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vom 11.01.2020, aktuelle Version,

Schloss Enn

Das Schloss Enn (auch Burg Enn) erhebt sich auf einem Hügel über der Südtiroler Gemeinde Montan in der Nähe von Bozen.

Schloss Enn
Schloss Enn

Erbaut wurde die Burg durch die Edelfreien von Enn in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts – 1172 erteilte ihnen Bischof Albert von Trient die entsprechende Burgbaulizenz und die damit verbundene Burghut.[1] Zur Ausstattung des Amtes gehörte das Gebiet von Truden. Ende des 13. Jahrhunderts mussten die Herren von Enn die Burg und das damit verbundene Gericht an die Grafen von Tirol abgeben, die hier tirolische Pfleger und Richter einsetzten, unter ihnen Gottschalk (Gottschlin) von Bozen in den Jahren 1299–1334. Dieser ließ 1321 mit Konsens des Landesfürsten zehn Höfe in Altrei anlegen, wodurch auch dieser Bereich in den Gerichtssprengel von Enn und Kaldiff gelangte.[1]

Der Epitaph des 1839 auf Schloss Enn verstorbenen Florian Daniel von Vilas im Friedhof Montan

Die Burg wechselte im Laufe der Zeit häufig seine Eigentümer, bis sie im Jahr 1648 durch landesfürstliche Verlehnung an den Venezianer Pietro Zenobio gelangte, zugleich mit der Haderburg samt Salurn, Caldiff und Schloss Königsberg. Gegen diese Lehnsvergabe an eine einflussreiche Familie des „Erbfeinds“ Republik Venedig, bei denen der Tiroler Landesfürst Kredit aufgenommen hatte, gab es großen Protest im Tiroler Adel. Das Anwesen befindet sich nach wie vor im Besitz der Nachfahren der genannten Patrizierfamilie, Barone Rubin de Cervin-Albrizzi, die es 1880 vom Wiener Architekten Friedrich von Schmidt im neugotischen Stil ausbauen ließen, und kann deshalb nicht besichtigt werden.

Auf Schloss Enn befindet sich das mit seinen Beständen bis in das 15. Jahrhundert zurückreichende Enner Schlossarchiv, das derzeit jedoch partiell in das in Venedig befindliche Familienarchiv Zenobio-Albrizzi verbracht ist.[2]

Einmal pro Jahr veranstaltet die Musikkapelle Montan im August auf Schloss Enn ein Konzert, zu dem besonders viele Besucher nach Montan kommen, da die Atmosphäre der Anlage einmalig und dies die einzige Gelegenheit ist, das Schloss zu besichtigen.

Literatur

  • Magdalena Hörmann-Weingartner: Enn. In: Magdalena Hörmann-Weingartner (Hrsg.): Tiroler Burgenbuch. X. Band: Überetsch und Südtiroler Unterland. Verlagsanstalt Athesia, Bozen 2011, ISBN 978-88-8266-780-1, S. 333–362.
  • Viktor Malfèr: Enn oder Caldif? In: Der Schlern. Nr. 49, 1975, S. 193–196.
  • Giovanni Rubin de Cervin Albrizzi: Schloß Enn – Rettung und Restaurierung im 19. Jahrhundert. In: Arx. Nr. 27, 2005, S. 3–6.

Einzelnachweise

  1. 1 2 Franz Huter (Hrsg.), Hanns Bachmann: Handbuch der historischen Stätten. Band: Österreich. Teilband 2: Alpenländer mit Südtirol (= Kröners Taschenausgabe. Band 279). 2., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 1978, ISBN 3-520-27902-9, S. 561.
  2. Hannes Obermair: Soziale Produktion von Recht? Das Weistum des Gerichts Salurn in Südtirol von 1403. In: Concilium Medii Aevi. 4. 2001, S. 179–208, hier: S. 194.
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