* 1659, † 1724), 1. Fürst aus der Familie Trautson
              1. Johann Wilhelm (* 5. Jänner 1700, † 31. Mai 1775[6]), 2. Fürst aus der Familie Trautson
                1. Maria Josepha Rosalia von Trautson (* 1724, † 1792), verheiratet mit Karl Josef Anton von Auersperg (1720–1800)
              2. Kardinal Johann Joseph (* 1707, † 1757), Fürsterzbischof von Wien

Besitzungen

Die Trautson besaßen neben der Reichsfürstenwürde auch die Titel eines Reichsgrafen zu Falkenstein, Freiherrn zu Sprechenstein und Schrofenstein, Herrn auf Matrei, Kaya, Laa an der Thaya, Neuschloss bei Olmütz und Sankt Pölten, womit ihre wichtigsten Herrschaften umrissen sind. Im Gebiet um Poysbrunn verfügten sie über umfangreiche Ländereien, und von 1711 bis 1714 waren die Trautson auch Inhaber der Reichsgrafschaft Ried am Inn. Durch weitere Güter in Oberösterreich waren die Trautson auch Mitglieder im Herrenstand von Österreich ob der Enns und besaßen infolge ihres weiten Güterbesitzes in Ungarn auch das ungarische Indigenat.

Grablegen

Die ältesten Vertreter der Familie Trautson wurden in der Pfarrkirche von Matrei am Brenner bestattet. Ihre wichtigste Grablege hatten die Trautson in der Gruft unter der Wiener Michaelerkirche, wo mit dem 1. Freiherren, 1. Grafen und 1. Fürsten aus der Familie auch die bedeutendsten Mitglieder des Geschlechtes ihre letzte Ruhe fanden. Die erwähnten drei Trautson, die eine Standeserhöhung für das Geschlecht erhalten hatten, erhielten außerdem prunkvolle Grabmäler im Chor der Michaelerkirche.

Wappen

Wappen der Trautson

Das Wappen der Trautson war geviert mit Herzschild: In Blau ein silbernes Hufeisen (= Trautson); 1 in Gold ein gekrönter schwarzer Doppeladler mit dem goldenen Buchstaben "R" (= Rudolf II.) auf der Brust; 2 in Rot ein silberner Querbalken, belegt mit einem auf einem spitzen Felsen sitzenden Falken (= Falkenstein); 3 in Silber ein rotbewehrter schwarzer Hahn auf schwarzem Felsen (= Sprechenstein); 4 in Gold ein aus roten Feuerflammen wachsender natürlicher Steinbock (= Schrofenstein). Fürstenhut- und mantel.

Quellen

  • Franz Hadriga: Die Trautson. Paladine Habsburgs. Styria, Graz u. a. 1996, ISBN 3-222-12337-3
  • Franz Gall: Österreichische Wappenkunde. Handbuch der Wappenwissenschaft. 2. Auflage, Wien 1992, S. 293.

Einzelnachweise

  1. http://www.liechtensteinove.cz/de/objekt/falkenstein/727/
  2. Das Land Tirol mit einem Anhange, Seite 849
  3. Holzmair, Eduard: Münzgeschichte der österreichischen Neufürsten. - Wien: Br.900l Numismatische Gesellschaft 1946.
  4. http://www.landesmuseum.at/pdf_frei_remote/JOM_109_0284-0318.pdf „Die Zugehörigkeit von Falkenstein zum Verband der Kremsmünsterer Pfarreien (1506–1581)“ in einer Publikation des Oberösterreichischen Musealvereins – Gesellschaft für Landeskunde, S. 284 bis 318
  5. Franz Hadriga: Die Trautson. Paladine Habsburgs. Styria, Graz u. a. 1996, ISBN 3-222-12337-3.
  6. siehe genealogy.euweb.cz
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